Anzeige
Für die verschiedenen Anwendungsbereiche wird Reinstwasser unterschiedlicher Qualität benötigt. Die Europäische Pharmacopoeia definiert verschiedene Qualitäten. Sie unterscheidet zwischen „Purified Water“, „Highly Purified Water” und „Water for injection”.
„Purified Water“ dient direkt der Herstellung von Arzneimitteln. „Water for Injection“ ist Wasser, das zur Herstellung von Injektionslösungen verwendet wird, und „Water Highly Purified“ ist steriles Reinstwasser, das nicht dem Qualitätsstandard der Injektionswässer genügen muss, aber dennoch zur Herstellung verschiedenster Arzneien verwendet wird. Letzteres wird häufig genutzt, um Apparate zur Medikamentenherstellung zu spülen und zu reinigen.
Obgleich die Herstellung und die Qualität der verschiedenen Wässer in der Europäischen Pharmacopoeia unterschiedlich beschrieben wird, ist allen ein Grenzwert gleich: die maximale Belastung an organischen Bestandteilen.
Das Maß der organischen Verunreinigung eines Wassers drückt sich durch den TOC-Gehalt (Total Organic Carbon) aus. Der TOC gibt die gesamte Massenkonzentration des Kohlenstoffs aus allen in der Probe vorkommenden organischen Verbindungen an. Auch die Europäische Pharmacopoeia kennt diesen Summenparameter und gibt für alle beschriebenen Wässer einen maximalen Grenzwert von 500 ppb TOC vor.
Die TOC-Bestimmung nach EP 2.2.44
Zur Bestimmung des TOC werden verschiedene Verfahren genutzt. Sie unterscheiden sich in der Art der Oxidationstechnik und des Rechenverfahrens. In der EP 2.2.44 wird keine bestimmte Oxidationstechnik für die TOC-Bestimmung vorgegeben. Die TOC-Systeme müssen lediglich zwischen dem anorganischen und dem organischen Kohlenstoff unterscheiden können; das kann durch Entfernung des anorganischen Kohlenstoffs (NPOC-Methode) oder durch separate Bestimmung (Differenzmethode) erfolgen. Die Nachweisgrenze für TOC muss mindestens bei 0,05 mg/l liegen. Die Eignung der Methode muss in einem Systemeignungstest nachgewiesen werden.
Für den Systemeignungstest wird eine Standardlösung aus Sucrose (Saccharose) mit einem Kohlenstoffgehalt von 0,5 mg/l erstellt. Danach wird eine Kontroll-Lösung aus 1,4-Benzochinon mit gleichem Kohlenstoffgehalt angesetzt. Das hierzu verwendete Nullwasser (Reinstwasser) darf einen TOC-Gehalt von 0,1 mg/l nicht überschreiten. Von den Messwerten der Standardsubstanzen wird der Gehalt des Nullwassers generell abgezogen.
Sucrose dient bei diesem Systemeignungstest als leicht oxidierbarer Stoff und das 1,4-Benzochinon als schwer oxidierbar. Die Wiederfindung der schwer oxidierbaren Substanz dient der Orientierung, ob die Methode zur Bestimmung des TOC geeignet ist. Akzeptiert werden Ergebnisse zwischen 85...115 %.
TOC-Bestimmung im Reinstwasser
In der TOC-Analytik haben sich zwei Oxidationstechniken durchgesetzt – die katalytische Verbrennung und die nass-chemische Oxidation. Die katalytische Verbrennung setzt die Kohlenstoffverbindungen mit Hilfe hoher Temperatur und einem Katalysator in CO2 um; anschließend wird das entstandene CO2 mit einem NDIR-Detektor detektiert. Die nass-chemische Oxidation nutzt die Kombination von UV-Strahlung und Persulfat zur Oxidation. Beide Methoden können zur TOC-Bestimmung in Reinstwasser eingesetzt werden.
Welche der beiden Techniken für die Anwendungen die bessere Lösung bietet, lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern erfordert eine genaue Betrachtung der Applikation. Shimadzu bietet mit seinen TOC-Analysatoren beide Möglichkeiten. Die Geräte der neuen TOC-L-Familie bieten die katalytische Verbrennungsoxidation, und die TOC-VW-Geräte erlauben die kraftvolle UV-Oxidation.
Die Geräte der TOC-L-Serie nutzten die bewährte katalytische Oxidation bei 680 °C. Die integrierte Probenvorbereitung (ansäuern und ausgasen) in der Injektionsspritze reduziert den Arbeitsaufwand für die Nutzer erheblich, da Verdünnen, Ansäuern und Ausgasen vom Gerät übernommen werden. Der Messbereich ist durch die automatische Verdünnung von 4 ppb bis 30 000 ppm erweitert. Zudem lässt sich der Standard zur Kalibrierung des TOC-Gehaltes automatisch verdünnen. Aus einer einzigen Stammlösung lässt sich so automatisch eine beliebige Mehrpunkt-Kalibrierung erstellen.
Zusätzlich lässt sich die Verbrennungstechnik mit dem Modul TNM-L koppeln, so dass bei nur einer Injektion simultan der gesamtgebundene Stickstoff erfasst wird (simultane TOC/TNb-Bestimmung). Hierbei wird auf die DIN/EN-konforme Bestimmung über Chemielumineszenz-Detektion zurückgegriffen. Die katalytische Verbrennung erfolgt hier bei 720 °C. Die simultane TOC/TNb-Bestimmung ist besonders für die Reinigungsvalidierung interessant, da hier potenziell eine differenzierte Betrachtung zwischen Reinigungssubstanz und Produkt möglich ist.
Die zentrale Technik des TOC-VWP-Analysators ist die kraftvolle Oxidation durch Natriumpersulfat und der UV-Oxidation bei 80 °C. Da zur Bestimmung eine Persulfatlösung genutzt wird, ist es wichtig, dass sie keine Verunreinigungen enthält, die den eigentlichen Messwert verfälschen könnten.
Der TOC-VWP besitzt hierfür eine automatische Reagenzienvorbereitung, die eventuelle Verunreinigungen der Persulfatlösung beseitigt. Damit ist sichergestellt, dass der ermittelte TOC-Wert wirklich aus der Messprobe kommt – und nicht aus der verwendeten Reagenzienlösung. Zusammen mit dem großen Injektionsvolumen (bis zu 20,4 ml) und dem hochempfindlichen NDIR-Detektor führt dies zu einer extrem niedrigen Detektionsgrenze und hervorragenden Reproduzierbarkeiten im unteren ppb-Bereich. Aus diesem Grund bietet sich der TOC-VWP/WS besonders zur TOC-Bestimmung im Ultra-Spurenbereich an.
Schlussfolgerung
Der neue Analysator TOC-LCPH wie auch der bewährte Analysator TOC-VWP mit ihren unterschiedlichen Oxidationsmethoden eignen sich für die TOC-Bestimmung nach EP 2.2.44. Der Vorteil der Verbrennungsmethode liegt in dem hohen Oxidationspotenzial, besonders wenn sich Partikel in der Probe befinden. Außerdem können simultane TOC/TNb-Messungen durchgeführt werden, wobei sich der Informationsgehalt erhöht.
Der Vorteil der nass-chemischen Oxidation liegt in dem sehr hohen Injektionsvolumen, das den empfindlicheren Messbereich und die hohe Genauigkeit im unteren ppb-Bereich bewirkt.
Produktspezialist TOC, Shimadzu Deutschland GmbH, Kontakt: info@shimadzu.de, http://www.shimadzu.de.
Sascha Hupach*) | Quelle: LABO
Weitere Informationen: www.labo.de/reinstwasser-wasseranalytik/TOC-Analysatoren/Wie-rein-ist-rein-.htm
Weitere Berichte zu: 4-Benzochinon > Analysator > Arzneimittel > Betrachtung > CO2 > Grenzwert > Injektionsvolumen > Kohlenstoff > Kohlenstoffgehalt > Messbereich > NDIR-Detektor > Nullwasser > Oxidation > Oxidationstechnik > Partikel > Persulfatlösung > Pharmacopoeia > Reinstwasser > spezifische Bestimmung > Systemeignungstest > TOC > TOC-Bestimmung > TOC-Gehalt > TOC-VWP > Water Snake
Neue Computertomographie für Röntgeninspektionssystem der Einstiegsklasse zur Qualitätskontrolle in der Elektronikfertigung
23.05.2012 | GE Sensing & Inspection Technologies GmbH
New microscope uses rainbow of light to image the flow of individual blood cells
22.05.2012 | Optical Society of America
Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Anzeige
Anzeige

Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Studien Analysen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft und Öffentlichkeit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten