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Präzisere Wirbelsäuleneingriffe dank dreidimensionaler Darstellung in Echtzeit

19.10.2012
Innovation in der Neurochirurgie des UKJ: Kameraschiene des „O-Arm“ liefert Aufnahmen direkt in das Navigationssystem des Arztes

Noch mehr Präzision bei Operationen an der Wirbelsäule: Die Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Jena (UKJ) nutzt jetzt bei Eingriffen ein neues Gerätesystem, das modernste dreidimensionale Bildgebung mit einem computergestützten Navigationssystem vereint. Gleichzeitig reduziert der „O-Arm“, so der Name des Geräts, die Strahlenbelastung bei Operationen spürbar. „Dadurch können wir Eingriffe an der Wirbelsäule und am zentralen Nervensystem mit höchster Präzision durchführen. Davon profitieren die Patienten enorm“, erklärt Prof. Prof. Dr. Rolf Kalff, Direktor der Klinik für Neurochirurgie am Thüringer Universitätsklinikum.


UKJ-Neurochirurg Dr. Ramazan Dalkilic bereitet einen Eingriff an der Halswirbelsäule mit dem neuen Bildgebungssystem „O-Arm“ und dem Navigationscomputer (rechts) vor.

Foto: UKJ

„Mit dem neuen Navigationssystem bieten sich uns optimale Möglichkeiten bei der hochpräzisen minimalinvasiven und offenen Wirbelsäulenchirurgie. Dadurch haben wir zu jedem Zeitpunkt den absoluten Überblick bei diesen extrem komplexen Eingriffen. So können wir etwa das Einsetzen von Implantaten deutlich exakter kontrollieren“, erklärt Dr. Ramazan Dalkilic, Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie.

Dies betrifft auch Bereiche der Wirbelsäule, die sonst nur schwer per Röntgenaufnahme darstellbar sind, wie die obere Hals- und Brustwirbelsäule. Das System erlaubt im Gegensatz zu vielen „halboffenen Systemen“ nämlich komplette 360-Grad-Aufnahmen während der Operation. Diese Aufnahmen erfolgen dabei fortlaufend und in Echtzeit über eine kreisförmige Kameraschiene, die den Körper des Patienten umschließt und werden direkt mit dem verknüpften Navigationssystem abgeglichen. „So kann der Operateur zu jedem Zeitpunkt den Verlauf des Eingriffs überprüfen und notfalls direkt korrigierend eingreifen. Zuvor waren dafür weitere Kontrollaufnahmen nach Abschluss der Operation nötig“, erklärt Dr. Dalkilic.

Ein spezieller Operationstisch ergänzt das Bildgebungssystem und das dazugehörige Navigationssystem. Der optimal an den „O-Arm“ angepasste Operationstisch sorgt dafür, dass Wirbelsäuleneingriffe nun einfacher durchgeführt werden können. Dr. Dalkilic: „Der Operationstisch ermöglicht für verschiedene Operationen an der gesamten Wirbelsäule eine optimale Lagerung der Patienten und einen komfortablen Zugang für den O-Arm. Insgesamt vergrößern sich Präzision und Sicherheit eines Eingriffes durch die Verknüpfung des derzeit modernsten Bildgebungsverfahrens mit der Operations-Navigation.“ Das Universitätsklinikum Jena ist erst die zweite Klinik in Deutschland überhaupt, die den „O-Arm“ in dieser technischen Kombination mit dem speziellen Operationstisch einsetzt.

Ein weiterer positiver Effekt ist, dass durch die Kombination der verschiedenen Elemente die Strahlenbelastung für Patient und Operateur reduziert wird. Und schließlich können die Ärzte bei der Operation die Bewegungen ihrer Instrumente in den jeweils aktuell gewonnenen dreidimensionalen Röntgenbildern direkt „live“ am Bildschirm beobachten.
Kontakt:

Universitätsklinikum Jena
Klinik für Neurochirurgie
Dr. Ramazan Dalkilic
Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie
Tel. 03641/ 9-323011
E-Mail: neurochirurgie@med.uni-jena.de

Sprechstunde der Wirbelsäulenambulanz: Jeden Montag von 8 bis 14 Uhr.

Stefan Dreising | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-jena.de

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