Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

PET-Methode zur Früherkennung der Alzheimer Erkrankung

02.08.2012
UKL-Nuklearmediziner haben Verfahren zur Frühdiagnose und Diagnosesicherung neu eingeführt

Wird heute die Diagnose Alzheimer gestellt, erfolgt das meistens aufgrund bereits deutlicher Symptome und nach dem Ausschlussprinzip: Kommen keine anderen Ursachen für die geistigen Ausfallerscheinungen in Frage, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Demenz vom Alzheimer Typ.


Mit einem neuen PET-Verfahren können Nuklearmediziner am UKL Alzheimer früher und sicherer diagnostizieren.
Foto: Stefan Straube/UKL

Erkennbar wird die Erkrankung damit meist erst, wenn die geschädigten Hirnzellen unwiederbringlich verloren sind. Mit einer neuen hochmodernen Diagnosemethode können die Ärzte am Universitätsklinikum Leipzig jetzt Alzheimer bereits im Frühstadium sicher erkennen.

Möglich wird dies durch den Einsatz eines neuen Positronen-Emissions-Tomographischen (PET-) Verfahrens, welches Alzheimer-typische Ablagerungen - sog. β-Amyloid-Plaques - sichtbar macht. „Mit der PET können wir sehen, ob im Gehirn der Patienten Amyloid-Plaques vorhanden sind, noch bevor unumkehrbare strukturelle Veränderungen eintreten“, erklärt Dr. Solveig Tiepolt, Ärztin an der Klinik für Nuklearmedizin am UKL.

Seit Anfang Juli steht das bisher nur innerhalb von Forschungsprojekten angewandte Verfahren in der UKL-Nuklearmedizin allen Patienten zur Verfügung. Das für die maximal 90minütige Untersuchung verwendete Radionuklid ist völlig unbedenklich. Es ermöglicht die Darstellung von β-Amyloid-Plaques im Gehirn, indem es an die krankhaften Strukturen bindet und so Aussagen zum Vorliegen einer Alzheimer-Erkrankung und zur Ausdehnung der Ablagerungen erlaubt. „β-Amyloid-Plaques werden schon 10-15 Jahre vor dem Auftreten von ersten Demenzsymptomen im Gehirn abgelagert, somit kann die Amyloid-PET helfen die Diagnose Alzheimer-Erkrankung frühzeitiger und mit größerer Sicherheit zu stellen", betont Prof. Dr. Osama Sabri, Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin.

Das habe auch große Bedeutung für künftige Therapien: „Wir wissen, dass wir viel früher mit der Behandlung beginnen müssten, um erfolgreich sein und das gefährdete Hirngewebe vor der Zerstörung bewahren zu können“, ergänzt Prof. Hermann-Josef Gertz, stellvertretender Direktor der Klinik für Psychiatrie. „Eine frühe und sichere Diagnostik schafft die Grundlage für unsere Therapien, indem wir die Wirksamkeit besser nachweisen und diese in Zukunft hoffentlich auch wesentlich früher einsetzen können.“

Das Universitätsklinikum Leipzig gehört zu einem der wenigen Zentren deutschlandweit, an dem die neue Methode eingesetzt wird, da für die Radionuklid-Herstellung u.a. ein Zyklotron am Standort erforderlich ist. „Das neue PET-Verfahren ist eine hervorragende Ergänzung zu den bisher angewandten Methoden. Wir versprechen uns hiervon einen großen Gewinn für unsere Patienten und neue Erkenntnisse über die Alzheimer-Erkrankung, deren Behandlung zu den Herausforderungen der nächsten Jahre gehören wird“, so Prof. Sabri.

Kontakt:
Dr. Solveig Tiepolt
Klinik- und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Leipzig
Tel. 0341/ 97 180 00
E-Mail: solveig.tiepolt@uniklinik-leipzig.de
Univ.-Prof. Dr. Osama Sabri
Direktor der Klinik- und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Leipzig
Tel. 0341/ 97 180 00
E-Mail: osama.sabri@uniklinik-leipzig.de

Helena Reinhardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Radioembolisation: Beim Leberkrebs mehr als nur eine Alternative!
22.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

nachricht Ein neuer Blick in die Lunge (und andere Organe)
19.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie