Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

neuroRAD 2011: Pränatale MRT deckt Fehlbildungen bei Ungeborenen auf

27.09.2011
Mithilfe der vorgeburtlichen Magnetresonanztomografie – auch „pränatale MRT“ genannt – lassen sich unklare Ultraschallbefunde bei der Schwangerenvorsorge abklären.

Häufig können die Ärzte so einen beunruhigenden Verdacht, etwa auf eine Fehlbildung des Ungeborenen, ausräumen. Stellen sie im MRT-Bild eine krankhafte Veränderung fest, können sie sich gemeinsam mit den Eltern auf das Kind und mögliche Behandlungsmaßnahmen vorbereiten.

Welche Möglichkeiten die pränatale MRT – vor allem für die Diagnose von Gehirn- und Rückenmarkerkrankungen – bietet, diskutieren Experten im Rahmen von neuroRAD 2011, der 46. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) in Köln.

Im Rahmen der Vorsorge führen Frauenärzte bei Schwangeren eine Reihe von Ultraschalluntersuchungen durch. Doch nicht immer sind die Bilder eindeutig. Zu wenig Fruchtwasser, zu viel Bauchfett, ein Beckenknochen oder eine Darmschlinge können den Blick auf das ungeborene Kind, die Plazenta und die Gebärmutter erschweren.

Um unklare Befunde abzuklären, überweisen Frauenärzte die Schwangeren in spezialisierte Einrichtungen. Hier stehen den Ärzten neben modernsten Ultraschallgeräten häufig auch Magnetresonanztomografen zur Verfügung. „Die pränatale MRT ist mittlerweile an vielen Perinatalzentren fester Bestandteil des Untersuchungsspektrums”, sagt Dr. med. Axel Rohr, Stellvertretender Direktor des Instituts für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel.

Die pränatale MRT ermöglicht den Medizinern nicht nur einen klaren Blick auf die Organe des Ungeborenen und der Mutter. Sie liefert auch Informationen, die über die Möglichkeiten der Ultraschalldiagnostik hinausgehen. Besonders gewinnbringend ist die Methode bei Untersuchungen von Gehirn und Rückenmark des Kindes: „Durch den hervorragenden Gewebekontrast lassen sich Aufbau und Reife des zentralen Nervensystems mit der MRT besonders gut beurteilen“, erklärt Rohr im Vorfeld von neuroRAD 2011. Mithilfe spezieller Techniken wie der Diffusionsbildgebung oder der MR-Spektroskopie können die Neuroradiologen zusätzliche Informationen, etwa über die Gewebezusammensetzung und krankhafte Stoffwechselvorgänge, gewinnen.

Die pränatale MRT kommt auch dann zum Einsatz, wenn der Verdacht besteht, dass ein Kind im Bauch der Mutter nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird oder an einer Infektion erkrankt ist. Auch Auffälligkeiten in der kindlichen Lunge oder der Gebärmutter können mit dem Verfahren aufgedeckt werden. Bei Operationen im Mutterleib nutzen die Ärzte die Technik zudem als Kontrollinstrument vor und nach dem Eingriff.

Die MRT-Untersuchung wird bei Schwangeren gewöhnlich ab der 19. Schwangerschafts¬woche durchgeführt. Die Mutter muss sich hierfür in Rücken- oder leichter Schräglage für 30 bis 45 Minuten in die MRT-Röhre begeben. Für Kind und Mutter ist die Untersuchung ungefährlich. „Bei der MRT wird keine Röntgenstrahlung eingesetzt “, erklärt Rohr. Oftmals könne die MRT dem Kind eine nachgeburtliche Untersuchung unter Narkose ersparen, so der Neuroradiologe.

Die pränatale MRT ist ein Schwerpunkt von neuroRAD 2011. Die 46. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie findet vom 6. bis 8. Oktober 2011 in Köln statt. Experten diskutieren das Thema zudem im Rahmen einer Kongress-Pressekonferenz am 6. Oktober 2011 von 11.45 bis 12.45 Uhr.

Umfassende Kongressinformationen sowie Fortbildungsbeiträge und Expertenpodcasts zu den Themen der 46. DGNR-Jahrestagung sind unter http://www.neurorad.de abrufbar.

Terminhinweis:
Kongress-Pressekonferenz
Termin: Donnerstag, 6. Oktober 2011, 11.45 bis 12.45 Uhr
Ort: Gürzenich Köln, Martinstraße 29-37, 50667 Köln, Konferenzraum 3
Pressekontakt:
Pressestelle neuroRAD
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR)
Silke Stark
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-572
Telefax: 0711 8931-167
stark@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://www.neurorad.de/

Weitere Berichte zu: DGNR Frauenärzte Gebärmutter MRT Neuroradiologie Pränatale Schwanger

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Immer mehr Patienten profitieren von Innovationen in der Gefäßmedizin
08.06.2018 | Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.

nachricht Doppelschichtstents in der Halsschlagader schützen vor Schlaganfall
07.06.2018 | Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Im Focus: Revolution der Rohre

Forscher*innen des Instituts für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) der Hochschule Coburg lassen Rohrleitungen, Schläuchen oder Behältern in Zukunft regelrecht Ohren wachsen. Sie entwickelten ein innovatives akustisches Messverfahren, um Ablagerungen in Rohren frühzeitig zu erkennen.

Rückstände in Abflussleitungen führen meist zu unerfreulichen Folgen. Ein besonderes Gefährdungspotential birgt der Biofilm – eine Schleimschicht, in der...

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der “Stein von Rosetta” für aktive Galaxienkerne entschlüsselt

21.06.2018 | Physik Astronomie

Schneller und sicherer Fliegen

21.06.2018 | Informationstechnologie

Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

21.06.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics