Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Hightech-Gerät im Einsatz: Mit modernem PET/CT-Scanner Tumoren früher als bisher aufspüren

29.03.2018

Ein PET/CT-Gerät der neusten Generation wird seit wenigen Tagen in der Patientenversorgung der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin des UKE eingesetzt. Mit dem neuen, in Norddeutschland einzigartigen Scanner werden vor allem Krebspatienten untersucht.

„Mit dem neuen PET/CT-System ist es möglich, Tumoren früher als bisher aufzuspüren, die Entwicklung der Erkrankung sicherer zu begleiten, dadurch die optimale Therapie frühzeitiger individuell zu planen und deren Verlauf schneller zu überprüfen“, sagt Prof. Dr. Susanne Klutmann, leitende Ärztin der Nuklearmedizin.


Neues PET/CT im UKE: v.l. Prof. Dr. Susanne Klutmann, Abteilungsltg. Nuklearmedizin, Priv.-Doz. Dr. Ivayla Apostolova, stellv. Abt. Ltg.,Susanne Bunge, MTRA

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Das neue Gerät ermöglicht nicht nur eine Bildgebung mit besserer räumlicher Auflösung und damit besserer Detailerkennbarkeit als bisher, die neue Technologie bietet auch einzigartige Möglichkeiten zur Verbesserung der Bildqualität. Gleichzeitig nimmt die Belastung für den Patienten ab: Die Dauer der Untersuchung verkürzt sich und reduziert dadurch das Risiko unerwünschter Bewegungen während der Aufnahme und verringert die Strahlenexposition.

„Außerdem wird Patienten mithilfe von speziellen Lichteffekten die Angst genommen. Durch diese Ablenkung können zum Beispiel auch Patientinnen und Patienten mit Platzangst einfacher untersucht werden“, so Prof. Klutmann.

PET steht für die Positronen-Emissions-Tomographie, CT für die Computer-Tomographie. PET und CT ergänzen sich: Die PET liefert funktionelle Informationen (Wie funktioniert das untersuchte Organ?), die CT strukturelle Informationen (Wie sieht das Organ aus?). Mit einem PET/CT-System können PET- und CT-Bilder nacheinander in einer einzigen Untersuchung zusammengelegt werden; das neue Gerät benötigt für die Untersuchung des ganzen Körpers lediglich 15 bis 20 Minuten.

Die PET beruht auf dem Einsatz radioaktiv markierter Tracermoleküle zur bildlichen Darstellung physiologischer Funktionen (zum Beispiel Zuckerstoffwechsel) oder molekularer Ziele (zum Beispiel tumortypischer Moleküle an der Zelloberfläche). Die Tracer werden zumeist intravenös verabreicht; im Körper suchen sie sich ihr molekulares Ziel und haften an diesem an. Die Bildgebung zeichnet die Verteilung der Moleküle im Körper nach; daraus können die Experten die gewünschten Informationen auslesen.

Besonders kleine Tumoren oder Metastasen nachweisen

„Durch den Einsatz des neuen PET/CT-Geräts erwarten wir eine weitere Verbesserung der diagnostischen Genauigkeit, zum Beispiel durch den Nachweis kleiner Metastasen bei ausgewählten Tumorerkrankungen, die therapeutisch vielversprechend angegangen werden können“, erläutert Prof. Klutmann. Dies könne die Planung individualisierter Therapien mit möglichst großem Therapieeffekt bei möglichst geringen Nebenwirkungen verbessern.

Auch lässt sich mit der kombinierten Untersuchungsmethode frühzeitig feststellen, ob etwa eine Chemotherapie die erwartete Wirkung zeigt. „Für Krebspatienten hat der neue PET/CT-Scanner ebenfalls hohe Relevanz, da wir dadurch das Ansprechen einer Therapie möglichst früh und möglichst zuverlässig beurteilen können“, so die Ärztin.

Das neue Gerät ist das erste mit vollständig digitaler PET-Komponente und in Europa erst an wenigen Standorten verfügbar; in Norddeutschland ist es bislang einmalig. In der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin wird es ab sofort unter Leitung von Klinikdirektor Prof. Dr. Gerhard Adam vor allem für die Untersuchung von Krebspatienten, aber auch bei Hirnerkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson eingesetzt.

Kontakt

Prof. Dr. Susanne Klutmann
Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Telefon: 040 7410- 54045
klutmann@uke.de

Saskia Lemm | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uke.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Deutschlandweit erstes Gerät für hoch fokussierten Ultraschall bei Tremor und Parkinson
11.04.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Nuklearmedizinische Herzuntersuchungen – Neue Techniken, größere Präzision
09.04.2018 | Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Im Focus: Basler Forschern gelingt die Züchtung von Knorpel aus Stammzellen

Aus Stammzellen aus dem Knochenmark von Erwachsenen lassen sich stabile Gelenkknorpel herstellen. Diese Zellen können so gesteuert werden, dass sie molekulare Prozesse der embryonalen Entwicklung des Knorpelgewebes durchlaufen, wie Forschende des Departements Biomedizin von Universität und Universitätsspital Basel im Fachmagazin PNAS berichten.

Bestimmte mesenchymale Stamm-/Stromazellen aus dem Knochenmark von Erwachsenen gelten als äusserst viel versprechend für die Regeneration von Skelettgewebe....

Im Focus: Basel researchers succeed in cultivating cartilage from stem cells

Stable joint cartilage can be produced from adult stem cells originating from bone marrow. This is made possible by inducing specific molecular processes occurring during embryonic cartilage formation, as researchers from the University and University Hospital of Basel report in the scientific journal PNAS.

Certain mesenchymal stem/stromal cells from the bone marrow of adults are considered extremely promising for skeletal tissue regeneration. These adult stem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Mai zum 7. Mal an der Hochschule Stralsund

12.04.2018 | Veranstaltungen

Materialien erlebbar machen - MatX 2018 - Internationale Konferenz für Materialinnovationen

12.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Laser erzeugt Magnet – und radiert ihn wieder aus

18.04.2018 | Physik Astronomie

Neue Technik macht Mikro-3D-Drucker präziser

18.04.2018 | Physik Astronomie

Intelligente Bauteile für das Stromnetz der Zukunft

18.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics