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Neues Gerätesystem erleichtert Arbeitsalltag des Pflegepersonals

27.03.2013
Der Gesetzgeber schreibt vor, dass sich der Anwender eines medizintechnischen Gerätes vor jeder Anwendung von der Funktionsfähigkeit und dem ordnungsgemäßen Zustand des Gerätes überzeugen muss.

Diese „Sichtprüfung“ wird aber oft aus Zeitmangel weder durchgeführt noch dokumentiert. Auch kann das Pflegepersonal bei der steigenden Anzahl zu bedienender Geräte nicht alle Besonderheiten oder eventuelle „Schwachstellen“ von bestimmten medizintechnischen Geräten kennen. Ein Projektteam der Jade Hochschule hat jetzt unter der von Leitung Dr. Thomas Lekscha ein System entwickelt, welches die „Sichtprüfung“ an medizinischen Geräten für das Personal wesentlich erleichtert.


Bei der geführten Sichtprüfung an einer Infusionspumpe, werden Fragen zur Beschaffenheit des Gehäuses, des Displays, der Beschaffenheit der Stecker und Buchsen und Fragen zum Selbsttest der Pumpe gestellt. Nach positiver Beantwortung der Fragen durch den Bediener, wird die Infusionspumpe über ein Bluetoothsignal zur Bedienung freigeschaltet. Foto: Jade HS

Ein Projektteam der Jade Hochschule hat jetzt unter der von Leitung Dr. Thomas Lekscha ein System entwickelt, welches die „Sichtprüfung“ an medizinischen Geräten für das Personal wesentlich erleichtert. Die Hauptaufgabe des Systems ist es, Sichtprüfungen insbesondere an Infusionspumpen zu unterstützen, durchzuführen und zu dokumentieren. Hierbei werden dem Pflegepersonal Verfahrensschritte und Entscheidungshilfen zur Durchführung einer Sichtprüfung vorgegeben.

Nach erfolgreicher, assistierter Durchführung der Sichtprüfung am medizintechnischen Gerät wird dann über eine Funkkommunikation eine intelligente Schaltbox aktiviert, die die Versorgungsspannung der Infusionspumpe für den Betrieb freischaltet. Erst wenn sichergestellt ist, dass die Pumpe ordnungsgemäß funktioniert, kann sie benutzt werden.

Dieses Projekt wurde in Kooperation mit der Firma Weinert Engineering GmbH aus Bad Zwischenahn und dem Institut für Innovations-Transfer an der Jade Hochschule durchgeführt. Die Projektlaufzeit betrug zwölf Monate. Das Projekt wurde durch die EU und durch das Land Niedersachsen gefördert. Die Projektbetreuung auf Seiten der Jade Hochschule erfolgte durch den Sachverständigen für Medizintechnik und Dozenten Dr. Thomas Lekscha.

Die Bedienung und die Plausibilität des Gerätesystems wurden von Studierenden der Jade Hochschule auf „Herz und Nieren“ erprobt. Getestet wurden der logische Ablauf der Durchführung der Sichtprüfung, die Verständlichkeit der Fragenstellungen und die Bedienerfreundlichkeit. Die Eindrücke und Hinweise der Testpersonen flossen in die Optimierungsphase mit ein. Unabhängig von den Labortests an der Jade Hochschule sollen weitergehende Tests im täglichen Einsatz im Krankenhaus erfolgen.

Anke Westwood | idw
Weitere Informationen:
http://www.jade-hs.de/jadewelt/forschung/detailseite/article/neues-geraetesystem-erleichtert-arbeitsalltag-des-pflegepersonals/

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