Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Gerät zur Präventivdiagnostik von Brustkrebs

16.09.2016

Medizinische Bildgebung: MHH klärt mit moderner Technik auffällige Befunde ab / Tomosynthese ermöglicht Diagnose mit höherer Genauigkeit und Sicherheit

In Deutschland erkranken jedes Jahr 70.000 Frauen neu an Brustkrebs. Damit ist Brustkrebs die häufigste Krebsart bei Frauen. Im Brustzentrum der MHH arbeiten verschiedene Fachdisziplinen Hand in Hand, um den betroffenen Frauen ein ganzheitliches Betreuungskonzept bieten zu können.


Professor Hillemanns (links) und Professor Wacker an dem Gerät für die Tomosynthese.

Foto: MHH/Kaiser

Dazu gehört auch eine umfassende Diagnostik. Diese wurde jetzt um eine zusätzliche Methode erweitert. Mit der sogenannten Tomosynthese-gesteuerten Biopsie können auffällige Befunde in der Mammographie mit höherer Genauigkeit und Sicherheit abgeklärt werden als mit der bisher üblichen Methode.

Bei der Diagnostik für Brustkrebs arbeiten die MHH-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und das MHH-Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie eng zusammen. Für die neue Diagnosemethode wurde im MHH-Brustzentrum ein neues Gerät der Firma Hologic/Medicor in Betrieb genommen – das erste und bisher einzige dieser Art in der Region Hannover.

Es kommt beispielsweise dann zum Einsatz, wenn Patientinnen nach dem Mammographie-Screening mit auffälligen Befunden zur Abklärung in die MHH überwiesen werden. „In den meisten Fällen handelt es sich dabei um die Untersuchung von sogenanntem Mikrokalk, der nur in der Mammographie erkennbar ist und ein Frühstadium von Brustkrebs bedeuten kann“, erklärt Professor Dr. Peter Hillemanns, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Sollte sich der Verdacht bestätigen, kann diese frühe Form von Brustkrebs mit sehr guten Prognosen für die betroffenen Frauen behandelt werden.

Die Tomosynthese erzeugt eine Bildgebung in sehr dünnen „Schichten“ durch die ganze Brust. „Dadurch können die Strukturen ohne Überlagerung klar herausgearbeitet und die Befunde besser dargestellt werden“, erläutert Professor Dr. Frank Wacker, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Die Biopsie, also die Entnahme einer Gewebeprobe, kann mit hoher Präzision vorgenommen und der Brustkrebs diagnostiziert oder ausgeschlossen werden.

„Bisher war die Biopsiemethode nur mit herkömmlichen Röntgenbildern möglich, auf denen die Befunde nicht überlagerungsfrei und somit viel undeutlicher dargestellt werden konnten“, sagt Professor Wacker. Neben der Tomosynthese-Biopsie hat das neue Gerät zwei weitere Vorteile: Die Untersuchungszeit für die Biopsie ist kürzer und die Strahlendosis deutlich geringer als zuvor.

Die Tomosynthese-bildgesteuerte Biopsie komplettiert die übrigen im MHH-Brustzentrum angebotenen Verfahren zur Erkennung und Behandlung von Brustkrebs. Eine weitere neue Methode, die kontrastmittelgestützte Mammographie, ist geplant. Sie ermöglicht die bessere Darstellung und Abgrenzung von zumeist gut durchbluteten Karzinomen durch die intravenöse Gabe von Kontrastmittel.

Weitere Informationen über die Tomosynthese-gesteuerte Biopsie erhalten Sie bei Professor Dr. Frank Wacker, Telefon (0511) 532-3422, wacker.frank@mh-hannover.de, und Professor Dr. Peter Hillemanns, Telefon (0511) 532-6143, hillemanns.peter@mh-hannover.de.

Stefan Zorn | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Herzforschung - Neue Katheterklappe in Tübingen entwickelt
16.01.2017 | Universitätsklinikum Tübingen

nachricht Fernüberwachung bei Herzschwäche kann Klinikaufenthalt ersparen
09.01.2017 | Universitäts-Herzzentrum Freiburg - Bad Krozingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

20.01.2017 | Materialwissenschaften

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie