Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues DaVinci-OP-System: Universitätsmedizin Mainz erweitert Spektrum an robotergestützten OP´s

03.02.2017

Die Universitätsmedizin Mainz führt erstmals eine Speiseröhrenkrebs-Operation Roboter-gestützt erfolgreich durch

An der Universitätsmedizin Mainz kommt seit Ende 2016 die neueste Generation des DaVinci-OP-Roboters zum Einsatz. Er bietet deutlich mehr operative Einsatzmöglichkeiten. So führen die Urologen der Universitätsmedizin Mainz jetzt beispielsweise auch Blasenentfernungen roboterassistiert durch.


Mit dem neuen DaVinci OP-Roboter erweitert die Universitätsmedizin Mainz das Spektrum an robotergestützten Operationen

Das Foto darf kostenfrei verwendet werden unter Angabe der Quelle: Peter Pulkowski (Universitätsmedizin Mainz)

Doch nicht nur die Urologen können ihr OP-Spektrum mit dem neuen DaVinci-OP-Roboter erweitern: Auch die Chirurgen der Klinik für Abdominal-, Viszeral- und Transplantationschirurgie (AVTC) der Universitätsmedizin Mainz nutzen jetzt das neue System. Erstmals in Rheinland-Pfalz haben sie erfolgreich eine Speiseröhre ausschließlich mit roboter-unterstützter, minimal-invasiver Technik entfernt. Darüber hinaus kommt der neue DaVinci Roboter bei Operationen am Darm und der Bauchspeicheldrüse zum Einsatz.

Bei dem jüngsten Eingriff setzten Chirurgen der AVTC um Oberarzt Priv.-Doz. Dr. Peter Grimminger, Leiter der Magen- und Speiseröhrenchirurgie, den neuen DaVinci-OP-Roboter für eine komplette Speiseröhrenkrebs-Operation und deren Rekonstruktion ein.

Bislang führte die AVTC Eingriffe dieser Art bereits komplett minimal-invasiv mittels der sogenannten Schlüssellochtechnik durch. „Das DaVinci-OP-System versetzt uns in die Lage, die Präzision des Eingriffs noch weiter zu erhöhen. Die erste roboterassistierte Speisenröhrenoperation ist erfolgreich verlaufen“, betont Dr. Peter Grimminger von der AVTC.

Tatsächlich zeichnet sich der neue DaVinci-OP-Roboter durch eine verbesserte 3D-Bildqualität mit einer noch höheren Auflösung aus. Zudem lässt er sich vergleichsweise einfach bedienen. „Beides sind entscheidende Faktoren für präzisere chirurgische Eingriffe.

Denn vor allem die Bildgebung dient uns Chirurgen in hohem Maße, um wichtige anatomische Strukturen wie Nerven und Blutgefäße bei einer OP zu schonen und die Funktion von Organen erhalten zu können. Gerade für den Erhalt der Kontinenz und Potenz bei einer Prostataentfernung ist das von zentraler Bedeutung“, pflichtet auch der Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Univ.-Prof. Dr. Axel Haferkamp, bei.

„Mithilfe der beim neuen DaVinci-OP-Roboter noch leichter führbaren Instrumente können wir jetzt auch beispielsweise eine Blasenentfernung roboterassistiert durchführen. In derselben OP kann dabei eine Harnableitung aus dem Darm erfolgen, ohne dass der Bauchraum geöffnet werden muss“, so Prof. Haferkamp. Auch sind jetzt eine Nierenteilentfernung bei Nierenkrebs, das Erstellen einer Nierenbeckenplastik bei Harnleiterenge und die Senkung der Gebärmutter roboterassistiert machbar.

Wie beim Vorgängermodell steuert der Chirurg die beweglichen Greifarme des neuen DaVinci-OP-Roboters mittels einer Steuerkonsole. Die Greifarme sind mit einer endoskopischen Kamera und Operationsinstrumenten wie Scheren und Pinzetten ausgestattet. Sie lassen sich durch kleine Schnitte in den Bauchraum einführen.

Computergestützt werden die Handbewegungen an der Konsole auf die elektronischen Roboterarme übertragen. Das geschieht millimetergenau, und unwillkürliche Bewegungen werden dabei ausgeglichen. Der Hersteller bezeichnet letzteres als Anti-Tremorwirkung.

Im Vergleich zur minimal-invasiven Chirurgie bietet die Roboter-Chirurgie den Vorteil, dass die Instrumente im Hinblick auf ihre Freiheitsgrade an die menschliche Hand angepasst sind. Daraus resultiert eine erhöhte Beweglichkeit, mit der sich die operative Präzision steigern lässt.

Den neuen DaVinci-OP-Roboter will die Klinik für Abdominal-, Viszeral- und Transplantationschirurgie (AVTC) künftig nicht nur für Speiseröhrenkrebs-Operationen, sondern noch in anderen Bereichen einsetzen. „Der neue DaVinci-OP-Roboter bietet ausgezeichnete Voraussetzungen, um bestimmte Tumoroperationen an der Speiseröhre, Magen, Bauchspeicheldrüse und Darm noch präziser durchzuführen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Hauke Lang, Direktor der AVTC.


Kontakt
Univ.-Prof. Dr. Axel Haferkamp
Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie
Universitätsmedizin Mainz
Telefon 06131 17-2967
E-Mail: axel.haferkamp@unimedizin-mainz.de

Univ.-Prof. Dr. Hauke Lang
Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie (AVTC)
Universitätsmedizin Mainz
Telefon 06131 17-2483,
E-Mail: hauke.lang@unimedizin-mainz.de

Pressekontakt
Oliver Kreft, Stabsstelle Unternehmenskommunikation
Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131 17-7424
Fax 06131 17-3496
E-Mail: pr@unimedizin-mainz.de

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor.

Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de 

Oliver Kreft M.A. | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Deutschlandweit erstes Gerät für hoch fokussierten Ultraschall bei Tremor und Parkinson
11.04.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Nuklearmedizinische Herzuntersuchungen – Neue Techniken, größere Präzision
09.04.2018 | Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics