Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Bronchoskopieverfahren am Uniklinikum verbessert die Lungenkrebsdiagnostik

20.05.2010
Die minimalinvasive Technik ermöglicht einen schonenden Blick in bisher unsichtbare Strukturen

Das Klinikum der J.W. Goethe-Universität verfügt seit einiger Zeit über ein neues Ultraschallgerät für die Lungenkrebsdiagnostik. Die Entwicklung des endobronchialen Ultraschalls (EBUS) ist einer der bedeutendsten Fortschritte der letzten Jahre auf diesem Gebiet.

An der Spitze des Bronchoskopes ist zusätzlich zur üblichen Optik ein Ultraschallkopf eingebaut. Dieser ermöglicht nicht nur einen genauen Blick in die Atemwege sondern auch eine sonographische Darstellung der Bronchialwand und der umgebenden Strukturen. Vergrößerte Lymphknoten oder andere verdächtige Veränderungen am Bronchialsystem oder an der Luftröhre werden durch den Ultraschall dargestellt, und Proben für die Diagnostik können gezielt und unter Sicht gewonnen werden.

Die flexible Bronchoskopie ist schon seit Jahren bei der Diagnostik von Lungenerkrankungen eine schonende, treffsichere Methode – und das, ohne den Betroffenen Narkosemittel verabreichen zu müssen. Allerdings konnte man durch die herkömmliche Spiegelung der Atemwege bisher nur die innere Oberfläche der Schleimhaut in den Bronchien sehen, nicht aber wie es darunter aussieht. Um die Diagnose zu sichern, ist dabei häufig eine Probengewinnung aus den tieferen Schichten der Bronchialwand oder des umgebenden Gewebes erforderlich. Da im Brustkorb aber das Herz und die großen Gefäße liegen, kann es riskant sein, „blind“ Proben zu gewinnen. Für eine Entnahme von Gewebeproben war deshalb im Bereich des Mediastinums (Mittelfellraum) bisher eine endoskopische Operation mit Gewebeentnahmen unumgänglich, um eine genaue Beurteilung treffen zu können.

Prof. Dr. T.O.F. Wagner, Leiter des Schwerpunktes Pneumologie und Allergologie des Uniklinikums Frankfurt, erklärt: „Mit diesem neuen Verfahren sind wir am Uniklinikum in der Lage, mit kleinstmöglicher Belastung, teilweise ambulant, die Diagnostik zu vervollständigen und so die Patienten schneller beraten und behandeln zu können. Für die weitere Vorgehensweise, beispielsweise die Frage, ob ein Tumor operiert werden kann, müssen wir wissen, ob Lymphknoten befallen sind und wie es unter der Schleimhaut aussieht.“ Der Spezialist für Pneumologie ergänzt: „Nur wenn alle Diagnosemöglichkeiten zur Verfügung stehen, kann man sich im Sinne des Patienten für den besten Weg zum Ziel entscheiden und natürlich auch die Behandlungsmethode gemeinsam auswählen“.

Das Lungenkarzinom ist beim Mann der am häufigsten zum Tod führende Krebs, bei Frauen nimmt diese Krebsart als Todesursache zu. Jährlich sterben in Deutschland mehr als 40.000 Menschen an Lungenkrebs, Tendenz steigend. Auch wenn noch die Mehrzahl der Patienten nicht geheilt werden kann, sind durch frühzeitige Diagnose und stadiengerechte Therapie heute für alle Betroffenen eine Verbesserung der Lebensqualität und häufig eine Erhöhung der Lebenserwartung möglich.

Über das Klinikum der J.W. Goethe-Universität
Das Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main, gegründet im Jahr 1914, zählt zu den führenden Hochschulkliniken Deutschlands. Es bietet seinen Patientinnen und Patienten eine bestmögliche medizinische Versorgung in 24 Fachkliniken. Der enge Bezug zur Wissenschaft – Klinikum und Fachbereich Medizin betreiben zusammen 24 Forschungsinstitute – sichert den Patientinnen und Patienten eine zeitnahe Umsetzung neuer Erkenntnisse in die therapeutische Praxis. 1.250 Betten stehen zur Verfügung. Zahlreiche Institute widmen sich medizinisch-wissenschaftlichen Spezialleistungen. Jährlich werden 46.000 stationäre und 170.000 ambulante Patienten betreut. Besondere interdisziplinäre Kompetenz besitzt das Universitätsklinikum unter anderem auf den Gebieten der Neurowissenschaften, Onkologie und kardiovaskulären Medizin. Auch als Standort für Organ- und Knochenmarktransplantationen, Dialyse sowie der Herzchirurgie nimmt es besondere Aufgaben der überregionalen medizinischen Versorgung wahr. 3.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich rund um die Uhr um die Patientinnen und Patienten. Weitere Informationen über das Klinikum der J.W. Goethe-Universität finden Sie unter http://www.kgu.de

Für weitere Informationen:

Prof. Dr. T.O.F. Wagner
Medizinische Klinik I
Leiter des Schwerpunktes Pneumologie und Allergologie
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon: (0 69) 63 01 – 63 36
Fax: (0 69) 63 01 – 63 35
E-Mail: t.wagner@em.uni-frankfurt.de
Ricarda Wessinghage
Recht/Öffentlichkeitsarbeit/Presse
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon: (0 69) 63 01 – 77 64
Fax: (0 69) 63 01 – 8 32 22
E-Mail: ricarda.wessinghage@kgu.de

Johannes Eisenberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.kgu.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Neues DaVinci-OP-System: Universitätsmedizin Mainz erweitert Spektrum an robotergestützten OP´s
03.02.2017 | Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Deutschlandweit erste Installation: Kompakter Roboter assistiert bei MRT-geführter Prostatabiopsie
02.02.2017 | Universitätsklinikum Leipzig AöR

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie