Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Ultraschall-Brustscanner erstmals in Deutschland im Einsatz

30.09.2009
3D-Aufnahmetechnik erhöht Früherkennungsrate bei Brustkrebs

Die ersten Geräte des neuen Siemens-Ultraschallsystems Acuson S2000 Automated Breast Volume Scanner (ABVS) sind jetzt bei Radiologen sowie Gynäkologen in Kliniken und Praxen in Deutschland imEinsatz. Im Diavero Diagnosezentrumin Essen können ab sofort Patientinnen mit demneuen Systemuntersucht werden.

Es unterstützt den Arzt vor allembei der Diagnose von sehr dichtemBrustgewebe durch die genauere dreidimensionale Aufnahmetechnik. Dr. Frank Stöblen vomDiavero Diagnosezentrumist einer der ersten Ärzte, der die neue Ultraschalltechnologie einsetzt. „Das ABVS-System ist eine faszinierende Weiterentwicklung zu der bisherigen Methode der handgeführten Ultraschalluntersuchung. Die Automatisierung erlaubt unabhängig vomUntersucher immer die gleiche Aufnahmequalität.“

Mit dem Acuson S2000 ABVS hat Siemens Healthcare kürzlich den weltweit ersten multifunktionalen Ultraschall-Brust-Scanner vorgestellt, der automatisch Volumendarstellungen der weiblichen Brust akquiriert. Die benutzerunabhängige und standardisierte Untersuchung gewinnt dadurch einen neuen Stellenwert. Der Radiologe und Miteigentümer des Diavero Diagnosezentrums in Essen, Dr. Frank Stöblen, ist sich sicher, dass das neue Ultraschallsystem mit ABVS bei der Brustkrebsdiagnose immer bedeutsamer wird: „Diese Technik wird für die Früherkennung sehr wichtig werden. Sie kann auch zur Untersuchung von Hochrisikopatienten angewendet werden, zum Beispiel bei erblicher Vorbelastung oder während beziehungsweise nach Krebsbehandlungen."

Das innovative System ermöglicht besonders bei Frauen mit dichtem Brustgewebe eine höhere Früherkennungsrate bei Brustkrebs. Nach Aussage des Fachmagazins „New England Journal of Medicine“1 erhöht dichtes Brustgewebe das Brustkrebsrisiko für eine Frau um das Fünffache.

Die konventionelle Mammographie wird die Methode der ersten Wahl bei Untersuchungen zur Früherkennung von Brustkrebs bleiben. Jedoch zeigt eine von der RSNA (Radiological Society of North America) 2002 veröffentlichte Studie2, dass sich die Erkennungsrate für nicht-tastbaren invasiven Brustkrebs um 42 Prozent erhöht, wenn die Mammographie mit einer Ultraschalluntersuchung kombiniert wird. „Ich führe gerade bei Frauen mit dichtem Brustgewebe immer eine ergänzende Ultraschalluntersuchung durch, damit ich sicher sein kann, wirklich alles entdeckt zu haben“, sagte Stöblen.

Der Arzt erhält durch die automatisch aufgenommenen dreidimensionalen Volumenaufnahmen des neuen Brustscanners Informationen über die gesamte Brust, so etwa auch auf koronaler Ebene, was mit herkömmlichen Ultraschallsystemen bisher nicht erfassbar war. Zusätzlich sind mit dem Acuson S2000 ABVS auch alle konventionellen, handgeführten Ultraschalluntersuchungen möglich – beispielsweise die Durchführung von Biopsien, Farb-Doppler- Untersuchungen als auch Applikationen wie die Elastographie-Bildgebung mit eSieTouch.

Stöblen betonte auch die entscheidend verbesserte Bildqualität des Systems im Vergleich zu bisherigen Ultraschallsystemen dieses Typs. „Es ist außerdem extrem flexibel einsetzbar: Ich kann ohne Probleme ergänzend zur automatischen auch eine handgeführte Untersuchung durchführen oder – wenn nötig – sofort eine Biopsie mithilfe des neuen Systems machen.“ Alle Komponenten verhelfen dem Arzt zu einer genaueren Diagnose als mit konventionellen Methoden.

Die automatische Bildakquisition des Acuson S2000 ABVS beschleunigt die Untersuchungsabläufe signifikant: Nahmen die handgeführten Ultraschalluntersuchungen noch bis zu 30 Minuten in Anspruch, so verkürzt diese neue Technologie den zeitlichen Aufwand auf weniger als 15 Minuten. Die Dokumentation wird zudem durch eine halbautomatisierte Berichterstellung und die Integration der so genannten BI-RADS-Klassifikation vervollständigt.

Dieses Breast Imaging Reporting und Data System (BI-RADS) ist eine Klassifikation des American College of Radiology (ACR) bei der Befundung von Mammographien. Koronale Darstellung der Brust Volumenaufnahmen geben einen noch besseren Überblick über Anatomie und Architektur des Brustgewebes als bisherige Techniken. Außerdem kann mithilfe dieser 3D-Aufnahmen auch die koronale Ebene der Brust (von Brustwarze bis Brustwand) jetzt schichtweise dargestellt werden.

Diese Ansicht erleichtert und beschleunigt die Diagnose. Stöblen bestätigte auch hier den großenWert des ABVS-Scanners: „Die koronale Ansicht der Brust war mit konventionellen Ultraschallsystemen bisher nicht möglich. Sie ist jedoch extrem hilfreich – etwa bei der Planung von chirurgischen Eingriffen.“

1) N Engl J Med 356;3. Boyd N.F. et Al., Mammographic Density and the Risk and Detection of Breast Cancer

2) Radiology 2002;225:165-175. Kolb T.M. et Al., Comparison of the Performance of Screening Mammography, Physical Examination, and Breast US and Evaluation of Factors that Influence Them: An Analysis of 27,825 Patient Evaluations

Einen ersten Erfahrungsbericht von Dr. Frank Stöblen zum Thema Acuson S2000 ABVS finden Sie unter http://www.siemens.com/stoeblen in englischer Sprache.

Der Siemens-Sektor Healthcare ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen und führend in der medizinischen Bildgebung, Labordiagnostik, Krankenhaus-Informationstechnologie und bei Hörgeräten. Siemens bietet seinen Kunden als einziges Unternehmen Produkte und Lösungen für die gesamte Patientenversorgung unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Durch eine Optimierung der klinischen Arbeitsabläufe, die sich an den wichtigsten Krankheitsbildern orientiert, sorgt Siemens zusätzlich dafür, dass das Gesundheitswesen schneller, besser und gleichzeitig kostengünstiger wird. Siemens Healthcare beschäftigt weltweit rund 49.000 Mitarbeiter und ist in über 130 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2008 (bis 30. September) erzielte der Sektor einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro und ein Ergebnis von 1,2 Milliarden Euro.

Bianca Braun | Siemens Healthcare
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/healthcare
http://www.siemens.com/med-bilder/Acuson-S2000ABVS
http://www.siemens.com/stoeblen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Gefäßprothesen aus dem Bioreaktor
19.02.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Neue Studienergebnisse zur Tiefenhyperthermie-Behandlung
15.02.2018 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Highlight der Halbleiter-Forschung

20.02.2018 | Physik Astronomie

Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?

20.02.2018 | Materialwissenschaften

Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics