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Neuer 3-T-Magnetresonanztomograph liefert noch schnellere und präzisere Bilder

24.06.2013
Feierliche Einweihung des hochmodernen Forschungsscanners am 24. Juni 2013 am Fachbereich 06 – Psychologie und Sportwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen

Welche grundlegenden Mechanismen des menschlichen Gehirns unterliegen Prozessen wie Lernen, Wahrnehmung, Denken und emotionalem Erleben? Welche Gehirnregionen sind beteiligt, welche sind wann besonders und welche weniger aktiv – bei gesunden und bei psychisch kranken Menschen? Was passiert im Gehirn bei Angststörungen?


Einweihung des 3-Tesla-Magnetresonanztomographen: Prof. Dr. Rudolf Stark (re.) erklärt die Funktionsweise des Forschungsscanners Staatssekretär Ingmar Jung (HMWK) und JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee sowie weiteren Gästen.


Bild: Franz Möller

Am Fachbereich 06 – Psychologie und Sportwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) gehen engagierte Wissenschaftlerteams diesen Fragestellungen nach und erforschen am BION die neuronalen Grundlagen psychologischer Prozesse. Ein neuer 3-Tesla-Magnetresonztomograph soll helfen, die Messungen noch präziser zu machen. „Mit dieser Technologie können wir deutlich schneller und mit deutlich erhöhter räumlicher Auflösung die neuronale Aktivität des Gehirns messen“, freut sich der Geschäftsführende Direktor des BION, Prof. Dr. Rudolf Stark.

Die feierliche Einweihung des neuen 3-Tesla-Magnetresonztomographen im Beisein von Staatssekretär Ingmar Jung (HMWK) und JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee fand am 24. Juni 2013 im BION, Otto-Behaghel-Straße 10H, statt.

Der neue 3-Tesla-Magnetresonanztomograph (MRT) ist als Ersatz für den bisherigen 1,5-Tesla MRT nötig, um die wissenschaftlichen Arbeiten auf höchstem internationalem Niveau fortsetzen zu können. Das neue Gerät „Magnetom Prisma“ der Firma Siemens ist mit seiner 64-Kanalkopfspule und seinem High-End-Gradienten-System das modernste Gerät auf dem Markt. In Gießen wurde jetzt die weltweit zweite Installation eines solchen MRT vorgenommen. Mit dieser Technologie kann schneller und mit deutlich erhöhter räumlicher Auflösung die neuronale Aktivität des Gehirns gemessen werden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fachbereichs freuen sich sehr, dass sie ihre Forschungsfragen auf höchstem technischem Niveau fortsetzen können und damit international konkurrenzfähig bleiben.

Auch Dekan Prof. Dr. Markus Knauff ist sehr froh über diese Großinvestition am Fachbereich 06 – Psychologie und Sportwissenschaft: „Der neue 3T-Magnetresonztomograph trägt zur weiteren Stärkung des experimentellen und neurowissenschaftlichen Profils des Fachbereichs bei. Das neue Gerät wird uns helfen, spannenden psychologischen Fragen noch tiefer auf den Grund zu gehen, als dies bisher möglich war“, sagt er. Dass psychologische Grundlagen- und anwendungsbezogene Forschung in Gießen seit Jahren auf höchstem internationalem Niveau erfolgt, schlägt sich u.a. in einer hervorragenden Drittmittel-Entwicklung nieder. Die Psychologie der JLU gehört laut Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) nach Anzahl und Umfang der Bewilligungen von Forschungsgeldern zur Spitzengruppe der Psychologie-Institute in Deutschland.

Die Kosten für den hochmodernen Forschungsscanner belaufen sich auf ca. 2,4 Millionen Euro. Sie werden zum Großteil (1,1 Millionen Euro) finanziert von der DFG im Rahmen eines Großgeräteantrags (Hauptantragsteller: Prof. Dr. Rudolf Stark), aus dem Innovations- und Strukturentwicklungsbudget des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (HMWK) mit 500.000 Euro sowie mit Mitteln der JLU.

Forschungsprojekte

Das BION ist ein Forschungsinstitut am Fachbereich 06 – Psychologie und Sportwissenschaften der JLU, das im Jahr 2000 von Prof. em. Dr. Dieter Vaitl gegründet wurde. Hier wurden seither die neuronalen Grundlagen psychologischer Prozesse mit Hilfe der funktionellen Kernspintomographie untersucht. Diese hierdurch gewonnen Erkenntnisse dienen jedoch nicht nur der Grundlagenforschung, sondern auch der Anwendung: Zum Beispiel führen Einsichten in die Dynamik emotionalen Lernens zu einem besseren Verständnis von Angststörungen und damit zu verbesserten therapeutischen Maßnahmen. Konkret wird zum Beispiel in diesem Forschungskontext in Kürze eine Studie durchgeführt, in der überprüft wird, ob sich hirnphysiologische Hinweisreize dafür finden lassen, dass eine Konfrontationsbehandlung mit verschiedenen Spinnen erfolgreicher das Wiederauftreten einer Spinnenangst verhindern kann als wenn nur eine Spinne bei der Konfrontationsbehandlung verwendet wird.
In einer anderen Arbeitsgruppe wird untersucht, welche Hirnareale an der Planung und Ausführung von Hand- und Augenbewegungen beteiligt sind und wie diese kortikalen Netzwerke durch kognitive Prozesse wie zum Beispiel Aufmerksamkeit oder Arbeitsgedächtnis beeinflusst werden. In verschiedenen Forschungsprojekten werden insbesondere auch genetische Einflüsse auf neuronale Prozesse wie zum Beispiel der Furchtkonditionierung untersucht.

Kontakt
Prof. Dr. Rudolf Stark
Psychotherapie und Systemneurowissenschaften
Justus-Liebig-Universität Gießen
Otto-Behaghel-Straße 10F
35394 Gießen
Telefon: 0641 99-26082
Fax: 0641 99-26099

Die 1607 gegründete Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist eine traditionsreiche Forschungsuniversität, die rund 26.000 Studierende anzieht. Neben einem breiten Lehrangebot – von den klassischen Naturwissenschaften über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften bis hin zu Sprach- und Kulturwissen¬schaften – bietet sie ein lebenswissenschaftliches Fächerspektrum, das nicht nur in Hessen einmalig ist: Human- und Veterinärmedizin, Agrar-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften sowie Lebensmittelchemie. Unter den großen Persönlichkeiten, die an der JLU geforscht und gelehrt haben, befinden sich eine Reihe von Nobelpreisträgern, unter anderem Wilhelm Conrad Röntgen (Nobelpreis für Physik 1901) und Wangari Maathai (Friedensnobelpreis 2004). Seit 2006 wird die JLU sowohl in der ersten als auch in der zweiten Förderlinie der Exzellenzinitiative gefördert (Excellence Cluster Cardio-Pulmonary System – ECCPS; International Graduate Centre for the Study of Culture – GCSC).

Charlotte Brückner-Ihl | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb06/psychologie/weitere-inst/bion

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