Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Stentgeneration verbessert Prognose nach Herzinfarkt

22.08.2012
Wer während eines akuten Herzinfarkts mit einem medikamentös beschichteten Stent der neuen Generation behandelt wird, erleidet weniger Herzprobleme nach einem Jahr. Dies zeigt eine neue Studie des Inselspitals und der Universität Bern.

Beim akuten Herzinfarkt müssen die verschlossenen Arterien innerhalb kürzester Zeit (1-6 Stunden) im Herzkatheter-Labor geöffnet werden. Als lebensrettende Sofortmassnahme empfehlen die Leitlinien der europäischen Gesellschaft für Kardiologie den Einsatz von kleinen Metallgittern, sogenannten Stents.

Dabei kann der Arzt zwischen einer herkömmlichen nur aus Metall gefertigten Gefässstütze oder einem mit Medikamenten beschichteten Stent wählen.

Während Medikamenten-Stents der frühen Generation im Verdacht standen, Entzündungen oder in seltenen Fällen erneute Gefässverschlüsse (Stentthrombosen) hervorzurufen, sind neue medikamentös beschichtete Stents aufgrund von Verbesserungen der Oberflächenbeschaffenheit effektiver und vermutlich sogar sicherer für den Patienten – auch im Vergleich zu unbeschichteten Stents.

Zu diesem Ergebnis kommen Forschende der Universitätsklinik für Kardiologie des Inselspitals und des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) der Universität Bern in der aktuellen medizinischen Fachzeitschrift «Journal of the American Medical Association» (JAMA).

Welcher Stent bei akutem Herzinfarkt?

In einer klinischen Studie in Kooperation mit der Clinical Trials Unit verglichen die Kardiologen über 1100 Herzinfarkt-Patienten, die entweder mit einem unbeschichteten Stent oder einem neuartigen medikamentös beschichteten Stent mit biodegradierbarem Polymer (BioMatrix-Stent) behandelt wurden.

Der moderne Medikamenten-Stent reduzierte das Auftreten erneuter herzbedingter Probleme einschliesslich neuer Gefässverengungen und Herzinfarkte im Vergleich zum unbeschichteten Stent um mehr als 50 Prozent. Damit können auf 1000 behandelte Patienten 42 schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse verhindert werden. Unter diesen Voraussetzungen und aufgrund vorheriger Langzeitstudien könnten moderne Medikamenten-Stents bald zur Therapie der Wahl bei Herzinfarkt werden.

Die am Inselspital initiierte Studie an 11 Zentren in der Schweiz, Europa und Israel unter Mitwirkung der Kardiologischen Abteilungen der Universitätsspitäler Bern, Genf und Zürich wurde vom Schweizerischen Nationalfond unterstützt und stellt eines der ersten klinischen Anwendungsergebnisse zu den neuen Medikamenten-Stents dar.

Bibliographische Angaben:
Lorenz Räber, Stephan Windecker et al.,: Effect of Biolimus-Eluting Stents With Biodegradable Polymer vs. Bare-Metal Stents on Cardiovascular Events Among Patients With Acute Myocardial Infarction, JAMA, 22. August 2012, in print.

Nathalie Matter | Universität Bern
Weitere Informationen:
http://www.unibe.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Extrem schnelle Erfassung und Visualisierung von Tumorgrenzen während der Operation
15.01.2018 | Universität zu Lübeck

nachricht Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen
12.01.2018 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungen

Transferkonferenz Digitalisierung und Innovation

22.01.2018 | Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Forschungsteam schafft neue Möglichkeiten für Medizin und Materialwissenschaft

22.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Ein Haus mit zwei Gesichtern

22.01.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics