Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Generation von selbstauflösenden Stents verspricht bessere Therapiemöglichkeiten

16.05.2018

Bereits seit mehreren Jahren werden in der Klinik für Innere Medizin III mit den Schwerpunkten Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin des UKSH, Campus Kiel, unter der Leitung von Prof. Dr. Norbert Frey bioresorbierbare (selbstauflösende) Gefäßstützen als Alternative zu medikamentenfreisetzenden Metall-Stents für die Behandlung von Stenosen der Koronararterien erfolgreich eingesetzt. Die Klinik arbeitet an der Weiterentwicklung dieser vielversprechenden Technik und ist an wichtigen Studien auf diesem Gebiet federführend beteiligt. Nun wurde an der Kieler Klinik erstmals weltweit eine koronare bioresorbierbare Gefäßstütze der dritten Generation implantiert.

Bioresorbierbare Stents zur Behandlung der koronaren Herzerkrankung sorgen für die Wiederherstellung des Blutflusses, stabilisieren die Arterie während des Heilungsprozesses und verschwinden nach drei bis vier Jahren wieder aus dem Körper.


Die neue Gefäßstütze hat einen Durchmesser von 2,5 Millimetern, die Streben haben eine Stärke von weniger als 100 Mikometer - also etwa so dünn wie ein menschliches Haar.

www.revamedical.com


Oberarzt Dr. Matthias Lutz implantierte weltweit zum ersten Mal den hochmodernen "Fantom Encore"-Stent.

UKSH

Dieses Verfahren soll die Rückkehr der natürlichen Bewegung und Funktion der Arterie ermöglichen und Vorteile für zukünftige Eingriffe durch perkutane coronare Intervention (PCI) oder Bypass sichern – im Vergleich zu einer permanenten Implantation eines Metallstents ein deutlicher Vorteil.

Die erste Generation der bioresorbierbaren Stents war durch ihre dicken Streben von etwa 150 Mikrometer, die damit deutlich dicker sind als bei den durchschnittlichen Metall-Stents, schwieriger in der Handhabung und dadurch auch anfälliger für Probleme.

Nun verfügen die Experten über weiterentwickelte Gefäßstützen der zweiten und dritten Generation, die im Vergleich zu den Modellen der ersten Generation neben der guten Röntgensichtbarkeit dünnere Streben-Profile bieten. Diese Merkmale haben das Potential für eine verbesserte Benutzerfreundlichkeit und Gefäßheilung, die für eine breitere klinische Anwendung der Technologie wichtig sind.

Der nun weltweit zum ersten Mal von Oberarzt Dr. Matthias Lutz am UKSH in Kiel implantierte bioresorbierbare Stent (Fantom Encore) verfügt mit weniger als 100 Mikrometer (µm) über das dünnste Strebenprofil eines bioresorbierbaren Stents mit dem Durchmesser von 2,5 Millimetern. Dies wird erreicht, ohne die Festigkeit oder Röntgensichtbarkeit zu beeinträchtigen, indem verbesserte Polymerverarbeitungs- und -herstellungstechniken entwickelt wurden.

„Ein dünneres Profil kann die Benutzerfreundlichkeit während der Implantation und die Gefäßheilung nach dem Eingriff deutlich verbessern“, sagt Dr. Lutz. „Meine Erfahrung mit diesem Stent ist, dass mit dieser Weiterentwicklung eine einfachere Implantation möglich ist, gerade da diese in der Röntgen-Durchleuchtung sehr einfach zu verfolgen ist.

Bioresorbierbare Gefäßstützen haben das Potenzial, die Langzeitergebnisse im Vergleich zu medikamenten-freisetzenden Stents aus Metall weiter zu verbessern und sind eine wichtige Behandlungsoption, gerade für unsere jüngeren Patienten, bzw. Patienten, bei denen die Engstellen in den Koronararterien gewisse Kriterien erfüllen.“

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Klinik für Innere Medizin III – Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin
Dr. Matthias Lutz, Tel.: 0431 500-22801, E-Mail: Matthias.Lutz@uksh.de

Weitere Informationen:

http://www.uksh.de/180515_pi_neuer_stent_med3.html

Oliver Grieve | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Genetisches Routinescreening für bestimmte kindliche Hirntumoren bald Standard?
14.05.2018 | Deutsches Krebsforschungszentrum

nachricht Atherosklerose der Beinarterien: Patienten profitieren von beschichteten Ballons
09.05.2018 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Im Focus: Verschränkte Atome leuchten im Gleichklang

Einem Team um Experimentalphysiker Rainer Blatt ist es gelungen, die Quantenverschränkung zweier räumlich getrennter Atome durch die Beobachtung ihrer Lichtemission zu charakterisieren. Dieses grundlegende Experiment könnte zur Entwicklung hochempfindlicher optischer Gradiometer zur präzisen Bestimmung des Schwerefelds oder des Erdmagnetfelds führen.

Das Zeitalter der Quantentechnologie ist längst eingeläutet. In der jahrzehntelangen Erforschung der Quantenwelt wurden Methoden entwickelt, die es heute...

Im Focus: Dozens of binaries from Milky Way's globular clusters could be detectable by LISA

Next-generation gravitational wave detector in space will complement LIGO on Earth

The historic first detection of gravitational waves from colliding black holes far outside our galaxy opened a new window to understanding the universe. A...

Im Focus: Entangled atoms shine in unison

A team led by Austrian experimental physicist Rainer Blatt has succeeded in characterizing the quantum entanglement of two spatially separated atoms by observing their light emission. This fundamental demonstration could lead to the development of highly sensitive optical gradiometers for the precise measurement of the gravitational field or the earth's magnetic field.

The age of quantum technology has long been heralded. Decades of research into the quantum world have led to the development of methods that make it possible...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Zukunftsweisende Forschung und intelligente Technologien – Tag der offenen Tür am Bremer DFKI

14.05.2018 | Veranstaltungen

Deutsche Meeresforschung trifft sich in Kiel

14.05.2018 | Veranstaltungen

3. Internationale Konferenz: „Hybrid Materials and Structures 2018“ 18.-19. April 2018

14.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

16.05.2018 | Physik Astronomie

Weniger vernetzte Gehirne sind intelligenter

16.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Generation von selbstauflösenden Stents verspricht bessere Therapiemöglichkeiten

16.05.2018 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics