Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Bildgebung für die interventionelle Neuroradiologie

09.02.2010
Syngo Neuro PBV IR zeigt Hirndurchblutung während des Eingriffs

Siemens Healthcare hat mit Syngo Neuro PBV IR (Parenchymal Blood Volume, Interventional Suite) eine neue Anwendung für die interventionelle Radiologie entwickelt, mit der sich die Hirndurchblutung während eines Eingriffs am Kopf prüfen lässt.

Das ist von großem Vorteil für den Neuroradiologen, weil er mit seiner Behandlung sofort auf den aktuellen Durchblutungszustand des Gehirns reagieren kann. Mit Syngo Neuro PBV IR hat Siemens sein Portfolio an Bildgebungsapplikationen für Artis zee, die Siemens-Systeme für die interventionelle Radiologie und Kardiologie, erweitert. Jedes Jahr erleiden laut der World Health Organization (WHO) weltweit circa 15 Millionen Menschen einen Schlaganfall. Bei einem solchen Vorfall handelt es sich um eine Minderdurchblutung des Gehirns, wodurch es häufig zu einer unwiderruflichen Schädigung des Hirngewebes kommt.

Je früher ein Schlaganfall behandelt wird, desto größer ist die Chance, dass möglichst wenig Hirngewebe zerstört wird. Die schnelle Diagnose ist dafür aber unabdingbare Voraussetzung. Um die Zeit von der Diagnose bis zur Behandlung zu verkürzen, hat Siemens Healthcare die Software Syngo Neuro PBV IR entwickelt, mit der sich der Zustand des Hirngewebes direkt während des minimal-invasiven Eingriffs darstellen lässt. Dazu wird in die hirnversorgenden Gefäße entweder ein dünner Katheter eingeführt, der den Verschluss mit Hilfe einer speziellen Substanz auflöst. Oder es wird ein Katheter eingesetzt, der den Verschluss mechanisch entfernt.

Mit Syngo Neuro PBV IR haben Neuroradiologen erstmals die Möglichkeit, während der Behandlung aktuelle Informationen über den Zustand des Gehirngewebes zu erhalten. Das schafft nicht nur bei der Schlaganfallbehandlung klinische Vorteile, sondern auch bei Tumorbiopsien, bei der Embolisierung von Gewebe sowie bei der Behandlung intrakranieller Aneurysmen (Gefäßaussackungen im Gehirn) und Vasospasmen (Gefäßkrampf).

Ein weiterer Vorteil der neuen Software von Siemens ist, dass sie im Gegensatz zur herkömmlichen CT-Bildgebung Blutvolumendaten für das gesamte Gehirn liefert, und zwar aus jeder beliebigen Ansicht. Syngo Neuro PBV IR kann das vollständige Hirnvolumen abbilden, weil die Angiographiegeräte von Siemens zur Gewebedarstellung die C-Bogen-CT-Technologie nutzen.

Die dazu gehörende Software Syngo DynaCT wurde 2004 von Siemens selbst entwickelt und hat einen Paradigmenwechsel in der angiographischen Bildgebung herbeigeführt. Erstmals ließen sich während des Eingriffs CT-ähnliche Schnittbilder an einem angiographischen C-Bogen-System erstellen, die bei Weichgeweben zuvor nicht darstellbare Details lieferten.

Um die PBV-Informationen zu erzeugen, rotiert der C-Bogen zweimal um den Patienten, dem ein Kontrastmittel injiziert wurde. Mit Hilfe der dabei gewonnenen Daten produzieren ausgeklügelte Verarbeitungsalgorithmen anschließend eine neurologische PBV-Landkarte (neurological PBV map). Diese Informationen stehen in weniger als 40 Sekunden ohne weitere Bedienereingaben direkt am Untersuchungsplatz zur Verfügung.

Mit Syngo Neuro PBV IR hat Siemens sein Portfolio an Bildgebungsapplikationen für Artis zee erweitert. Artis zee ist der Familienname der Siemens-Systeme für die interventionelle Radiologie und Kardiologie. Die Systeme sind in biplaner, multi-axialer, deckenmontierter, bodenmontierter und multifunktionaler Konfiguration erhältlich. Syngo Neuro PBV IR ist nach Syngo iFlow die zweite Applikation zur funktionellen Bildgebung an Artis-zee-Systemen. Mit der Applikation Syngo iFlow lässt sich eine komplette funktionelle Information einer digitale Subtraktionsangiographie (DSA)-Serie in einem einzigen Farbbild darstellen.

Der Siemens-Sektor Healthcare ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen und führend in der medizinischen Bildgebung, Labordiagnostik, Krankenhaus-Informationstechnologie und bei Hörgeräten. Siemens bietet seinen Kunden Produkte und Lösungen für die gesamte Patientenversorgung unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Durch eine Optimierung der klinischen Arbeitsabläufe, die sich an den wichtigsten Krankheitsbildern orientiert, sorgt Siemens zusätzlich dafür, dass das Gesundheitswesen schneller, besser und gleichzeitig kostengünstiger wird. Siemens Healthcare beschäftigt weltweit rund 48.000 Mitarbeiter und ist rund um den Globus präsent. Im Geschäftsjahr 2009 (bis 30. September) erzielte der Sektor einen Umsatz von 11,9 Milliarden Euro und ein Ergebnis von rund 1,5 Milliarden Euro.

Marion Bludszuweit | Siemens Healthcare
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/healthcare
http://www.siemens.com/med-bild/syngo-Neuro-PBV-IR

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Herzultraschall: Die dritte Dimension
21.03.2017 | Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum - Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen

nachricht «Instrumentenflug» zum Innenohr
16.03.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie