Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Moderne Chirurgie bei Tumoren: Heilung gelingt häufig

16.10.2014

In den letzten Jahren hat sich die Tumorchirurgie stetig weiterentwickelt. Heute lassen sich dank ausgefeilter Operationsverfahren zum Teil selbst fortgeschrittene Tumoren erfolgreich entfernen. Professor Dr. Markus W. Büchler, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie Heidelberg, stellt am 22. Oktober 2014 bei "Medizin am Abend" moderne operative Behandlungsmöglichkeiten bei Krebserkrankungen vor.

Jährlich erkranken in Deutschland rund 500.000 Menschen neu an Krebs, knapp 70.000 von ihnen allein an Darmkrebs. Standardtherapie bei klar umgrenzten Tumoren ist in der Regel die Operation, gefolgt von gegebenenfalls Chemotherapie und Bestrahlung.


Professor Dr. Markus W. Büchler, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie Heidelberg

Universitätsklinikum Heidelberg

Dank stetiger Weiterentwicklung der Operationsmethoden und fachübergreifende Therapiekonzepte haben sich die Überlebenschancen bei vielen Krebsarten, darunter auch Darmkrebs, in den letzten 30 Jahren erheblich verbessert.

Am Mittwoch, 22. Oktober 2014, stellt Professor Dr. Markus W. Büchler, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie Heidelberg, den Besuchern der Vortragsreihe „Medizin am Abend“ die wichtigsten Eingriffe im Bereich des Verdauungstraktes vor und zeigt auf, welche Möglichkeiten die moderne Tumorchirurgie bietet. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Hörsaal der Kopfklinik, Im Neuenheimer Feld 400. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Bessere Überlebenschance bei Darmkrebs

Ein wichtiges Thema des Abends ist die Behandlung des Darmkrebs, nach Brust- bzw. Prostatakrebs die zweithäufigste Tumorerkrankung bei Frauen und Männern. Während noch in der Vergangenheit rund die Hälfte der Patienten die ersten fünf Jahre nach der Behandlung ohne erneutes Krebswachstum überlebte, sind es heute bereits drei von vier Patienten.

Zu diesem Erfolg tragen neben neuen Krebsmedikamenten und präziser Bestrahlung auch radikale Operationsmethoden wie die vollständige Entfernung eines von Tumoren befallenen Darmabschnitts, z.B. des Enddarms, bei.

„Auf diese Weise sinkt das Risiko für einen erneuten Befall und damit steigt die Überlebenschance“, sagt Professor Büchler. Die meisten Patienten müssen sich trotz fehlendem Enddarm keine Sorgen wegen eines dauerhaft künstlichen Darmausgangs machen: Zwar ist ein künstlicher Ausgang in der Heilungsphase in vielen Fällen vorübergehend unumgänglich, bei 90 Prozent der Patienten kann er heute aber nach drei Monaten wieder zurückverlegt werden.

„Gerade bei Darmkrebs müsste es allerdings häufig erst gar nicht so weit kommen, dass der Tumor benachbartes Gewebe wie z.B. den Schließmuskel angreift. Mit der Darmspiegelung steht eine sehr zuverlässige Vorsorgeuntersuchung zur Verfügung, mit der Vor- und Frühstadien erkannt und zum Teil auch direkt entfernt werden können. Je früher Darmkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen“, betont der renommierte Chirurg. Ab dem 55. Lebensjahr ist eine Darmspiegelung alle zehn Jahre Kassenleistung, Versicherte mit familiärer Vorbelastung können sich auch schon früher untersuchen lassen.

Neue Verfahren bei bislang inoperablen Tumoren

Einen besonderen Stellenwert an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg haben Tumoroperationen an Bauchspeicheldrüse und Leber, auf die sich das Team um Professor Büchler spezialisiert hat. Jährlich führen die Heidelberger Chirurgen rund 700 solcher Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse, 200 an der Leber durch.

„Dank der großen Erfahrung des gesamten Teams gelingt es uns, auch schwierige Tumoren zu entfernen, die ursprünglich als inoperabel eingestuft wurden und in weniger spezialisierten Zentren nicht behandelt werden können“ so Büchler. 2012 wurde die Klinik von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) als „Exzellenzzentrum für Chirurgische Erkrankungen des Pankreas“ zertifiziert.

Voraussetzung dazu ist neben der Expertise durch eine Mindestzahl an Eingriffen und hoher Behandlungsqualität die interdisziplinäre Vernetzung: Speziell im Bereich der Krebstherapie arbeiten die Chirurgen im Rahmen des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen NCT mit Krebsmedizinern, Strahlentherapeuten, Gastroenterologen, Endokrinologen und Pathologen, sowie Radiologen, Anästhesisten und Intensivmedizinern zusammen.

Im Vortrag stellt Professor Büchler zudem neue Techniken und Operationsverfahren vor, die am Universitätsklinikum bereits Eingang in die klinische Routine gefunden haben. Ein Beispiel ist das sogenannte Leber-Splitting. Ist ein Tumor zu groß, um ihn auf herkömmliche Weise zu entfernen, nutzen die Chirurgen die beachtliche Fähigkeit der Leber zur Regeneration. Sie trennen einen Teil des erkrankten Gewebes von der Blutzufuhr ab.

Die Leber reagiert darauf mit einem Gewebezuwachs in den noch gut durchbluteten, gesunden Bereichen. Wenn dann eine Woche später in einem zweiten Eingriff der erkrankte Leberlappen mit Tumor entfernt wird, können die herangewachsenen Leberbereiche den Gewebeverlust kompensieren, die Leber kann ihre lebenswichtige Funktion weiter erfüllen. Auf diese Weise lassen sich auch bisher inoperable Tumoren entfernen.

Weitere Themen sind operative Verfahren bei Krebserkrankungen der Speiseröhre, der Schilddrüse und des Magens, die am Universitätsklinikum ebenfalls routinemäßig durchgeführt werden.

Weitere Informationen: http://www.medizin-am-abend.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 2.200 Betten werden jährlich rund 118.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und rund 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:

Julia Bird
Referentin Unternehmenskommunikation / Pressestelle
Universitätsklinikum Heidelberg und
Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672 69120 Heidelberg
Tel.: 06221 56-7071
Fax: 06221 56-4544
E-Mail: julia.bird@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

Besuchen Sie das Universitätsklinikum Heidelberg auch bei:
Facebook: http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/facebook
Twitter: http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/twitter
Youtube: http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/youtube

Julia Bird | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken
28.03.2017 | Technische Universität Braunschweig

nachricht Neue Hoffnung für Leberkrebspatienten
24.03.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten