Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikrochip misst Augeninnendruck voll automatisch: Kleiner Hightech-Sensor im Auge hilft Patienten mit Grünem Star

28.05.2015

Der Augeninnendruck oder Intraokulardruck (IOD) ist für die geschätzt knapp eine Million  Glaukompatienten in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Wert, der ihr Leben bestimmt - ganz so wie der Blutzucker beim Diabetiker oder der Blutdruck beim Hypertoniker.

Patienten mit Grünem Star müssen den erhöhten Augeninnendruck daher regelmäßig untersuchen lassen. Doch jede Messung, beispielsweise alle drei Monate in der Praxis des Augenarztes, ist nur eine Momentaufnahme. Der Wunsch nach einer kontinuierlichen Kontrolle ist deshalb groß.

Dessen Erfüllung ist man aber jetzt an der Augenklinik des Universitätsklinikums Knappschaftskrankenhaus Bochum einen beachtlichen Schritt näher gekommen. Mediziner haben hier erste und äußerst positive Erfahrungen mit einem Mikrochip gemacht, der direkt in das Auge eingesetzt wird und dort voll automatisch den Druck registriert und aufzeichnet. Das Verfahren ist unbelastend für den Betroffenen und von einer langen Haltbarkeit.

Weltweit gehört das Glaukom zu den häufigsten Ursachen für eine Erblindung. Um eine Schädigung des Sehnervs zu verhindern, muss der Augeninnendruck gut eingestellt sein, in aller Regel auf Werte unter 20 mmHg.

In den letzten Jahren haben Augenärzte nachgewiesen, dass bei vielen Betroffenen der Intraokulardruck stark schwankt, vor allem nachts, und dass zur Beurteilung, ob eine Therapie erfolgreich ist und ob der Druck stabil ist, im Grunde mehr Messungen - auch nachts - notwendig sind, als in der Praxis üblich.

Mit einem Mikrosensor ist dies jetzt möglich. Das kleine, kaum erbsengroße Implantat wurde, wie Professor Dr. Burkhard Dick, Direktor der Bochumer Augenklinik mitteilt, bereits bei mehreren Patienten eingesetzt, die sich einer Operation des Grauen Stars (Vorsicht: Verwechslungsgefahr mit dem tückischen Grünen Star) unterzogen haben. Bei der Kataraktbehandlung wird die altersbedingt getrübte Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt.

Im Auge ist genügend Platz für den kleinen Sensor, der fortan drahtlos die von ihm fast ununterbrochen gemessenen Augendruckwerte telemetrisch an einen externen Datenspeicher liefert, den der Augenarzt später auswerten kann.

"Mit dieser neuen, nicht invasiven und berührungsfreien Methode kommen wir," so resümiert Prof. Dick, "den Schwankungen des Augendrucks endlich auf die Spur. Wir können jetzt über 24 Stunden analysieren - ohne dass der Patient im Geringsten davon gestört wird - ob die Therapie, also in aller Regel drucksenkende Augentropfen, ausreicht. Für solche 24-Stunden-Messungen mussten die Patienten bislang stationär aufgenommen werden und wurden nachts mehrfach vom diensthabenden Arzt zur Messung geweckt. Jetzt verläuft die Druckkontrolle unbemerkt und ist quasi Teil des Alltags."

Dick erwartet, dass man den Mikrosensor auch in anderem Zusammenhang als mit einer Kataraktoperation implantieren wird. Schon jetzt zeichnet sich eine einfache Form der Datenübermittlung an den Augenarzt ab: vom Augeninneren des Patienten direkt auf das Smartphone.

Weitere Infos gibt es in der Augenklinik unter 0234 / 299-80061.

Bianca Braunschweig M.A.

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fon: +49 (0)234 / 299-84033
Fax: +49 (0)234 / 299-4098
Mail: bianca.braunschweig@kk-bochum.de

Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum GmbH In der Schornau 23-25
D-44892 Bochum
www.kk-bochum.de
www.uk.rub.de 

Bianca Braunschweig | Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum GmbH

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Mikroskopie der Zukunft
22.05.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Markerfreies Verfahren zur Schnelldiagnose von Krebs
22.05.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Quantenverschränkung auf den Kopf gestellt

22.05.2018 | Physik Astronomie

„Spukhafte Fernwirkung“ im Physik-Gebäude: Forscher entwickeln Baustein für Quanten-Repeater

22.05.2018 | Physik Astronomie

Selbstleuchtende Pixel für eine neue Display-Generation

22.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics