Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MHH implantiert weltweit erstmals neue Defibrillator-Generation

10.09.2012
Gerät zur kardialen Resynchronisationstherapie optimiert die Behandlung automatisch und kontinuierlich

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat heute dem ersten Patienten weltweit mit schwerer Herzschwäche ein neuartiges Gerät zur kardialen Resynchronisationstherapie mit Defibrillatorfunktion (CRT-D) eingepflanzt.

Es verbessert die Herzinsuffizienz, indem es auf eine neue Art die Herzkammern stimuliert und so das Herz wieder kräftiger schlagen lässt. Dabei passt es als erstes überhaupt seine Stimulation vollautomatisch und kontinuierlich an die jeweils aktuellen Erfordernisse des Herzens an, was die Bemühungen der Ärzte der MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie um Direktor Professor Dr. Johann Bauersachs in der Behandlung der Herzschwäche weiter unterstützt.

„Der neue Defibrillator mit seiner kontinuierlichen Anpassung der jeweils optimalen Stimulationsform stellt einen weiteren Entwicklungsschritt in der Erfolgsgeschichte der kardialen Resynchronisationstherapie dar“, sagt Professor Bauersachs.

„Bei dem Gerät namens VIVA-CRT-D sind keine aufwändigen Untersuchungen zur Optimierung der Geräteeinstellung mehr nötig, da sich das System minütlich selbst kontrolliert und die Stimulationsform optimiert“, beschreibt Oberarzt PD Dr. Hanno Oswald, die Vorzüge des neuen Systems. Die neue Gerätefamilie des Herstellers Medtronic ist erst im August in Europa zugelassen worden und beinhaltet als entscheidende Neuerung den sogenannten AdaptivCRT-Algorithmus.

Die Wirksamkeit dieses Algorithmus wurde in einer Studie gezeigt, die kürzlich beim europäischen Kardiologenkongress (ESC) in München präsentiert wurde. Mit Hilfe dieses Algorithmus sprachen zwölf Prozent mehr Patienten mit Herzschwäche auf die Resynchronisationstherapie an als in früheren Studien.

Bisher wurden die CRT-Geräteeinstellungen mit Hilfe einer aufwendigen, Herzultraschall-geführten Programmierung optimiert. „Diese Methode berücksichtigt nur die Situation des Patienten während der Messung, anstatt eine kontinuierliche Anpassung an die täglich mehrmals wechselnden Bedingungen des Herzens vorzunehmen“, erläutert Oberarzt PD Dr. Christian Veltmann.

Trotz aller Bemühungen lag die durchschnittliche Ansprechrate der Resynchronisationstherapie nur bei etwa 70 Prozent. Nun erfolgt die Optimierung dagegen vollautomatisch, da der Algorithmus sich kontinuierlich an die Erregungsleitung des Herzens anpasst und so bei der Synchronisation der Herzkammern dem Herzen zusätzlich natürliches Arbeiten ermöglicht. Durch diesen Einsatz konnte eine unnötige Stimulation der rechten Herzkammer um 44 Prozent reduziert und so zusätzlich die Batterielaufzeit des CRT-D-Systems verlängert werden.

Neben dem neuen Stimulationsalgorithmus hat der neue Defibrillator eine Gehäuseform, die den Druck des Implantats auf die Haut im Vergleich zu den meisten anderen CRT-D-Geräten um bis zu 30 Prozent reduzieren kann. Der Hersteller erwartet dadurch eine Verbesserung des Tragekomforts für den Patienten.

Weitere Informationen erhalten Sie bei PD Dr. Christian Veltmann, veltmann.christian@mh-hannover.de, Telefon (0511) 5324666.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Auf die richtige Verbindung kommt es an: Tiefe Hirnstimulation bei Parkinsonpatienten individuell anpassen
22.06.2017 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

nachricht Forschungsprojekt BabyLux: Neues Messinstrument schützt Frühgeborene vor Gehirnschädigungen
12.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive