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Mehr Freiheit für den Chirurgen

13.08.2010
Der Übergang von der konventionellen zur minimalinvasiven Chirurgie stellt einen bedeutenden Trend in der modernen Medizin dar und ist ein Feld, das von ständigen technischen Fortschritten und Innovationen geprägt wird. Mit der Entwicklung einer Endos­kopie der nächsten Generation leistet das Fraunhofer IPA einen wichtigen Beitrag hierzu.

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Die minimalinvasive Chirurgie, die in heutigen Kliniken und Praxen Standard ist, bietet viele Vorteile gegenüber einer konventionellen Behandlung. Sie ist für den Patienten viel schonender und ermöglicht eine schnellere Regenerationszeit. So werden beispielsweise auch Liegekosten reduziert. Außerdem stellt sie den Chirurgen vor neue Herausforderungen.


Sowohl sein Sichtfeld als auch seine Bewegungsfreiheit sind bei einem minimalinvasiven Eingriff stark eingeschränkt. Herkömmliche Endoskope stellen nicht nur ein hygienisches Risiko dar, sondern Kabel und Lichtwellenleiter dieser Endoskope behindern den Chirurgen am Operationstisch. Ein drahtloses Endoskop soll hier Abhilfe schaffen. Das neuentwickelte Endoskopiesystem verschafft dem Chirurgen mehr Bewegungsfreiheit.

Es ist relativ klein, wiegt nur 315 Gramm und ist damit leicht zu führen. Die hochaufgelösten Bilder des Endoskops können über einen Zeitraum von bis zu zwei Stunden ruckelfrei an einen handelsüblichen Computer drahtlos übertragen werden. Das Endoskop verwendet eine LED-Beleuchtung, die einen geringen Stromverbrauch und wenig Wärmeentwicklung gewährleistet. Die Helligkeit ist subjektiv vergleichbar mit einer 75-W-Kaltlichtquelle.

Das derzeitige Funktionsmuster ist noch nicht für den Einsatz im Operationssaal geeignet. Verbesserungspotenzial sehen die Wissenschaftler noch in einem ergonomischeren Design oder der Optimierung der Lichtquelle. Außerdem ist ein Sterilisationskonzept geplant. Darüber hinaus kann auch eine Tip-Chip-Lösung für eine höhere Bildqualität und effektivere Beleuchtung hinzukommen. Auch Fragen nach der Übertragungs- und Ausfallsicherheit der Funkstrecke in der OP-Umgebung sowie zur elektromagnetischen Belas­tung von Chirurg und Patient sind noch offen. Das Fraunhofer IPA ist interessiert an Kooperationspartnern, die diese zukunftsweisende Technologie weiter vorantreiben möchten.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Ing. Jonathan Brix
Telefon +49 711 970-1582 I jonathan.brix@ipa.fraunhofer.de

Hubert Grosser | Quelle: Fraunhofer IPA
Weitere Informationen: www.ipa.fraunhofer.de

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