Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medizinische Großgeräte: Krankheiten früher und besser erkennen

26.02.2010
DFG fördert drei neue Magnetresonanz-Positronenemissionstomographen

Im Rahmen ihrer aktuellen Großgeräteinitiative unterstützt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Anschaffung von drei innovativen 3-Tesla-Magnetresonanz-Positronenemissionstomographen (MR-PET) mit insgesamt über elf Millionen Euro. Die drei Geräte sollen an den Universitätskliniken von München, Essen und Leipzig in Betrieb gehen, die unter zehn Förderanträgen den Zuschlag erhielten.

Die damit geförderte MR-PET-Technik gilt bei der Früherkennung von Tumoren oder Herz- und Kreislauferkrankungen, aber auch in der Hirnforschung als Hybridtechnik mit besonders hohem Erkenntnis- und Anwendungspotenzial. Die erstmalige Kombination beider Verfahren in einem Gerät macht es möglich, die Struktur und physiologische Beschaffenheit von Organen, Tumoren oder Gefäßwänden sowie deren molekulare Eigenschaften und Stoffwechselfunktionen gleichzeitig darzustellen. Auf diese Weise sollen Krankheiten wie Herzinfarkt oder Krebs, Alzheimer oder Parkinson leichter und genauer identifiziert und ihr Verlauf besser beobachtet werden.

Auch die Qualität der PET-Bilder wird nach Ansicht von Experten durch das Hybridgerät deutlich verbessert. Zudem reduziert der zeitgleiche Einsatz die Behandlungsdauer erheblich und verursacht weniger Strahlenbelastung. So kann MR-PET nicht nur erheblich öfter eingesetzt werden, sondern kommt auch für junge und jüngste Patienten in Frage, bei denen sich eine erhebliche Strahlenbelastung im Wachstumsalter verbietet.

In Deutschland stehen bisher nur zwei MR-PET-Geräte zur Durchleuchtung des menschlichen Gehirns, die für methodische Entwicklungen, weniger für den klinischen Einsatz geeignet sind. Durch die DFG-Großgeräteinitiative sollen im Gegensatz dazu Ganzkörperscanner getestet werden, die auch für den klinischen Alltag relevant werden können. Dabei geht es vorrangig darum, den Nutzen und die Möglichkeiten der neuartigen MR-PET-Technologie auszuloten. Dazu soll der High-Tech-Scanner im Zuge der Erprobung seiner klinischen Einsatzmöglichkeiten immer weiterentwickelt werden. Für die effektive synchrone Nutzung beider Technologien in einem Gerät braucht es eine völlig neue PET-Technologie, die gerade erst entwickelt wird. Für das gute Zusammenspiel des MR- und des PET-Teils werden die ersten Anwender noch erhebliche Pionierarbeit leisten müssen. Weltweit werden mit großer Spannung die ersten klinischen Ergebnisse der bald verfügbaren MR-PET-Geräte erwartet; sie könnten nun durchaus aus Deutschland kommen.

Bei den nunmehr geförderten Standorten München, Essen und Leipzig überzeugten die unabhängigen Gutachterinnen und Gutachter der DFG nicht nur die schlüssigen Konzepte und die gute Vernetzung der Universitätskliniken, sondern auch die mit der Einwerbung verbundenen Forschungsvorhaben sowie die Möglichkeit, die MR-PET-Großgeräte im Rahmen bereits laufender DFG-Forschungsprojekte testend einzubinden. Nicht zuletzt wurde auch, wie bei Großgeräteinitiativen der DFG üblich, ein regelmäßig stattfindender Erfahrungsaustausch vereinbart, der alle Ganzkörper-MR-PET-Standorte einschließt, unabhängig von der Finanzierungsart.

Weiterführende Informationen
Ansprechpartner in der DFG:
Dr. Christian Renner, Gruppe Wissenschaftliche Geräte und Informationstechnik, Tel. +49 228 885-2324, Christian Renner@dfg.de

Dr. Thomas Köster | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de

Weitere Berichte zu: DFG Großgerät MR-PET MR-PET-Geräte Strahlenbelastung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Auf die richtige Verbindung kommt es an: Tiefe Hirnstimulation bei Parkinsonpatienten individuell anpassen
22.06.2017 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

nachricht Forschungsprojekt BabyLux: Neues Messinstrument schützt Frühgeborene vor Gehirnschädigungen
12.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive