Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Masterstudenten entwickeln Sensor zur Erfassung von Keimen in Liquor-Kathetern

29.02.2012
Liquor-Katheter kommen bei Patienten mit Hirntraumata, Hirntumor oder Hirnblutungen zum Einsatz, um den durch erhöhte Flüssigkeitsmenge entstandenen Druck zu reduzieren.

Die gestaute Gehirnflüssigkeit wird dabei mit Hilfe von Schläuchen in Drainagebeuteln abgeführt. Über die Drainagen gelangen aber auch Keime ins Gehirn und können zu lebensgefährlichen Komplikationen führen.


Innerhalb des weißen Kästchens binden sich die immunomagnetischen Mikrokugeln an die Bakterien, werden mittels eines Magneten in den Fokus eines Laserstrahls gezogen, mit dem Laser (rechts) sichtbar gemacht und mit einem Photo-Detektor erfasst. Auf dem Foto fehlt der Schlauch, durch den die Gehirnflüssigkeit fließt. Foto: Carlos Albuquerque/Hochschule Niederrhein

Masterstudierende der Hochschule Niederrhein haben jetzt unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Büddefeld und Dr. Peter Klauth einen Sensor entwickelt, der Keime in Liquor-Kathetern aufspüren soll und diese automatisch meldet.

Damit komme die Hochschule Niederrhein der Forderung der High-Tech-Strategie der Bundesregierung 2020 nach, Präventivforschung zu stärken, sagte Peter Klauth bei der internen Vorstellung des Projekts. Zugleich wies er auf die Relevanz der Forschungsergebnisse hin: „18.500 Menschen sterben jährlich in Europa an Katheter-Implikationen durch Verkeimung.“ Das seien zehn Prozent der Patienten, die mittels einer Katheter-Drainage therapiert werden.

Neurochirurgen der Beta-Klinik in Bonn und der Universitätsklinik Essen waren vor 12 Monaten an die Wissenschaftler des iNano-Instituts der Hochschule Niederrhein herangetreten. Ihnen schwebte ein einfaches Messsystem vor, das an die Katheterbeutel angeklickt werden soll. Die Masterstudierenden entwickelten daraufhin das Modell für ein solches Verfahren: einen immunomagnetisch optischen Biosensor zur Erfassung mikrobieller Kontaminationen in Liquor-Kathetern. Für die Weiterentwicklung des Sensor-Systems zum Prototypen hat die Hochschule Niederrhein einen Fördermittelantrag beim Bundesministerium für Bildung und Forschung gestellt.

Für die Studierenden ging es bei dem Projekt zunächst darum, die Keime detektierbar zu machen. Das geschieht über Antikörper, die mit speziellen Farbstoffen des iNano markiert und mit einer Spritze in den Liquor gegeben werden. Dort binden sie sich an die Keime, falls diese vorhanden sind, und leuchten. Immunomagnetische Mikrokugeln (Beads) binden ebenfalls an die Bakterien. Die Beads mit markierten Bakterien werden dann magnetisch an eine spezielle Optik gezogen. Mittels eines Lasers werden die Bakterien auf diese Weise sichtbar gemacht und mit einem Photo-Detektor genau erfasst. Innerhalb weniger Mikrosekunden führt der Photo-Detektor Messungen durch und meldet diese über eine Netzwerkverbindung an die Zentrale der Intensivstation. Für das Krankenhauspersonal soll auf diese Weise auf einen Blick erkennbar sein, ob sich in einem Liquor-Katheter Keime befinden.

Zehn Masterstudierende des Fachs Informations- und Kommunikationstechnik hatten drei Monate lang an dem Sensor gearbeitet. Dabei gingen sie das Projekt wie ein Entwicklungsteam in der Industrie an und bildeten verschiedene Themengruppen. Einmal wöchentlich standen ihnen Jürgen Büddefeld und Peter Klauth zur Verfügung, um weitere Fragen zu klären. „Der Katheterguard hat ein hohes Marktpotenzial“, sagte Peter Klauth. Wichtig sei, dass er einfach und schnell vom ärztlichen Personal zu bedienen sei und dabei zuverlässige Ergebnisse liefere. Ein solches Produkt sei für die rund 130 deutschen Kliniken mit Neurochirurgie interessant. Ob der Katheterguard tatsächlich eines Tages zur Marktreife gelangen wird, hängt jetzt davon ab, ob der Förderantrag erfolgreich ist.

Pressekontakt: Dr. Christian Sonntag, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule Niederrhein, Tel.: 02151 822-3610; E-Mail: christian.Sonntag@hs-niederrhein.de

Dr. Christian Sonntag | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Deutschlandweit erstes Gerät für hoch fokussierten Ultraschall bei Tremor und Parkinson
11.04.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Nuklearmedizinische Herzuntersuchungen – Neue Techniken, größere Präzision
09.04.2018 | Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics