Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Markteinführung: Erster weltweiter klinischer Einsatz der neuen Sorin Group C5 Herz – Lungen – Maschine

22.10.2009
Die Markteinführung einer neuen Herz – Lungen – Maschine (HLM) bedarf gewisser Kriterien, unter anderem auch der klinischen Erprobung.

Die Kardiotechniker der Kerckhoff-Klinik hatten die Gelegenheit, die ersten praktischen Erfahrungen mit der Sorin C5 Herz – Lungen – Maschine der Firma Sorin Group im Rahmen einer Evaluation zu sammeln und die Ergebnisse im Rahmen der Sitzung des European Board of Cardiovascular Perfusion in Wien zu präsentieren.

Ziel dieser klinischen Evaluation war die Überprüfung der Herz-Lungen-Maschine C5 im täglichen klinischen Einsatz, mit Schwerpunkt auf Bedienung, Ergonomie und den letzten technischen Neuerungen.

Zu diesem Zweck haben wurde die C5 in der Kerckhoff-Klinik bei insgesamt 26 herzchirurgischen Operationen eingesetzt. Das Operationspektrum erstreckte sich von der einfachen Bypassoperation mit einer Perfusionsdauer von 33 Minuten bis zu einer sehr komplexen pulmonalen Endarterektomie mit Gesamtperfusionsdauer von 210 Minuten. In keiner der durchgeführten Operationen kam es zu technischen Problemen oder Ausfällen. Die C5 überzeugte durch ihren logischen Aufbau und ihr intuitives Bedienkonzept.

Die C5 stellt die Nachfolge der jahrelang bewährten und allseits beliebten Stöckert SC dar, die ursprünglich für den asiatischen Markt konzipiert war, jedoch auch weltweit großen Anklang fand. Bei der C5 handelt es sich ebenso wie bei der SC um eine nichtmodulare Herz – Lungen – Maschine mit einer vorgegeben Pumpen-konfiguration. Standen bei der SC noch insgesamt fünf Pumpenköpfe zur Verfügung, nämlich drei große Rollenpumpen und eine Doppelkopfpumpe, so sind es bei der C5 jetzt nur noch vier. Hierbei handelt es sich um zwei außen angeordnete große Rollenpumpen und zwei mittig angeordnete kleine Rollenpumpen.

Die Pumpenköpfe sind symmetrisch im Konsolengehäuse angeordnet und die Pumpenköpfe können ohne größeren Aufwand gedreht werden (Großer Pumpenkopf 180°, kleiner Pumpenkopf 240°, beide in 15° Schritten).

Dies ermöglicht eine hohe Flexibilität bei der Konfiguration der C5. Oxygenator, Reservoir und weiteres Zubehör kann sowohl rechtsseitig als auch linksseitig am optionalen seitlichen Mast angebracht werden.

Das Bedienkonzept funktioniert auf dem Prinzip der Stöckert S5. Alle Einstellungen werden über Touchscreens vorgenommen. Dies war für an die SC gewöhnte Kardiotechniker zunächst umstellungsbedürftig, da die Überwachungsfunktionen bislang über einen Druck auf die entsprechende Taste am Bedienfeld zu aktivieren waren. Das Bedienfeld für die Überwachungsfunktionen befindet sich horizontal unterhalb der großzügig gestalteten Ablage und beinhaltet insgesamt vier Touchscreens. Das System- Panel befindet sich in Augenhöhe des Bedieners, es ist gut abzulesen und leicht zu bedienen. Alarme und Hinweise werden optisch wie auch akustisch angezeigt. Die einzelnen Monitore können bezüglich der Belegung mit den entsprechenden Parametern einzeln konfiguriert werden.

In der zur Verfügung stehenden Version der C5 waren neben den Standardparameter wie Druck (Arteriell / Kardioplegie), Levelsensor, Temperaturen, Timer, Luftblasensensor (Arterielle Linie / Kardioplegielinie) auch eine Fernsteuerung für das Hypothermiegerät und eine Kardioplegiesteuerung installiert. Die Kardioplegiesteuerung ist im Vergleich zur SC vereinfacht worden. Es kommt die gleiche Version der Kardioplegiesteuerung zum Einsatz, die auch in der S5 Verwendung findet. Diese ermöglicht eine manuelle sowie volumenkontrollierte Kardioplegiegabe. Eine zeitgesteuerte Triggerung der entsprechenden Kardioplegiepumpen steht leider nicht mehr zur Verfügung, dies stellte sich in der Praxis jedoch nicht als Nachteil dar.

Die Bedienung der einzelnen Pumpen erfolgt über Drehknöpfe sowie Touchscreen, die entsprechend der Anordnung der Pumpen auf dem leicht geneigten Gehäuse angebracht sind.

Einstellungen wie Schlauchgröße, Drehrichtung oder Feinabstimmung der Pumpe werden über das Menü mittels Touchscreen der einzelnen Pumpe eingestellt.

Eine Neuerung gegenüber der SC ist die Möglichkeit der Systemerweiterung der C5 mittels Mastpumpen, Zentrifugalpumpe, elektrischer arterieller Klemme und elektrischen venösen Okkluder. Hierzu stehen an der C5 insgesamt 6 Steckplätze zur Verfügung, die mit dem entsprechenden Pumpen bzw. Zubehör belegt werden können. Damit kann man die C5 an seine individuellen Bedürfnisse anpassen, bei der SC war dies nur eingeschränkt möglich.

Die C5 hat die Kardiotechniker in der Praxis überzeugt. Solide Verarbeitung, intuitive Bedienung, gute Ablesbarkeit der einzelnen Parameter und eine gute Arbeitsergonomie machen das Arbeiten an und mit der Herz – Lungen – Maschine einfacher und lassen Zeit sich um das Wesentliche zu kümmern : Die Perfusion des Patienten.

Verfasser:
M. Wollenschläger, H. Jung, Kerckhoff – Klinik gGmbH Bad Nauheim
Weitere Informationen erhalten Sie über die Verfasser.
Kontakt:
Marc Wollenschläger
Kerckhoff – Klinik gGmbH
Abteilung für Kardiotechnik
Benekestraße 2 – 8
61231 Bad Nauheim
kardiotechnik@kerckhoff-klinik.de

Christiane Brandt | Kerckhoff Klinik
Weitere Informationen:
http://www.kerckhoff-klinik.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Fraunhofer IGB wirkt bei Gestaltung des europäischen Fahrplans für Organ-on-a-Chip-Technologie mit
14.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

nachricht Entwicklung modernster Navigationssysteme für die Gefäßchirurgie
06.11.2017 | Universität zu Lübeck

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie