Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Magnet steuert Kapsel mit Kamera durch den Magen

05.11.2010
Siemens und Olympus Medical Systems Corporation haben eine neue Technologie entwickelt, mit der Magenspiegelungen für den Patienten wesentlich angenehmer werden.

Der Patient schluckt ein Endoskop in Kapselform, das der Arzt von außen per Joystick über eine Magnetsteuerung durch den Magen navigiert. Die Kapsel überträgt hochauflösende Bilder des Mageninneren drahtlos auf ein Bildverarbeitungssystem, an dem der Arzt sie sofort betrachten kann. Die Ergebnisse einer ersten Machbarkeitsstudie sind im Fachjournal Endoscopy beschrieben.


Das System wurde jetzt auf der United European Gastroenterology Week in Barcelona als Modell in Originalgröße gezeigt.

Der von Siemens und Olympus entwickelte Prototyp eines magnetgesteuerten Kapselendoskops (MGCE Magnetically Guided Capsule Endoscopy) besteht aus einer Magnetsteuerung, einem Bildverarbeitungs- und Steuerungsinformationssystem und dem Kapsel-Endoskop. Das Magnetsystem und die Steuerung des Joysticks haben Forscher von Corporate Technology mitentwickelt, die Kamera ist von Olympus.

Der Patient schluckt die Kapsel mit Wasser und wird so positioniert, dass sich sein Magen samt Kapsel im Zentrum eines Magnetfeldes befindet. Der Magnet erzeugt in Echtzeit variierende Magnetfelder zur Navigation der Kapsel. Mit dem Magnetfeld kann der Arzt die Kapsel im Magen des Patienten per Joystick steuern. Die Kameras an beiden Enden der Kapsel übertragen Bilder des Mageninneren per Funk an das Bildverarbeitungssystem und der Arzt kann die Aufnahmen dann an einem Monitor betrachten. Das Kapselendoskop selbst ist etwa 31 Millimeter lang und elf Millimeter dick.

Eine Machbarkeitsstudie am renommierten Institut Arnault Tzanck in Saint Laurent du Var in Frankreich belegt, dass MGCE funktioniert und exakte Ergebnisse bei Magenuntersuchungen liefert. Mit der neuen Methode könnten endoskopische Untersuchungen patientenfreundlicher und ohne Sedierung durchgeführt werden. Insgesamt zeigten sich im Rahmen der Studie bei den mehr als 50 untersuchten Personen insgesamt 30 krankhafte Veränderungen (Läsionen) im Magen. Davon wurden 14 Läsionen sowohl mit der Kapsel als auch mit dem konventionellen Gastroskop entdeckt, zehn nur mithilfe der Kapsel und sechs nur mit dem Gastroskop.

93 Prozent der untersuchten Personen empfanden die neue Untersuchungsmethode als angenehm, 89 Prozent fiel das Schlucken der Kapsel leicht, alle Befragten würden künftig eine Untersuchung mit der magnetgesteuerten Kapsel einer klassischen Gastroskopie vorziehen. (IN 2010.11.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Herzforschung - Neue Katheterklappe in Tübingen entwickelt
16.01.2017 | Universitätsklinikum Tübingen

nachricht Fernüberwachung bei Herzschwäche kann Klinikaufenthalt ersparen
09.01.2017 | Universitäts-Herzzentrum Freiburg - Bad Krozingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik