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Labortrends - ein Ausblick Fachsymposium + Werksbesichtigung bei WALDNER Laboreinrichtungen

01.12.2010
Gut 130 Teilnehmer aus dem In- und Ausland - Laborplaner, Architekten und Laborleiter aus Forschung und Industrie - konnte WALDNER Laboreinrichtungen-Geschäftsführer Konrad Kreuzer in Isny begrüßen. Nach dessen einführenden Worten zum Thema und dem geplanten Ablauf des zweitägigen Symposiums erläuterte Christian Kern, ebenfalls von der Firma Waldner, die unterschiedlichen Möglichkeiten der Medienversorgung im Labor. Der Referent ging auf die jeweiligen Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Systeme ein und wies darauf hin, dass die Nutzung eines Labors heutzutage einer wesentlich größeren Dynamik unterliegt als früher. Das hängt zum einen damit zusammen, dass die Projektlaufzeiten in der Forschung immer kürzer werden und die Laboreinrichtung daher häufig verändert werden muss. Zum anderen stellt die heute übliche Interdisziplinarität der Arbeitsgruppen wesentlich mehr Anforderungen an die Laborausstattung, als dies früher der Fall war. "Laborplaner und -Einrichter müssen Konzepte anbieten können, die nicht nur umwelt- und kostenbewusst sind, sondern auch der von den Kunden geforderten Flexibilität Rechnung tragen", betonte Kern.
Virtuelle Laborbesichtigung
Thomas Habscheid-Führer von Carpus + Partner erläuterte, wie in seiner Firma Laborplanungsprojekte durchgeführt werden und was hierbei beachtet werden sollte. Unter anderem beleuchtete er die Möglichkeiten, die moderne Software bereits heute und in naher Zukunft bei der Projektentwicklung bietet. Absolutes Highlight in dieser Beziehung ist zweifellos die Visualisierung des am Computer geplanten Labors in einer sogenannten "Cave": Mit einer Spezialbrille auf der Nase bewegt sich der angehende Laborbetreiber in einem virtuellen Raum, das heißt, er kann sein Labor bereits "begehen", noch ehe es überhaupt existiert. Eventuelle Versäumnisse in der Planung lassen sich so schnell erkennen, zumal mit diesem System mehrere Alternativen "getestet" werden können. Die Cave funktioniert folgendermaßen: Die vom Computer anhand des gespeicherten Bauplans errechnete dreidimensionale Szene wird mittels Beamern auf Decke, Boden und Wände der Cave projiziert. Das System erfasst zudem die Bewegungen des Betrachters in diesem Raum, so dass es stets in der Lage ist. die jeweils aktuelle Szene virtuell darzustellen und in Verbindung mit der Spezialbrille des Betrachters einen perfekten räumlichen Eindruck zu vermitteln.
Rückzugs-Räume
Projekttrends in Deutschland und Europa stellte Klaus Söhngen von der Firma eretec vor. Flexibilität im Labor werde zunehmend durch Einteilung der Flächen in verschiedene Zonen geschaffen: Abgetrennte Schreib- und Auswertebereiche, Gerätestellflächen mit Einhausungen, Gerätepools sowie Probenvorbereitungsbereiche sind Beispiele für solche Zonen. Zudem müsse auch der Faktor Mensch bei der Laborplanung berücksichtigt werden: "Großzügige Flächen in Großraumlabors haben sich zum Teil als problematisch erwiesen", erläuterte der Fachmann für Laborplanung, "denn sie bieten dem Personal keine Rückzugsmöglichkeiten, was zu Spannungen untereinander führen kann."
Einen weiteren aktuellen Trend, den Söhngen ansprach, ist die Projektierung von Labors, die nur mit den wichtigsten Grundelementen ausgerüstet sind - quasi eine Gebäudehülle mit Medienversorgung. Diese Spartanität, so der Referent, werde insbesondere bei Vermietobjekten und Universitätslabors angestrebt, um diese erst später dem Bedarf entsprechend einrichten zu können. Apropos Medienversorgung: Von der Decke abgehängte Mediensäulen sind nach Aussage Söhngens momentan "der Renner". Am zweithäufigsten nachgefragt würden Medienflügel.
Ökologisch planen
Welche Faktoren bei der Planung ökologischer Laborstrukturen eine Rolle spielen, beleuchtete Bernd Schoeler, Produktmanager Laborraumregelung bei Waldner. Er stellte insbesondere die Wichtigkeit einer optimierten Grundlüftung in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Die Lüftung muss einerseits einen sicheren Betrieb des Labors gewährleisten, andererseits aber auch möglichst wenig Energie verbrauchen. Sinnvoll sei eine bedarfsgerechte, d.h. variable Lüftung, die zudem über Nacht "heruntergefahren" werden kann. Um möglichst wenig Abwärme im Labor freizusetzen, sollten entsprechende Arbeiten in Abzüge verlagert oder zumindest mobile Absaugvorrichtungen eingesetzt werden. Wichtig, so Schoeler, sei auch das Vermeiden von Totzonen für eine optimale Raumdurchströmung.
Moderne Fließfertigung
Wie bereits die hier vorgestellten Referate zeigen, sind Kunden von Laboreinrichtungsherstellern heute wesentlich anspruchsvoller als noch vor einigen Jahren. Gefragt ist weniger das Produkt "von der Stange", als vielmehr die individuelle Problemlösung bei dennoch schnellen Lieferzeiten. Um dieser Entwicklung Rechnung tragen zu können, hat Waldner 2010 in Wangen eine neue Produktionshalle in Betrieb genommen, die die Teilnehmer des Symposiums besichtigen konnten. Auf einer modernen Fertigungsstraße mit Leitstand werden hier Labormöbel produziert, wie man es beispielsweise von der Automobilfertigung her kennt: Individuell ausgestattete Modelle lassen sich am Fließband direkt hintereinander montieren. Damit hat Waldner den Wandel von der Fertigung in Losen hin zur schnellen, flexiblen Fließfertigung vollzogen und sich von der bisherigen "Werkstattfertigung" verabschiedet.

| LABO
Weitere Informationen:
http://www.labo.de/labortechnik/Labortechnik---Labortrends---ein-Ausblick--p---p-Fachsymposium---Werksbesichtigung-bei-WALDNER-Laborein

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