Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krebsdiagnose und Werkstoffprüfung mit Licht

10.01.2011
RWTÜV Stiftung fördert Bochumer Forschungsprojekt.

Hautkrebs in einem frühen Stadium erkennen zu können, ohne Gewebeproben nehmen zu müssen – das ist das Ziel eines Forschungsvorhabens Bochumer Hochschulen.

Gemeinsam mit Forschern der Ruhr- Universität Bochum (RUB) entwickelt ein Team an der Technischen Fachhochschule (TFH) Georg Agricola ein neues Verfahren der optischen Kohärenztomographie (englisch Optical Coherence Tomographie – OCT), das berührungslose Substanzuntersuchungen ermöglicht. Das Forschungsprojekt ist Anfang dieses Jahres in eine neue Projektphase getreten und wird von der RWTÜV Stiftung für die Dauer von 3 Jahren weiter gefördert.

Die optische Kohärenztomographie ist ein modernes Verfahren der Bildgebung, d.h. der Visualisierung von Messergebnissen, mittels Licht. In vielen medizinischen Disziplinen werden OCT-Systeme bereits eingesetzt, ihr Nutzen ist jedoch oftmals noch limitiert, weil Licht in biologischem Gewebe stark gestreut wird. Das Forschungsprojekt basiert auf der Idee, die OCT-Bildgebung mit den Möglichkeiten der Spektroskopie (der Lichtanalyse) zu kombinieren (S-OCT), um so neben der Erfassung von Strukturen auch Substanzen erkennen zu können.

In der Spektroskopie wird Licht in seine einzelnen Farben zerlegt. Über charakteristische Muster dieses Lichtspektrums lässt sich auf die Substanzen schließen, die in einem Objekt vorhanden sind („spektroskopischer Fingerabdruck“ der Substanz). Mittels S-OCT könnten so beispielsweise Hauttumore und deren Ausdehnung zuverlässiger diagnostiziert werden, als es mit bisherigen Untersuchungsmethoden möglich ist.

In einem ersten Forschungsprojekt, das von 2008 bis 2010 lief, wurde das grundlegende Verfahren des „spektroskopischen Fingerabdrucks“ bereits erfolgreich getestet („proof of principle“). Im aktuellen Nachfolgeprojekt soll das Verfahren weiterentwickelt werden, um konkrete Anwendungen in der medizinischen Krebsdiagnostik zu ermöglichen. S-OCT kann aber auch in den Materialwissenschaften oder der Geologie zur zerstörungsfreien Prüfung von Werkstoffen oder Mineralien eingesetzt werden.

Das Forschungsprojekt wird in enger Kooperation zwischen dem Lehrstuhl für Photonik und Terahertztechnologie der Ruhr- Universität Bochum (Professor Dr. Martin Hofmann) und der TFH Georg Agricola (Professor Dr. Hubert Welp, Professor für Angewandte Informatik) bearbeitet, die sich angesichts der Vielfalt der Aufgaben durch ihre komplementären Kompetenzen ideal ergänzen. Während an der RUB die physikalischen Grundlagen der S-OCT erforscht werden, widmet sich das Forscherteam um Professor Welp an der TFH den informationstechnischen Aufgaben bei der Signalanalyse, Bildverarbeitung und Mustererkennung. Die RWTÜV Stiftung fördert im Rahmen des Projekts unter anderem auch die Promotion des TFH-Absolventen Volker Jaedicke an der RUB.

„Ich freue mich sehr über die Unterstützung unseres Projekts durch die RWTÜV Stiftung. Damit können wir wertvolle neue Diagnoseverfahren für die Krebsforschung entwickeln. Außerdem gibt es uns die Möglichkeit, ambitionierte Studierende im Rahmen ihres Fachhochschulstudiums auch an anspruchsvollen Forschungs- und Entwicklungsaufgaben heranzuführen.“, äußerte sich Professor Welp.

Stephan Düppe | idw
Weitere Informationen:
http://www.tfh-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Neues DaVinci-OP-System: Universitätsmedizin Mainz erweitert Spektrum an robotergestützten OP´s
03.02.2017 | Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Deutschlandweit erste Installation: Kompakter Roboter assistiert bei MRT-geführter Prostatabiopsie
02.02.2017 | Universitätsklinikum Leipzig AöR

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie