Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krankhaftes Bauchwasser: Pumpe schafft Abhilfe

13.12.2012
Mehr Lebensqualität für Leberzirrhose-Patienten: MHH-Ärzte haben erstmals Minipumpe eingesetzt, die Wasser vom Bauch in die Blase pumpt

Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben erstmals zwei Leberzirrhose-Patienten mit krankhaftem Bauchwasser je eine Minipumpe eingesetzt, die das Wasser in die Blase pumpt.

Diese drei mal vier Zentimeter kleine so genannte „Alpha-pump“ implantierten sie am rechten Rippenbogen unter die Haut. Durch einen Schlauch saugt sie alle zehn bis 15 Minuten bis zu 15 Milliliter Bauchwasser an und pumpt es in die Blase.

„Bisher müssen sich solche Patienten ein bis zweimal pro Woche im Krankenhaus sechs bis sieben Liter Wasser per Punktion absaugen lassen. Das belastet ihren Kreislauf sehr, birgt Infektionsgefahren, verursacht Nierenfunktionsverluste und ist ein hoher Kostenfaktor für das Gesundheitssystem“, sagt Dr. Elmar Jäckel, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, die Professor Michael P. Manns leitet.

Die Operationen fanden am 6. Dezember statt, operiert haben die Chirurgen Privatdozent Dr. Frank Lehner und Dr. Nicolas Richter aus der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, die Professor Dr. Jürgen Klempnauer leitet. Den Patienten geht es gut. Seit Implantation der Pumpe musste keine Punktion zur Entlastung des Bauchwassers durchgeführt werden. Weltweit erhielten bisher rund 70 Patienten eine solche Pumpe.

„In Deutschland leiden viele Patienten mit fortgeschrittener Leberzirrhose an Aszites. Sie haben häufig Probleme mit dem Atmen und dem Essen, weil ihnen das Wasser buchstäblich bis zum Halse steht“, sagt Dr. Jäckel.

Das Bauchwasser entsteht aufgrund von Bluthochdruck vor der Leber, den fast jeder Leberzirrhose-Patient entwickelt. Wenn Entwässerungs-Medikamente nicht helfen, kann TIPS angewendet werden – ein „Transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Shunt“. Bei dieser Methode wird ein Teil des Blutes an der Leber vorbei ungefiltert direkt in den großen Blutkreislauf geleitet.

„Doch bei Patienten, die häufig und schnell ermüden, kann TIPS nicht eingesetzt werden, da dabei unentgiftetes Blut im Gehirn ankommt und die Gefahr besteht, dass sich die Müdigkeit verschlimmert oder sie sogar ins Koma fallen“, sagt Dr. Jäckel. Auch bei Herzkranken bietet TIPS keine Option, da ihr Herz die größere Menge Blut, die am Herzen ankommt, nicht pumpen kann.

Für diese Patienten bietet sich die „Alpha-pump“ an. Im Jahr 2013 wollen die MHH-Ärzte 25 bis 30 Leberzirrhose-Patienten mit einer solchen Pumpe versorgen. Sie wollen zudem prüfen, ob diese Methode auch für Patienten anwendbar ist, die Bauchwasser aufgrund eines Tumors haben – zum Beispiel ein Ovarialkarzinom.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Dr. Elmar Jäckel, Telefon (0511) 9513, jaeckel.Elmar@mh-hannover.de

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Mehr Luft bei Herzmuskelschwäche
04.05.2016 | Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität

nachricht Computervisualisten entdecken Herzfehler durch Fließmuster des Blutes
29.04.2016 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sei mit STARS4ALL dabei, wenn Merkur vor die Sonne wandert

2012 war es die Venus, in diesem Jahr ist der Planet Merkur dran, vor der Sonne zu passieren. Für fast acht Stunden werden wir am 9. Mai 2016 die Möglichkeit haben, den Planeten Merkur als kleinen schwarzen Punkt auf der Oberfläche der Sonne durchziehen zu sehen. Das EU-Projekt STARS4ALL, an dem auch das IGB beteiligt ist, wird in Zusammenarbeit mit www.sky-live.tv das Phänomen von Teneriffa und von Island aus live übertragen. STARS4ALL bietet dazu Bildungsmaterial für Schüler an.

Am 9. Mai 2016, um die Mittagszeit, wird der Planet Merkur anfangen, die Scheibe der Sonne zu kreuzen; eine Reise, welche über sieben Stunden dauern wird.

Im Focus: MICROSCOPE sendet

Am Montag, 2. Mai 2016, erreichte die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen die erste Erfolgsmeldung von ihrem Forschungs-Satelliten. Per Videoübertragung waren sie zugeschaltet, als die französischen Kollegen das Experiment an Bord von MICROSCOPE (MICRO Satellite à traînée Compensée pour l'Observation du Principe d'Equivalence) initialisierten und das Messinstrument die ersten Testdaten übermittelte. Damit ist der wichtigste Meilenstein der Testphase erreicht, bevor sich herausstellt, ob Einsteins Relativitätstheorie auch nach dieser Satellitenmission noch Bestand haben wird.

“#TSAGE @onera_fr is on. The test masses have been released and servo looped!!!! Great all green“ lautet die Twitter-Nachricht der französischen Partner, die...

Im Focus: Genauester Spiegel der Welt bei European XFEL in Hamburg eingetroffen

Der vermutlich präziseste Spiegel der Welt ist bei European XFEL in der Metropolregion Hamburg eingetroffen. Der 95 Zentimeter lange Spiegel ist ein wichtiges Bauteil des Röntgenlasers, der 2017 in Betrieb gehen soll. Auf den ersten Blick sieht er einem normalen Spiegel durchaus ähnlich, ist jedoch extrem flach und glatt. Die größten Unebenheiten auf seiner Oberfläche haben eine Dimension von gerade einmal einem Nanometer, einem milliardstel Meter. Diese Präzision entspräche einer 40 Kilometer langen Straße, deren maximale Unebenheit gerade einmal so groß ist wie der Durchmesser eines Haars.

Der Röntgenspiegel ist der erste von mehreren, die an unterschiedlichen Stellen der Anlage zum Spiegeln und Filtern des Röntgenlaserstrahls eingebaut werden....

Im Focus: Erste Filmaufnahmen von Kernporen

Mithilfe eines extrem schnellen und präzisen Rasterkraftmikroskops haben Forscher der Universität Basel erstmals «lebendige» Kernporenkomplexe bei der Arbeit gefilmt. Kernporen sind molekulare Maschinen, die den Verkehr in und aus dem Zellkern kontrollieren. In ihrem kürzlich in «Nature Nanotechnology» publizierten Artikel erklären die Forscher, wie bewegliche «Tentakeln» in der Pore die Passage von unerwünschten Molekülen verhindern.

Das Rasterkraftmikroskop (AFM) ist kein Mikroskop zum Durchschauen. Es tastet wie ein Blinder mit seinen Fingern die Oberflächen mit einer extrem feinen Spitze...

Im Focus: Nuclear Pores Captured on Film

Using an ultra fast-scanning atomic force microscope, a team of researchers from the University of Basel has filmed “living” nuclear pore complexes at work for the first time. Nuclear pores are molecular machines that control the traffic entering or exiting the cell nucleus. In their article published in Nature Nanotechnology, the researchers explain how the passage of unwanted molecules is prevented by rapidly moving molecular “tentacles” inside the pore.

Using high-speed AFM, Roderick Lim, Argovia Professor at the Biozentrum and the Swiss Nanoscience Institute of the University of Basel, has not only directly...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Berlin beginnt heute

04.05.2016 | Veranstaltungen

UFW-Fachtagung im Vorzeichen von Big Data und Industrie 4.0

03.05.2016 | Veranstaltungen

analytica conference 2016 in München - Foodomics, mehr als nur ein Modebegriff?

03.05.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Beim Laden von Lithium-Luft-Akkus entsteht hochreaktiver Singulett-Sauerstoff

04.05.2016 | Energie und Elektrotechnik

Sei mit STARS4ALL dabei, wenn Merkur vor die Sonne wandert

04.05.2016 | Physik Astronomie

Mehr als eine mechanische Barriere - Epithelzellen kämpfen aktiv gegen das Grippevirus

04.05.2016 | Biowissenschaften Chemie