Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Knieschäden: Nasenknorpel heilen kaputte Gelenke

04.09.2014

Neues Transplantationsverfahren erfolgreich bei Patienten durchgeführt

Nasenknorpel können geschädigtes Kniegewebe ideal ersetzen, wie eine neue Studie des Universitätsspitals Basel http://unispital-basel.ch zeigt. Das Team um Ivan Martin hat bereits bei neun Patienten Transplantationen vorgenommen. Knorpel haben - anders als viele andere Teile des Körpers - nur eine sehr eingeschränkte Fähigkeit zur Regeneration. Sportunfälle oder Stürze können zu einem Knorpelverlust führen. Es kann jedoch auch durch Krankheiten wie Arthrose zu einer Degeneration kommen. Therapien sind oft nur eingeschränkt möglich.


Knie-OP: Transplantation von Nasenknorpeln

(Foto: pixelio.de, Lothar Wandtner)

Erste Experimente mit Ziegen

Knorpelzellen aus der Nasenscheidewand sind für ihre Fähigkeit bekannt, neue Knorpelmasse zu bilden. Es war jedoch nicht klar, ob das Gewebe aus der Nase mit einem Gelenk aus einem anderen Teil des Körpers übereinstimmen würde. Die Wissenschaftler haben Tests mit Zellen aus der Nasenscheidewand von Ziegen begonnen.

Die Gelenke der Tiere verfügen laut den Experten über eine Anatomie, die jener der Menschen sehr ähnlich ist. Die Forscher fügten in der Folge Wachstumsfaktoren hinzu, um die Anzahl der Zellen zu erhöhen und sie dazu zu bringen, neue Knorpel auszubilden. In einem nächsten Schritt wurde dieses Gewebe den Ziegen implantiert - mit Erfolg.

Gewebe verändert sich genetisch

Laut "Science Translational Medicine" http://stm.sciencemag.org fügten sich die Knorpel nicht nur perfekt in ihre neue Umgebung ein, sie stellten auch die geschädigten Kniegelenke wieder her. Das neue Gewebe veränderte sich auch genetisch in Richtung Kniegewebe. Es begann Gene zu exprimieren, die man sonst bei normalem Kniegewebe erwarten würde.

"Es zeigte sich, dass die Nasenzellen über die Formbarkeit verfügten, sich umzuwandeln und sich der neuen Umgebung voll anzupassen", unterstreicht Martin. Der Erfolg dieser Experimente führte zu ersten Tests mit Patienten. Vor eineinhalb Jahren erhielten neun von ihnen mit akuten Schädigungen der Knieknorpel Transplantate. In zwei Wochen gelang es, ausreichend Nasenzellen von jedem Freiwilligen herzustellen.

Es dauerte weitere zwei Woche, bis ein drei Mal vier Zentimeter großes Gewebestück entstanden war, das transplantiert wurde. "Bis jetzt haben alle neun Patienten Fortschritte beim Einsatz ihrer Kniegelenke gemacht, und auch die Schmerzen sind weniger geworden", so Martin. Er will nun erforschen, wie die langfristigen Erfolgsaussichten des neuen Ansatzes sind. Der Fachmann sieht derzeit keinen Grund, warum er nicht den Millionen Patienten helfen sollte, die ihre Knieknorpel zum Beispiel aufgrund einer Arthrose eingebüßt haben.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Smartphones im Kampf gegen die Blindheit
18.10.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Mehr Patientensicherheit: Neue Testmethoden für die Eignung von Implantaten für MRT-Untersuchungen
11.10.2017 | Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie

Ostfalia forscht an Ultraleichtflugzeug mit Elektroantrieb

19.10.2017 | Verkehr Logistik

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungsnachrichten