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Katheter legen ohne Röntgenbelastung

02.03.2009
Röntgenstrahlen durchleuchten den Patienten und zeigen dem Arzt, wie er den Katheter durch die Arterie lenken muss. Künftig lässt sich die Position des Katheters verfolgen, ohne den Patienten der Röntgenstrahlung auszusetzen. Auch Kontrastmittel ist überflüssig.

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Haben sich die Herzkranzgefäße, Herzklappen oder der Herzmuskel des Patienten krankhaft verändert? Ärzte können dies mit Kathetern feststellen – und mit ihrer Hilfe auch die nötigen Therapien durchführen. Durch einen kleinen Schnitt in der Leistengegend führen die Mediziner den Katheter in den Körper ein und schieben ihn über das Gefäßsystem bis zum Herzen.


Ein metallischer Führungsdraht im Inneren des Katheters dient als Navigationshilfe. Durch Ziehen und Drehen des Führungsdrahtes kann der Mediziner den Draht und damit auch den Katheter lenken. Doch wie sieht der Arzt, wo im Gefäßsystem sich der Katheter gerade befindet?

Röntgenstrahlen durchleuchten den Patienten und zeigen dem Arzt die genaue Position des Katheters. Das Problem bei dieser Computertomografie: die Strahlenbelastung ist recht hoch. Zudem muss dem Patienten ein Kontrastmittel gespritzt werden, um das Gefäßsystem und die Weichteile auf den Aufnahmen sichtbar zu machen.

Forscher am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT in Aachen haben nun eine Möglichkeit gefunden, sowohl die Strahlen-belastung als auch das Kontrastmittel zu vermeiden. Gemeinsam mit ihren Kollegen von Philips und dem Uniklinikum Aachen haben sie einen Führungsdraht aus glasfaserverstärktem Kunststoff entwickelt. »Da der Führungsdraht aus Kunststoff besteht, kann die Bildgebung über Magnetresonanztomographie erfolgen statt über Computertomographie«, sagt Adrian Schütte, Wissenschaftler am IPT.

»Mit metallischen Führungsdrähten sind magnetresonanztomographische Aufnahmen nicht möglich: Der Metalldraht wirkt als Antenne und erwärmt sich zu stark – die Gefäße würden beschädigt, Eiweiße können gerinnen.« Für Ärzte und Patienten hat die Magnetresonanztomographie viele Vorteile: Es entsteht keine ionisierende Strahlung wie bei der Computertomographie. Zudem sind Weichteile gut zu sehen, Kontrastmittel sind überflüssig.

Für die Herstellung der zwei Meter langen Führungsdrähte verwenden die Forscher das Pultrusionsverfahren: Standard, wenn es darum geht, Endlosprofile aus glasfaserverstärktem Kunststoff herzustellen. »Bei den Führungsdrähten sind Durchmesser von einem halben Millimeter und kleiner gefragt – das ist bisher das absolute Minimum«, erklärt Schütte. Auf der Messe JEC vom 24. bis 26. März in Paris stellen die Forscher die neuen Führungsdrähte vor (Halle 1, Stand T18). In den nächsten Monaten setzen Mediziner sie erstmals in Kliniken ein.

Adrian Schütte | Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen: www.ipt.fraunhofer.de

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