Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovative Medizintechnik bezahlbar und nutzbar machen

17.08.2012
Nachwuchsforschergruppe an der TU Chemnitz unterstützt sächsische Gesundheitsunternehmen bei der Entwicklung von ergonomisch gestalteten Medizingeräten

Medizinische Behandlungsfehler sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Damit möglichst wenige Menschen davon betroffen werden, gibt es verschiedene Ansätze, um die menschliche Fehlerquote zu minimieren - ein wichtiger Aspekt ist die ergonomische Gestaltung von technischen Medizingeräten.

Denn oft kommt es durch Geräte mit verschiedenen Bedienkonzepten oder durch schlecht bedienbare Benutzeroberflächen zu Fehlern. Seit Juli 2012 läuft dazu ein interdisziplinäres Projekt an der Professur Arbeitswissenschaft der Technischen Universität Chemnitz.

In Zusammenarbeit mit der TU Dresden wollen die neun Nachwuchsforscher die Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Gesundheitsunternehmen durch interdisziplinäre Forschung, Ausbildung und Vernetzung steigern. Das Projekt mit dem Titel "Patientenorientierte Entwicklung und Anwendung innovativer Medizintechnik" wird vom Europäischen Sozialfonds (ESF) durch die Europäische Union und den Freistaat Sachsen (Projektträger Sächsische AufbauBank) mit

1,15 Millionen Euro gefördert.

Die Wissenschaftler erforschen und verbessern das Technologiemanagement im Krankenhaus und die Produktentwicklung in Medizintechnikunternehmen. Um die sächsische Gesundheitswirtschaft zu stärken, erfolgt eine ganzheitliche Analyse des Gesundheitswesens in Sachsen. Zum einen werden durch einen intensiven Kontakt mit Herstellern und Nutzern von Medizingeräten Defizite aufgedeckt und behoben. Zum anderen steht die patientenorientierte Entwicklung der Geräte im Vordergrund. "Mit Hilfe des Forschungsprojektes wird es zudem möglich werden, die Lücke an den Schnittstellen zwischen Medizin, Ingenieurwesen, Wirtschaftswissenschaften und Architektur zu schließen und der hohen Nachfrage nach interdisziplinär ausgebildeten Experten in Sachsen gerecht zu werden", sagt Dr. Angelika Bullinger-Hoffmann, Leiterin der Professur Arbeitswissenschaft.

Im Teilprojekt der Professur Arbeitswissenschaft erforscht das TU-Team unter anderem die Verbesserung der Usability, also der Bedienbarkeit, von Medizingeräten. "Eine hohe Usability bei Medizingeräten kann Fehlbedienungen minimieren und hat damit großen Einfluss auf die Patientensicherheit", so Bullinger-Hoffmann. Untersucht wird außerdem, ob durch den Usability-Engineering-Prozess, also einen nutzerzentrierten Entwicklungsprozess, neue Anwendungsfelder und Zielgruppen für existierende Medizingeräte erschlossen und sogenannte Low-Cost-Innovationen generiert werden können. Um dies gewährleisten zu können, wird zunächst der Kontext der Nutzung analysiert. Daraus leiten die Forscher Anforderungen für das spätere Produkt ab. Am Ende des Entwicklungsprozesses soll ein gebrauchstaugliches Produkt dem Anwender zur Verfügung stehen.

Durch die interdisziplinäre Forschungsarbeit sollen in den nächsten zweieinhalb Jahren konkrete Handlungsempfehlungen erstellt und damit die bestehenden Lücken im Technologiemanagementprozess und bei der patientenorientierten Anwendung von innovativer Medizintechnik geschlossen werden, damit die Innovationsfähigkeit des sächsischen Gesundheitswesen auch weiter gestärkt wird.

Weitere Informationen erteilt Daniel Schubert, Professur Arbeitswissenschaft, Telefon 0371 531-32358, E-Mail daniel.schubert@mb.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Virtual Reality in der Medizin: Neue Chancen für Diagnostik und Operationsplanung
07.12.2016 | Universität Basel

nachricht Patienten-Monitoring in der eigenen Wohnung − Sensorenanzug für Schlaganfallpatienten
06.12.2016 | University of Twente

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie