Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Implantation eines Cardioverter-Defibrillators

28.10.2009
Erstmals wurde in Deutschland am 29. September 2009 in der Kerckhoff-Klinik ein neuartiger Cardioverter-Defibrillator (ICD) der Sorin Group implantiert

Am Dienstag, den 29.09.2009 erfolgte in der Herzchirurgischen Abteilung der Kerckhoff-Klinik die erste erfolgreiche Implantation eines neuartigen Defibrillators der Fa. Sorin durch den Oberarzt (Abt. für Herzchirurgie) Dr. med. Wolfgang Ehrlich in Deutschland.

Ein implantierbarer Cardioverter-Defibrillator (ICD) wird einem Patienten dann implantiert, wenn dieser aufgrund seiner bestehenden Herzerkrankung ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Herzrhythmusstörungen hat. Unbehandelt können diese Herzrhythmusstörungen oftmals zum gefürchteten plötzlichen Herztod führen.

Ein ICD ist ein kleines Gerät, das dem Patienten im Bereich des Oberkörpers implantiert wird und durch eine spezielle Elektrode mit dem Herzen verbunden ist. Der Defibrillator kann so den Herzrhythmus des Patienten permanent überwachen. Er kann selbstständig Herzrhythmusstörungen erkennen und entsprechend der hinterlegten Programmierung behandeln. Wird z. B. der Beginn einer Herzrhythmusstörung erfasst, so kann der Defibrillator mit Hilfe von entsprechenden elektrischen Impulsen den Herzschlag des Patienten wieder in einen normalen Rhythmus bringen. Ziel ist dabei die schnellstmögliche Neutralisierung von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen wie. Z. B. dem Kammerflimmern.

Die neueste Generation der Defibrillatoren (PARADYM) der Sorin Group kann zusätzlich durch eine spezielle Sensorik den allgemeinen medizinischen Zustand des Patienten aufzeichnen. Mit Hilfe spezieller Sensoren wird die Atemaktivität des Patienten kontinuierlich erfasst und parallel hierzu ein Belastungsprofil aufgezeichnet. Die Kombination der Daten ermöglicht dem behandelnden Kardiologen während der üblichen Routinekontrollen Rückschlüsse auf den klinischen Zustand des Patienten im Alltagsverhalten zu ziehen. Ein zunehmender Atemaufwand in den Ruhephasen bzw. ein übermäßiger Anstieg der Atemaktivität unter Belastung sind typische Indikatoren, die auf eine Verschlechterung einer bestehenden Herzinsuffizienz hinweisen und häufig zu einer Klinikeinweisung führen, wenn die Veränderungen nicht frühzeitig erkannt werden. Der neuartige Defibrillator kann diese Veränderungen im Verlauf aufzeichnen und der behandelnde Arzt frühzeitig reagieren und notwendige diagnostische oder therapeutische Maßnahmen ergreifen.

„Der PARADYM ICD ist das erste und bislang einzige implantierbare Gerät, das diese Art von Daten für die Überwachung der Herzinsuffizienz bereitstellt. Gerade aufgrund der sich verändernden ICD- Indikationen und der Altersstruktur leiden immer mehr ICD Patienten an einer Herzinsuffizienz“, erläutert Dr. med. Johannes Sperzel, Oberarzt der Abt. Kardiologie an der Kerckhoff-Klinik. Zum ersten Mal stünden dem behandelnden Arzt derartige Langzeitdaten seines Patienten zur Verfügung. Das sei besonders wichtig, um beginnende Verschlechterungen des kardialen Status frühzeitig erkennen und die Behandlung anpassen zu können.

„Die Implantation dieser neuesten Defibrillator-Generation entspricht dem operativen Vorgehen anderer bekannter Defibrillatoren. Insbesondere ist es nicht notwendig zusätzliche Sonden zu implantieren, was den Patienten zu Gute kommt“, so Dr. Ehrlich nach der erfolgreichen Implantation.

Im Rahmen einer großen internationalen multizentrischen Studie (TUTOR Studie), die zeitgleich mit der Implantation gestartet wurde, sollen nun die Möglichkeiten dieser neuen Diagnostikfunktion im Langzeitverlauf eingehend untersucht werden.

Die internationale ärztliche Leitung der Studie hat Dr. med. Johannes Sperzel, Oberarzt der Abt. für Kardiologie an der Kerckhoff-Klinik übernommen. Die Klinik zählt international zu einem der leistungsfähigsten Herz-Zentren und Dr. Sperzel gilt als einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Behandlung von Herzrhythmusstörungen.

Kontakt:

Sekretariat Elektrophysiologie:
Dr. med. Johannes Sperzel
Oberarzt der Abt. Kardiologie
Kerckhoff-Klinik gGmbH
Benekestr. 2-8
61231 Bad Nauheim
Tel.: 06032/ 996 2374
Fax: 0632/ 996 2236
j.sperzel@kerckhoff-klinik.de
Christiane Brandt
Abt. f. Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Kerckhoff-Klinik gGmbH
Benekestr. 2-8
61231 Bad Nauheim
Tel: 06032/ 996 2554
Fax: 06032/ 996 3633
c.brandt@kerckhoff-klinik.de

Christiane Brandt | Kerckhoff Klinik
Weitere Informationen:
http://www.kerckhoff-klinik.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Gefäßprothesen aus dem Bioreaktor
19.02.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Neue Studienergebnisse zur Tiefenhyperthermie-Behandlung
15.02.2018 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Highlight der Halbleiter-Forschung

20.02.2018 | Physik Astronomie

Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?

20.02.2018 | Materialwissenschaften

Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics