Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Immunmolekül fördert Heilung verengter Gefäße – Neuartige Stents sollen Arterien dauerhaft freihalten

06.10.2011
Bei einer Atherosklerose bilden sich in den Schlagadern, den Arterien, Ablagerungen, die unter anderem zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können.

Oftmals kann hier ein sogenannter Stent helfen, der die verengten Gefäße wieder aufweitet und offen hält. Wachsen in diese röhrenförmige Gefäßstütze körpereigene Zellen im Übermaß ein und unterbleibt eine vollständige Auskleidung mit Gefäßendothel, droht aber eine Restenose, also ein erneuter Gefäßverschluss.

Ein Forscherteam unter der Leitung des LMU-Mediziners Professor Christian Weber konnte nun zeigen, dass bestimmte Zellen des menschlichen Immunsystems, die Neutrophile, und ihre Sekretionsprodukte dieser gefährlichen Komplikation – die in bis zu einem Drittel aller Stentimplantationen auftreten kann – entgegenwirken. Das sogenannte Cathelicidin fördert die Heilung verletzter Gefäße durch Auskleidung mit Endotehl und limitiert die Bildung der Neointima, also bestimmter Zellen der inneren Gefäßwand, die in Stents wuchern können.

Im Tierversuch zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit einer Restenose in Mäusen deutlich reduziert werden kann, wenn miniaturisierte Stents mit diesem Peptid beschichtet sind. „Schon jetzt geben die meisten Stents Medikamente ab, die das Zellwachstum blocken und Entzündungen verhindern sollen – Restenosen und andere gefährliche Komplikationen wie Thrombosen können aber auch in diesen Fällen auftreten“, sagt Weber, der das Institut für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten am Klinikum der Universität München leitet.

„Wir hoffen nun, dass Stents mit Cathelicidin-Beschichtung auch im Menschen die erhoffte Wirkung zeigen. Wir werden in unseren Modellen aber auch andere Neutrophilenprodukte sowie weitere Peptide mit ähnlicher Funktion testen.“ Das Projekt wurde im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Sonderforschungsbereichs 809 „Chemokine in der kardiovaskuläre Pathogenese“ durchgeführt. (suwe) (Science Translational Medicine online, 05. Oktober 2011)

Publikation:
„Neutrophil-derived cathelicidin protects from neointimal hyperplasia”;
Oliver Söhnlein et.al.;
Science Translational Medicine online, 05. Oktober 2011;
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Christian Weber
Leitung des Instituts für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten am Klinikum der Universität München
Tel.: 089 / 5160 – 4351
Fax: 089 / 5160 – 4352
E-Mail: kreislaufinstitut@med.uni-muenchen.de

Luise Dirscherl | idw
Weitere Informationen:
http://www.kreislaufinstitut.de
http://www.uni-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Schlaganfalltherapie: Neues Stimulationsgerät synchronisiert Zeitpunkt der Reize mit aktuellen Hirnsignalen
23.10.2017 | Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH)

nachricht Smartphones im Kampf gegen die Blindheit
18.10.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie