Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hybrid-PET-MRT für verbesserte Tumor-Diagnostik

30.04.2014

Patienten mit Hirntumoren profitieren besonders von modernen Hybridgeräten, die Positronenemissionstomografie (PET) und Magnetresonanztomografie (MRT) kombinieren. Mit diesen Hybrid-Geräten können viele Aspekte der Erkrankung mit nur einer Untersuchung geklärt werden.

Das zeigt eine Studie, die jetzt im „Journal of Nuclear Medicine“ veröffentlicht wurde. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler  des Forschungszentrums Jülich verglichen dabei die Positronenemissionstomografie mit einer radioaktiv markierten Aminosäure (FET-PET) mit der sogenannten Magnetresonanz-Perfusionsbildgebung („Perfusion-weighted-imaging“, MR-PWI). Bei diesem bildgebenden Verfahren wird die Durchblutung des Tumors dargestellt. 


Hybrid-PET-MRT- Untersuchung eines Patienten mit Hirntumor. Nach Operation und Bestrahlung ist im MRT (links) kein Tumor nachweisbar. Im PET (Mitte) zeigt sich eine FET- Anreicherung als Hinweis auf neues Tumorwachstum (gelbes Areal). Die Durchblutung (MRT-PWI) ist nicht erhöht (rechts).

Bildquelle: Forschungszentrum Jülich

Die mit Fluor-18 markierte, künstliche Aminosäure (18F-Fluorethyltyrosin, FET) ist eine Jülicher Entwicklung, die seit mehr als zehn Jahren bei der Hirntumordiagnostik mit der Positronenemissionstomografie erfolgreich eingesetzt wird (FET-PET). Die Ausdehnung des Tumors und die Effekte einer Behandlung können mit der FET-PET besser beurteilt werden als mit der Magnetresonanztomografie allein. Mehr als 2500 Patienten wurden in den vergangenen Jahren im Rahmen von Studien mit der FET-PET untersucht und konnten von der Diagnostik in Jülich profitieren. 

Für Ihre aktuelle Studie untersuchten Dr. Christian P. Filss vom Institut für Neurowissenschaften und Medizin und seine Kollegen insgesamt 64 Patienten mit einem modernen PET-MRT-Hybridscanner, der in Zusammenarbeit mit Siemens im Forschungszentrum Jülich entwickelt wurde. Mit dem Gerät ermittelten die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gleichzeitig die Anreicherung der Aminosäure FET mit der PET und die Durchblutung des Tumors mittels MR-PWI. 

Die Studie zeigt, dass die FET-Positronenemissionstomografie bei Gliomen genauere Informationen zur Ausdehnung dieser Art von Hirntumoren liefert als die Magnetresonanz-Perfusionsbildgebung. Die Wissenschaftler kommen deshalb zu dem Schluss, dass diese nicht als Ersatz, sondern als komplementäres Verfahren bei der Diagnose eingesetzt werden sollte – am sinnvollsten in einem Hybridscanner. 

An der aktuellen Studie waren neben den Jülicher Forschern auch Wissenschaftler der Unikliniken in Aachen, Düsseldorf und Köln beteiligt.

Originalveröffentlichung:

Christian P. Filss, Norbert Galldiks, Gabriele Stoffels, Michael Sabel, Hans J. Wittsack, Bernd Turowski, Gerald Antoch, Ke Zhang, Gereon R. Fink, Heinz H. Coenen, Nadim J. Shah, Hans Herzog, Karl-Josef Langen: Comparison of 18F-FET PET and Perfusion-Weighted MR Imaging: A PET/MR Imaging Hybrid Study in Patients with Brain Tumors, Journal of Nuclear Medicine April 1, 2014, vol. 55 no. 4, 540-545, DOI 10.2967/jnumed.113.129007

http://jnm.snmjournals.org/content/early/2014/02/26/jnumed.113.129007

Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Bereich Kognitive Neurowissenschaften (INM-3):

http://www.fz-juelich.de/inm/inm-3/DE/Home/home_node.html

Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Bereich Physik der Medizinischen Bildgebung (INM-4):

http://www.fz-juelich.de/inm/inm-4/DE/Home/home_node.html

Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Bereich Nuklearchemie (INM-5):

http://www.fz-juelich.de/inm/inm-5/DE/Home/home_node.html 

Erhard Zeiss | Forschungszentrum Jülich

Weitere Berichte zu: Aminosäure Anreicherung Brain Diagnose Durchblutung FET Jülich Medicine Medizin Neurowissenschaften Nuclear PET

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Virtual Reality in der Medizin: Neue Chancen für Diagnostik und Operationsplanung
07.12.2016 | Universität Basel

nachricht Patienten-Monitoring in der eigenen Wohnung − Sensorenanzug für Schlaganfallpatienten
06.12.2016 | University of Twente

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie