Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der HPLC-Tipp im November

22.11.2011
Eine Differenz von 0,1…0,5 % im Lösungsmittel – wie kritisch ist es?

Der FallAls HPLC-Anwender weiß man, dass die präzise Herstellung von Eluent und Probenlösung eine elementare Grundvoraussetzung für reproduzierbare Ergebnisse ist. Soweit so gut.

Jetzt ist die Frage, wie stark machen sich denn kleine ungewollte/unbedachte Differenzen wirklich bemerkbar?Die LösungSie können in der Tat sehr viel bewirken! Fangen wir bei der Herstellung des Eluenten an und betrachten zunächst die Normal-Phasen-Chromatographie. Hier ist der Einfluss am stärksten.

So kann es viel ausmachen, ob beispielsweise ein NP-Eluent (z.B. Hexan) abhängig von den Aufbewahrungsbedingungen der Lösungsmittel und der Praxis des Ansetzens 30 oder 60 ppm Wasser enthält, denn: Eine konstante, Gesamtmenge an Wasser in einem NP-System ist die wichtigste Voraussetzung für konstante Retentionszeiten.

Nicht so gravierend – also im ppm-Bereich –, dennoch signifikant ist die Konstanz der Eluenten-Zusammensetzung in der RP-Chromatographie. Merke als Faustregel: Eine Differenz von 1 % B im Eluenten kann bei klassischen RP-Trennungen zu einer Differenz von 4…5 % (oder mehr) im Retentionsfaktor k führen. Generell können sich durch eine etwaige kleine Differenz in der Eluentenzusammensetzung die Retentionszeit, die Empfindlichkeit, die Peakfläche, die Peakform oder die Selektivität ändern, schließlich kann manch ein zusätzlicher Peak erscheinen. Nachfolgend einige Beispiele, wobei neben einer unbeabsichtigten Änderung des Eluenten auch die Rede von sehr kleinen Mengen an Modifier/Kontaminanten die Rede ist:

Es kann etwas ausmachen, ob der Eluent in einem trockenen oder in einem „nassen“ Behältnis angesetzt wird, siehe dazu HPLC-Tipp Juli 2009 (www.novia.de, dort HPLC-Tipps Archiv, oder http://www.labo.de, HPLC-Tipps) – die Retentionszeit ändert sich.Die Peakform oder im Falle von LC-MS-Kopplung auch die Empfindlichkeit kann sich ändern, je nachdem, ob im Eluenten 0,1 oder 0,2 % TFA (Trifluoressigsäure) vorhanden sind.Ebenfalls die Peakform und auch die Selektivität können sich bei der Verwendung einer kleinen Menge eines Ethers ändern, z.B. 0,2…0,4 % THF (Tetrahydrofuran) oder MTBE (tert. Butylmethylether).Bei Temperaturdifferenzen im Labor zwischen morgens und nachmittags kann Lösungsmittel/Eluent im oberen Bereich des Vorratsgefäßes kondensieren, auch hier kann es zu driftenden Retentionszeiten kommen.Ein weiteres Beispiel, in dem wieder indirekt eine Temperaturdifferenz im Spiel ist: Einmal befindet sich das Kölbchen mit der Probenlösung in wenig Wasser im Ultraschallbad (damit es stehen kann…) und einmal im Drahtkörbchen oder in einem Becherglas.

Durch die unterschiedliche Temperaturdifferenz der Probenlösung und der damit verbundenen Volumenabhängigkeit ist ein unterschiedliches Volumen an Lösungsmittel notwendig, um anschließend auf die Marke aufzufüllen. Das Ergebnis sind etwas veränderte Konzentrationen und damit ergeben sich im Falle von konzentrationsabhängigen Detektoren (DAD, UV-Vis, FLD) veränderte Peakflächen.Manch´ einer spült das Vorratsgefäß mit Aceton, damit es schneller trocknet. Das restliche Aceton an den Wänden führt beim UV-Detektor zu einem zusätzlichen Peak.Das FazitAuch Unterschiede/Zusätze von weit unter 1 % können in der HPLC einiges bewirken. Trivial, dennoch eminent: In der Routine ist eine konstante, sture Arbeitsweise ein Muss.

© by Stavros Kromidaswww.kromidas.de

| LABO
Weitere Informationen:
http://www.labo.de/hplc-tipp/displayAction-599883.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Filterschutz fürs Gehirn: Weniger Schlaganfälle bei Herzklappenersatz-OP
17.08.2017 | Universitätsklinikum Ulm

nachricht Cochlea-Implantat: Viele Formen funktionieren
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik