Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der HPLC-Tipp

01.10.2010
Der HPLC-Tipp im Oktober Unterschiede in den HPLC-Anlagen – die Peakfläche

Der FallDass Geräte von unterschiedlichen Herstellern große Unterschiede aufweisen können, ist eine HPLC-Binsenweisheit. Der Unterschied kann im Verweilvolumen bei Gradientenanlagen liegen (Hochdruck vs. Niederdruck), in der Richtigkeit bei der Wellenlängeneinstellung (z.B. ±2 nm vs. ±4 nm), im Material der Nadel im Probengeber (z.B. Stahl vs. Messing) und damit verbunden evtl. Memoryeffekte, in der unterschiedlichen Geometrie der Mischkammer oder der Detektorzelle bei u.U. identischem Volumen und, und… Diese Unterschiede sowie die Folgen sind erfahrenen AnwenderInnen bekannt: Unterschiede in der Retentionszeit, in der Peakfläche und in der Peakform.

Heute möchte ich gerne auf zwei Sachen hinweisen, an die vielleicht nicht immer gedacht wird, dazu folgender Fall: Seit langem vergleichen Sie Ergebnisse aus zwei unterschiedlichen Anlagen (zwei unterschiedliche Hersteller), es gab bis dato keine Probleme. Seit kurzem wird an beiden Geräten eine Methode mit einem 50 % Puffer/50 % MeOH-Eluenten gefahren und Sie finden an einem Gerät eine um 5 % geringere Peakfläche im Vergleich zum anderen. Beide Anlagen sind selbstverständlich qualifiziert und beide werden regelmäßig geprüft. Was ist hier das Problem?

Die LösungNoch einmal: Es wird unterstellt, dass beide Geräte technisch in Ordnung sind. Eine mögliche Erklärung für vorliegenden Fall wäre folgende: Es kann sein, dass die eine Pumpe trotz Qualifizierung, bei dieser Eluentenzusammensetzung einen falschen Fluss liefert und somit ergibt sich eine andere Fläche: Jene Pumpe wird bei dieser Viskosität mit der Kompressibilität der zwei zu mischenden Eluenten einfach nicht „fertig“: Es ist so, dass moderne Geräte mit Hilfe einer Korrekturfunktion – die die unterschiedliche Viskosität der Lösungsmittel berücksichtigt – in der Lage sind, trotz der evtl. unterschiedlichen Viskositäten der zwei Lösungsmittel stets den eingestellten Fluss zu liefern. Nur: Einige Geräte können es gut und andere weniger gut. Wir haben folgendes ausprobiert, um die Flussrichtigkeit der Pumpen von zwei bekannten Herstellern bei unterschiedlichen Eluentenzusammensetzungen zu testen (1 ml/min, Messzylinder, Stoppuhr):

Fall 1: Test mit Wasser, beide Geräte A und B: Einwandfrei.
Fall 2: Test mit 50 % MeOH/50 % Wasser: Gerät A okay, Gerät B: 0,95 ml/min.
Eine Flussdifferenz von 5 % bei dieser Mischung führt zu einer Differenz bei der Peakfläche von ebenfalls 5 %. Diese Problematik macht sich häufig bei Hochdruckgradienten und MeOH/Wasser-Eluenten bei Mischverhältnissen um 40…50 % bemerkbar (Viskositätsmaximum von MeOH/Wasser-Mischungen). Man könnte sich nun folgenden „Worst Case“ vorstellen: Peaks, die bei einer Zusammensetzung von ca. 50 % MeOH/50 % Wasser oder Puffer eluieren, zeigen evtl. eine andere – und falsche – Fläche im Vergleich zu Peaks, die an einer anderen Anlage gemessen werden (die es vielleicht bei dieser Mischung „besser“ kann, s. weiter oben), während Peaks, die bei niedrigeren oder höheren % MeOH eluieren, keine Probleme bereiten, die Peakflächen an beiden Geräten sind vergleichbar – und man versteht die Welt nicht mehr. Noch einmal: Die (aktuelle) Flussrichtigkeit kann von der aktuellen Viskosität des Eluenten abhängig sein.
Kurz noch ein weiterer Punkt: Wir haben festgestellt – ohne dies quantitativ belegt zu haben –, dass die Flussrichtigkeit bei unterschiedlichen Pumpen auch vom Gegendruck abhängig ist: Manch eine Pumpe fördert auch bei niedrigen Drücken richtig und präzise, manche Pumpe braucht einen Gegendruck von mindestens 40…50 bar, um eine zufriedenstellende Flusskonstanz zu gewährleisten.

Das FazitVerlassen Sie sich nicht immer blind auf die Ergebnisse bei der Gerätequalifizierung, denn die Testbedingungen dort sind in der Regel anders als Ihre aktuellen chromatographischen Bedingungen. Überprüfen Sie bei Bedarf selbst die Flussrichtigkeit – und auch die Präzision – bei Ihrer aktuellen Eluentenzusammensetzung (s. in diesem Zusammenhang auch HPLC-Tipp im September: Vk und Einstellparameter).
© by Stavros Kromidaswww.kromidas.de

| LABO
Weitere Informationen:
http://www.labo.de/hplc-tipp/HPLC-Tipp---Der-HPLC-Tipp-230377.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Einfacher Schieltest mit neu entwickelter Strabismus-Video-Brille
19.07.2017 | UniversitätsSpital Zürich

nachricht Kunstherz auf dem Prüfstand
13.07.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie