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Empfänger ist ein Team um den Biologen Gregor Hohn vom Institut für Hygiene und Biotechnologie an den auf Textilforschung spezialisierten Hohenstein Instituten in Bönnigheim (Baden-Württemberg). Bundesweit haben vier Millionen Menschen chronische Wunden.
In zweijähriger Forschungsarbeit gelang es den Wissenschaftlern, verschiedenartige Wirkstoffe wie Madensekret, antibiotisch wirkende Viren und das Enzym Krillase in textile Depot-Hohlfasern einzulagern.
Die Kapillarhohlmembranen aus Zellulose sind in der Lage, in ihrem Inneren etwa 100 Mikrometer kleine Wirkstoffpartikel aufzunehmen und direkt in die Wunde abzugeben. In ersten Versuchsreihen konnte die Regulierbarkeit der drug delivery Funktion nachgewiesen werden. Wie aus dem Institut verlautete, haben Sicherheitstests für die Medizinprodukteklasse II die Eignung für den klinischen Einsatz bestätigt. Prototypen der neuartigen Wundauflage mit drug delevery Funktion würden inzwischen in einer ersten klinischen Studie eingesetzt. Setzt sich das Prinzip durch, sind schnellere Heilung und Einsparung von Arzneimitteln die Folge.
Wundversorgung nur ein Schwerpunkt
Die deutsche Textilforschung leistet nach Einschätzung von Dr. Klaus Jansen, Geschäftsführer des Forschungskuratoriums Textil e.V., u. a. mit neuen Materialien, textilen Überwachsungssystemen und Implantaten anwendungsnahe Beiträge zur Gesundheitsverbesserung. „Im Vorjahr kamen aus den uns angeschlossenen 17 Instituten und unterstützt durch öffentliche Gelder von BMWi und BMBF allein mehr als ein Dutzend textilbasierte Gesundheitsinnovationen.“
Sie zielen wie ein Hautersatz zur Behandlung schwerer Verbrennungen (ITV Denkendorf), partikelarme Bauchtücher (TITV Greiz) und polymer-basierte Stents mit Gedächtniseffekt (ITA Aachen) auf die Bereiche Medizintechnik, Biotechnologie, Pharmakologie und Pflegedienstleistungen.
„Als Dachorganisation mitverantwortlich für den Transfer solcher Neuheiten in die Praxis sind wir insgesamt noch nicht mit Volumen und Tempo der Kooperation zwischen Wissenschaft, Industrie bzw. Kliniken zufrieden“, bedauert Jansen. „Wir benötigen einen engeren Kontakt in unsere Zielbranchen.“
Aus seiner Sicht müssten sich Textilforscher und Mediziner kontinuierlich unterhalten, um voneinander zu lernen und gemeinsam zu arbeiten. Nur so können die „Textiler“ zukunftsweisende Entwicklungen für die Gesundheits- und Medizinbranche bedürfnisgenau mitgestalten.
Dani Isler | Quelle: InnoMedia Berlin
Weitere Informationen: www.textilforschung.de
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