Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hessenweit erstmals selbstauflösender Stent bei Herzpatienten eingesetzt

06.08.2012
Hessenweit das erste Mal haben Ende Juli Kardiologen an der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim einen neuartigen Stent eingesetzt: eine Gefäßstütze, die sich nach einer bestimmten Zeit selbst auflöst.

Verengungen und Verschlüsse der Herzkranzgefäße stellen für betroffene Patienten eine bedrohliche Situation dar. Angina pectoris (Durchblutungsstörungen des Herzens) und schlimmstenfalls ein Herzinfarkt können die Folge einer Herzkranzgefäßveränderung sein.


Prof. Dr. C. Hamm, ärztlicher Direktor der Kerckhoff-Klinik und Direktor der Abteilung Kardiologie

Über 300.00 Patienten jährlich werden allein in Deutschland in einem Herzkatheterlabor behandelt. Die Behandlung und Therapie der Patienten umfasst häufig nicht nur die Weitung der Herzkranzgefäße sondern auch die Implantation von sogenannten Gefäßstützen (Stents), die die Aufgabe haben einen neuerlichen Verschluss zu verhindern. Bisher bargen die Metallstützen des kleinen Gerüstes aber immer das Risiko einer erneuten Verengung des betroffenen Gefäßes, nämlich durch eine Gefäßwandwucherung oder die Bildung von Blutgerinnseln an den Metallstreben.

Medikamentenbeschichtete Stents konnten das Risiko der Gefäßwandwucherung in den letzten Jahren zwar bereits reduzieren, dennoch bestand die Gefahr eines erneuten Verschlusses weiterhin. Um dieses Risiko weiter zu minimieren hat man nun einen Stent entwickelt, der zum einen medikamentenbeschichtet ist und der sich nach ca. 2 Jahren selbst aufgelöst hat.

Erstmals wurde nun in Hessen bei einem Patienten mit einer Verengung der Herzkranzgefäße ein solch selbstauflösender Stent eingesetzt. Prof. Helge Möllmann, stellvertretender Direktor der Abteilung Kardiologie und Leiter des Herzkatheterlabors an der Kerckhoff-Klinik, hat gemeinsam mit seinem Team dem Patienten das neuartige Gefäßgerüst implantiert. Nach dem Eingriff zeigte sich Prof. Möllmann zufrieden: „Der Patient hat den Eingriff hervorragend überstanden und konnte bereits wieder entlassen werden. Diese neuartigen Stents haben den Vorteil, dass sie sich nach einer Zeit von ca. 2 Jahren aufgelöst haben und vom Körper vollständig abgebaut werden. Das heißt, Fremdmaterial, an welchem sich z. B. kleinste Blutgerinnsel bilden könnten, ist dann im Körper nicht mehr vorhanden. Ziel ist es, das Gefäß damit zu heilen, die ursprüngliche Form und auch die Gefäßfunktionen wieder herzustellen.“

Bei dem Eingriff wurde die weltweit erste Gefäßstütze verwendet, die mit dem CE-Prüfsiegel versehen ist. Sie setzt ein Medikament frei und ist bioresorbierbar. Die Gefäßstütze besteht aus polymerisierter (netzartig aufgebauter) Milchsäure, dem gleichen Material aus dem z. B. auch selbstauflösendes Nahtmaterial hergestellt wird. Der neue Stent löst sich innerhalb eines Zeitraums von ca. 2 Jahren auf und wird vollständig vom Körper resorbiert. Einen weiteren Vorteil hat der Stent für Patienten mit einer Nickelallergie, da das Gefäßgerüst ohne Metall hergestellt wird, brauchen diese nun keine allergische Reaktion mehr zu fürchten. Aktuelle Studien belegen die Sicherheit und gute Funktionalität des neuen Stents.

Prof. Hamm, Ärztlicher Direktor der Kerckhoff-Klinik ergänzt dazu: „Die neuen Stents tragen erheblich zur Verbesserung der Therapie von Herzkranzgefäßerkrankungen bei, die Implantation ist vollkommen problemlos. Allerdings kann man nun nicht auf die bewährten Metallstents verzichten. Bisher gibt es den Stent nur in einer Größe und er eignet sich zurzeit noch nicht zur Behandlung von stark verkalkten oder verzweigten Gefäßen. Hier müssen wir auf die bewährten Metallstents oder die medikamentenbeschichteten Stens zurückgreifen, um bei den betroffenen Patienten eine erfolgreiche Therapie durchführen zu können.“ Prof. Möllmann: „Die Kerckhoff-Klinik erweitert mit den neuen Stents erneut das Portfolio, um allen Patienten eine möglichst optimale Therapie zukommen zu lassen.“

Kontakt:

Herzkatheterlabor der
Kerckhoff-Klinik GmbH
Sekretariat Prof. Dr. Helge Möllmann
Benekestr. 2-8
61231 Bad Nauheim
Tel: 06032/ 996 2246
Christiane Brandt
Presse u. Öffentlichkeitsarbeit
Kerckhoff-Klinik GmbH
Benekestr. 2-8
61231 Bad Nauheim
info@kerckhoff-klinik.de

Christiane Brandt | Kerckhoff-Klinik GmbH
Weitere Informationen:
http://www.kerckhoff-klinik.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Highspeed-Laser erkennt Krebs in zwei Minuten
25.04.2017 | University of Hong Kong

nachricht Pharmacoscopy: Mikroskopie der nächsten Generation
25.04.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie