Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herz-Szintigraphie – schonendes Mittel zur Erkennung von Herzerkrankungen

01.04.2011
Die koronare Herzkrankheit (KHK) – bei der durch eine nicht ausreichende Blutversorgung des Herzmuskels Schäden am Herzen entstehen – zählt weltweit zu den häufigsten Herzerkrankungen und führt in vielen Fällen zum Tod.

Allein in Deutschland sind von dieser „Volkskrankheit“ rund 1,5 Millionen Menschen betroffen. Mit Hilfe der Herz-Szintigraphie, einer nuklearmedizinischen Untersuchungsmethode der Blutversorgung des Herzmuskels, kann ohne einen Eingriff in den Körper die Durchblutung dieses Muskels einfach und verlässlich dargestellt werden. So wird rechtzeitig eine solche Unterversorgung der Durchblutung des Herzens erkannt und Schäden an ihm können verhindert werden.

Bei der koronaren Herzkrankheit (KHK) verengen oder verstopfen Fettablagerungen die Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel versorgen. Dadurch wird immer weniger Blut und damit Sauerstoff zum Herzen transportiert. Die Versorgung der einzelnen Bereiche des Herzens kann sich so bis hin zum gefürchteten Herzinfarkt verschlechtern.

Patienten profitieren hier von der wenig belastenden nuklearmedizinischen Untersuchung. Insbesondere bei Patienten mit Beschwerden, die auf eine mangelhafte Durchblutung des Herzens hinweisen, ist es wichtig, möglichst ohne Nebenwirkungen festzustellen, ob die Beschwerden vom Herzen stammen oder ob dafür andere Ursachen vorliegen. Die nuklearmedizinische Herz-Szintigraphie – auch „Single Photon Emission Computed Tomography“ oder abgekürzt SPECT genannt – stellt dabei ein etabliertes Verfahren zum Nachweis oder zum Ausschluss dieser Minderdurchblutungen des Herzmuskels dar. Die Untersuchungsmethode macht sichtbar, wo und wie stark die Nährstoffversorgung des Herzens eingeschränkt ist. Dazu werden dem Patienten spezielle Radiopharmaka in die Blutbahn injiziert, die sich im Herzmuskel besonders stark anreichern und seine Durchblutung darstellen.

Ohne einen Eingriff in den Körper kann mit der Herz-Szintigraphie so im Vorfeld festgestellt werden, ob eine bedeutend risikoreichere und daher problematischere Untersuchung mittels Herzkatheter oder sogar ein chirurgischer Eingriff an einer Herzkranzarterie überhaupt erforderlich ist. Außerdem liefert die Herz-Szintigraphie auch ausgezeichnete Ergebnisse über Funktion und Zustand des Herzmuskels und ermöglicht so Prognosen zum Infarktrisiko des Patienten.

Somit präsentiert sich die Herz-Szintigraphie als die führende Methode zur schonenden und frühzeitigen Diagnose der koronaren Herzerkrankungen. Kaum eine andere Untersuchungsmethode konnte in der Kardiologie bisher einen derartigen Stellenwert erreichen. Die herausragende Bedeutung dieser nuklearmedizinischen Untersuchung unterstreicht auch die kürzlich in ärztlichen Leitlinien auf europäischer Ebene festgeschriebene Vorgabe, für jegliche weiterführenden Eingriffe am Herzen zwingend den Nachweis einer Minderdurchblutung des Herzmuskels vorauszusetzen und dafür nach Möglichkeit die nuklearmedizinische SPECT-Untersuchung anzuwenden.

Durch technische Weiterentwicklung bei den hochmodernen, besonders empfindlichen Kamerasystemen haben sich nicht nur die Untersuchungszeiten verkürzt und damit die Strahlenbelastungen des Patienten noch weiter reduziert. Der kombinierte Einsatz der Herz-Szintigraphie mit einer CT-basierten Herzkranzgefäßdarstellung (an so genannten SPECT-CT Hybridgeräten) erlaubt nun außerdem eine genaue Zuordnung der nachgewiesenen Minderdurchblutung zu dem entsprechenden Herzkranzgefäß. Dies ermöglicht dem behandelnden Kardiologen die Planung einer noch zielgerichteteren individuellen Therapie. Diese Neuerung ist insbesondere für Patienten mit mehreren Kranzgefäßverengungen interessant, da bei ihnen die Ursache der Durchblutungsstörung oft schwer zuzuordnen ist. Ein Problem, das infolge der Überalterung der Bevölkerung in Zukunft immer häufiger auftreten wird.

Trotz ihrer unbestritten herausragenden Bedeutung wird die Herz-Szintigraphie in Europa im Vergleich zu Nordamerika noch immer deutlich seltener eingesetzt. In Deutschland wurden alleine im Jahr 2010 ca. drei Millionen Herzkatheteruntersuchungen durchgeführt. Bei etwa einer Million, also einem Drittel, dieser Untersuchungen wurde im Nachhinein festgestellt, dass die Beschwerden nicht vom Herzen stammten und keine Minderdurchblutungen des Herzmuskels vorlag. Durch eine Anwendung der Herz-Szintigraphie hätten in diesen Fällen Komplikationen und sogar Todesfälle verhindert werden können.

Die Herz-Szintigraphie ist ein Schwerpunktthema auf der NuklearMedizin 2011, der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Nuklearmedizin. Diese findet vom 13. bis 16. April im Festspielhaus Bregenz am Bodensee statt. In bewährter Weise bietet die Kombination aus Kongress – für den international renommierte Referenten gewonnen werden konnten – einem interaktiven Fortbildungsprogramm sowie einer großen, branchenspezifischen Industrieausstellung eine ideale Plattform für wissenschaftlichen Austausch und Weiterbildung. Damit zählt die Dreiländertagung zu den international bedeutendsten und größten Tagungen für Nuklearmedizin. In diesem Jahr werden rund 2.000 Teilnehmer – Mediziner, Naturwissenschaftler, medizinisch-technisches Personal und auch Pflegekräfte – erwartet.

Sämtliche Informationen zur NuklearMedizin 2011 stehen auf der Kongresshomepage http://www.nuklearmedizin2011.eu zur Verfügung. Dort ist auch die Presseakkreditierung zum Kongress möglich.

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
Pressereferat, Stefanie Neu
Nikolaistraße 29, D-37073 Göttingen
Tel. 0551.48857-402, info@nuklearmedizin.de
Weitere Informationen:
http://www.nuklearmedizin2011.eu/ - Kongresshomepage der NuklearMedizin 2011
http://www.nuklearmedizin.de/ - Homepage der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
http://www.ogn.at/ - Homepage der Österreichischen Gesellschaft für Nuklearmedizin und Molekulare Bildgebung

http://www.nuklearmedizin.ch/ - Homepage der Schweizerischen Gesellschaft für Nuklearmedizin

Stefanie Neu | idw
Weitere Informationen:
http://www.nuklearmedizin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Highspeed-Laser erkennt Krebs in zwei Minuten
25.04.2017 | University of Hong Kong

nachricht Pharmacoscopy: Mikroskopie der nächsten Generation
25.04.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie