Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herz- und Diabeteszentrum NRW setzt neuste Technik im Herzkatheterlabor ein

05.04.2013
Bad Oeynhausener Kardiologen führen revolutionär schonende Eingriffe künftig mit innovativer Bildgebungstechnik durch

Im Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen, geht heute die derzeit modernste verfügbare Durchleuchtungstechnologie für Herzkatheteruntersuchungen in Betrieb: Das neuartige 2-Ebenen-Angiographiesystem trägt den Namen „Artis Q.zen“ und wird im Herzkatheterlabor 2 des HDZ NRW für diagnostische Untersuchungen und therapeutische Interventionen an Herzkranzgefäßen, Herzkammern und Vorhöfen eingesetzt.


Letzte Kontrolle: Oberarzt Dr. Werner Scholtz, Leiter der Herzkatheterlabore im Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen und Franckline Kisife, stellv. Leiter der HDZ-Medizintechnik, prüfen die Anlage vor ihrem ersten Einsatz (Foto: Anna Reiss).

Für die Patienten hat die neue Anlage aber vor allem das Potenzial, die Strahlenbelastung bei bestimmten Prozeduren erheblich zu reduzieren. Die Katheterspezialisten profitieren von einer neuen Bildqualität, welche die Beurteilung von Größe und Funktion der Herzinnenräume und Koronararterien deutlich verbessert.

„Für unsere interventionellen Herzkatheterverfahren ist die detailreichere Darstellung in der Bildgebung ein immenser Gewinn“, betont Prof. Dr. Dieter Horstkotte, Direktor der Klinik für Kardiologie am HDZ NRW, die mit sechs Herzkatheterlaboren ausgestattet ist. Außerdem steht ein Hybrid-OP-Saal zur Verfügung, den Kardiologen und Herzchirurgen gemeinsam nutzen. Rund 10.000 Herzkatheteruntersuchungen führen die Bad Oeynhausener Kardiologen pro Jahr durch, darunter fast 4.000 therapeutische Interventionen wie Ballondilatationen und Stentanlagen sowie über 800 elektrophysiologische Prozeduren, u.a. zur Behandlung des Vorhofflimmerns. Das Artis-Q.zen-System wurde zum ersten Mal im November 2012 auf der internationalen Tagung der nordamerikanischen Gesellschaft für Radiologie (RSNA) in Chicago vorgestellt.

Technische Besonderheit von Artis Q.zen ist ein neu entwickelter Röntgenstrahler des Typs „Gigalix“, der dank einer sogenannten „Flat-Emitter-Technologie“ sehr strahlungsarm arbeitet und einen kleineren quadratischen Fokus aufweist als herkömmliche Strahler mit Glühwendeltechnik. Dies führt laut Angaben des Herstellers Siemens zu einer um bis zu 70 Prozent verbesserten Erkennbarkeit kleiner Gefäße. In Kombination mit einem neu entwickelten Röntgendetektor, der im Gegensatz zu fast allen herkömmlichen Detektoren nicht aus amorphem Silizium, sondern aus kristallinem Silizium besteht, gelingt eine rauschärmere Signalverstärkung bei besonders niedriger Strahlendosis.

Ergänzt wird die neue Anlage durch eine speziell für die interventionellen Eingriffe angepasste Software, die eine hervorragende Bildkorrelation mit der intrakoronaren Ultraschallbildgebung sowie eine echtzeit-bewegungsstabilisierte Stentdarstellung ermöglicht.

Insgesamt sieben Wochen nahm die Umbauzeit für das neue Herzkatheterlabor für den Ausbau der elf Jahre alten bisherigen Anlage, die Renovierung der Räume und die Inbetriebnahme des Artis Q.zen in Anspruch. Ein farblich programmierbares Ambient-Licht-System trägt während des minimal-invasiven Eingriffs zusätzlich zu einer für den Patienten entspannten Atmosphäre bei.

Weitere Informationen:
Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Anna Reiss (Ltg.)
Georgstr. 11
32545 Bad Oeynhausen
Tel. 05731 / 97 1955
Fax 05731 / 97 2028
E-Mail: info@hdz-nrw.de

Anna Reiss | idw
Weitere Informationen:
http://www.hdz-nrw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Neue Hoffnung für Leberkrebspatienten
24.03.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten
23.03.2017 | Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise