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Handheld-Device findet Drogen in Fingerabdruck

11.11.2011
Entwicklung aus England könnte zukünftig auch Krebs erkennen

Intelligent Fingerprinting, ein Spin-off der University of East Anglia,hat ein handliches Gerät entwickelt, das Drogen in Fingerabdrücken aufspüren und eindeutig einer Person zuweisen kann. Paul Yates, Business Developement Manager der Firma, erklärt im Gespräch mit pressetext, dass der Automat zukünftig auch Schwangerschaften und Krankheiten ermitteln könnte, darunter auch Krebs.


Scanner: Gerät ermittelt Drogen in Fingerabdruck (Foto: Int. Fingerprinting)

Molekül-Abbild der Fingerspitze

Der kürzlich präsentierte Prototyp ist laut Yates ein "signifikanter Meilenstein". Das Potenzial der Fingerabdruckanalyse ist zwar bekannt, noch nie war die Technik jedoch in ein tragbares Gerät verpackt. Die gewonnene Mobilität bringt eine Reihe von Vorteilen und Einsatzmöglichkeiten mit sich.

Das bislang noch namenlose Gerät scannt Fingerabdrücke in extrem hoher Auflösung, bis auf Molekülebene, erklärt der Unternehmer gegenüber pressetext. "Die Limitierungen des Gerätes liegen in der Anzahl an Molekülen, die es im Schweiß findet. Aktuell kann es alles zwischen 100 und 600 Masseeinheiten erkennen. Das ermöglicht den Nachweis eines breiten Spektrums von Abbauprodukten und Hormonen."

Verwechslung ausgeschlossen

Die extrem detailierte Abtastung bringt noch einen weiteren Vorteil mit sich. Auf dem Bild des Fingerabdrucks sind einzelne Schweißporen erkennbar, die ein je nach Person individuelles Muster ergeben und auch unterscheidbar machen, welche Spuren von ihr Stammen und welche etwa durch einen Händedruck aufgenommen wurden. Dies, in Verbindung mit dem Fingerabdruck an sich und der Auswertung an Ort und Stelle, ermöglicht einen wasserdichten Nachweis, beispielsweise für Gerichtsverfahren.

Eine Sicherheit, die bei Proben aus Blut, Speichel oder Urin nicht gewährleistet werden kann. Diese müssen von einem Arzt entnommen und einen Umweg über ein Labor nehmen, weswegen Verunreinigungen oder gar Verwechslungen eine akute Kompromittierungsgefahr darstellen, so Yates.

Produktion soll 2012 starten

Doch nicht nur Kriminalforensiker dürften sich für die Entwicklung von Intelligent Fingerprinting interessieren. "Unser Gerät könnte eine sehr breite Einsatzpalette im medizinischen Bereich abdecken", schildert der Business Developement Manager. "Wir können das Cortisol-Level messen und gehen daher davon aus, dass uns auch der Nachweis anderer Hormone gelingt. Das ermöglicht uns vielleicht, bestimmte Krankheiten, verschiedene Formen von Krebs oder Schwangerschaften über den Fingerabdruck nachzuweisen."

Aktuell benötigt das Analysegerät zehn Minuten, um einen Scan auszuwerten. Das Unternehmen sucht derzeit nach finanzieller Unterstützung, um eine marktreife Version entwickeln und die Forschung vorantreiben zu können. Geht alles nach Plan, so startet die Serienproduktion im kommenden Jahr. Wie hoch sich die Kosten für einen Analyseapparat belaufen werden, lässt sich derzeit noch nicht sagen.

Georg Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.intelligentfingerprinting.com
http://www.uea.ac.uk

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