Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gut gekühlt gegen Herzrhythmusstörungen

27.04.2009
Gekühlter magnetischer Katheter hilft schonend gegen Herzrhythmusstörungen. Das Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen setzt neue Behandlungsmethode ein.

Das Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen behandelt Patienten mit Vorhofflimmern mit einer neuen Methode und verbindet dabei zwei bewährte Verfahren: die Magnetnavigation und die gekühlte Radiofrequenz (RF)-Ablation (Verödung mit Hochfrequenzstrom).

Über einen Katheter, der über zwei große Magneten präzise gesteuert wird, wärmen die Kardiologen mit bis zu 40 Grad jene Stellen des Herzmuskels, die das Organ aus dem Takt bringen. Bei der neuen Methode wird die Katheterspitze durch eine raumtemperierte Kochsalzlösung auf 23 Grad Celsius gekühlt. Durch den so genannten "cooltip" kann die Verödung tiefer im Gewebe erfolgen. Dies geschieht an den Entstehungsorten der Herzrhythmusstörungen, an den "Zündkerzen".

Die Behandlung kann dadurch noch besser durchgeführt werden. "Das neue Verfahren setzen wir vor allem bei Patienten mit Vorhofflimmern ein. Die Kombination von gekühlter RF-Ablation und magnetischer Steuerung sind entscheidende Vorteile, die wir für die Behandlung nutzen", sagt Prof. Dr. Markus Zabel, Schwerpunktprofessur für Klinische Elektrophysiologie und Oberarzt der Abteilung Kardiologie und Pneumologie.

Die neue Methode wurde vor ihrer CE-Zulassung an neun ausgewählten Zentren in Europa und Kanada evaluiert. Am Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen wurden inzwischen 60 Patienten mit der neuen Methode der gekühlten Ablation per Magnetnavigation erfolgreich behandelt. "Damit sind wir eine der ersten Kliniken in Deutschland, die dieses neue Verfahren in der Routine anwendet", so Prof. Zabel. In Deutschland gibt es insgesamt nur 13 Kliniken, die mit der Magnetnavigation ausgestattet sind.

WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Abteilung Kardiologie und Pneumologie - Herzzentrum Göttingen
Prof. Dr. Markus Zabel, Telefon 0551 / 39-10265
markus.zabel@med.uni-goettingen.de

Stefan Weller | Uni Göttingen
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de
http://www.universitaetsmedizin-goettingen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Auf die richtige Verbindung kommt es an: Tiefe Hirnstimulation bei Parkinsonpatienten individuell anpassen
22.06.2017 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

nachricht Forschungsprojekt BabyLux: Neues Messinstrument schützt Frühgeborene vor Gehirnschädigungen
12.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie