Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grid-Computing im Kampf gegen Alzheimer

30.07.2010
Dank des technischen Fortschritts bei digitalen Infrastrukturen und modernster Software verfügen Ärzte und Patienten nun über immer bessere Instrumente für Diagnose und Therapie, wodurch die Medizin eine völlig neue Ebene erreicht hat.

Das Projekt NEUGRID ("A grid-based e-infrastructure for data archiving/communication and computationally intensive applications in the medical sciences") hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen technischen Fortschritt weiter auszubauen. Dazu wird es mit 2,8 Millionen EUR aus dem Themenbereich "Informations- und Kommunikationstechnologien" (IKT) des Siebten Rahmenprogramms der EU unterstützt.

Die Partner von NEUGRID, die das Projekt 2008 initiiert haben, führen hierbei eine neuartige und benutzerfreundliche gridgestützte elektronische Forschungsinfrastruktur ein, die es Neurowissenschaftlern in ganz Europa ermöglicht, degenerative Gehirnerkrankungen wie die Alzheimer-Krankheit näher zu erforschen.

Kurz gesagt können Neurowissenschaftler dank der gridgestützten elektronischen Forschungsinfrastruktur neurodegenerative Krankheitsmarker durch Analyse der dreidimensionalen (3D) Abbildungen des Gehirns bestimmen, die mithilfe von Kernspinnresonanz aufgenommen wurden.

Experten sagen Grid-Computing eine rosige Zukunft in der Welt der Medizin voraus. "Grid-Computing kann bei der Entwicklung und Verbesserung der medikamentösen Behandlung von chronischen Gehirnerkrankungen einen maßgeblichen Beitrag leisten", erklärt der Leiter des NEUGRID-Projekts Dr. Giovanni B. Frisoni, stellvertretender wissenschaftlicher Direktor des San Giovanni di Dio Fatebenefratelli Instituts in Brescia, Italien, sowie Leiter des Neuroimaging Labors.

Über die Behandlung der Alzheimer-Krankheit, einer fortschreitenden Form von Demenz, bei der Hirnzellen zerstört werden und es zu Gedächtnisverlust sowie zu Problemen beim Denken und Handeln kommt, erklärt Dr. Frisoni: "Es gibt nach wie vor keinen Biomarker der zeigt, ob ein Medikament wirkt oder nicht. Grid-Computing kann bei der Entwicklung von Markern helfen, die sich auf Bilder stützen, etwa das fortschreitende Schrumpfen des Kortex während des Alterungsprozesses. Dadurch können wir den Verlauf der Krankheit überwachen und somit auch die Wirksamkeit eines Medikaments, wodurch die Anzahl zukünftiger Patienten über einen kürzeren Zeitraum verringert werden kann."

Selbstverständlich halten sich die Partner von NEUGRID an alle Vorgaben des persönlichen Datenschutzes und schützen die Privatsphäre der Patienten, deren medizinische Daten für das Projekt genutzt werden. Ebenso werden ethische Standards sowie Datenschutzprotokolle im Einklang mit den aufkommenden europäischen Standards für Grid-Computing im Gesundheitssektor protokolliert.

In den nächsten 18 Monaten werden die Partner klinischen Forschungsinstituten Zugang zu drei entscheidenden Elementen für ihre Forschungen zur Alzheimer-Krankheit gewähren. Diese Institute werden auch Zugang zu großen, weltweiten Datenbanken erhalten.

Das Team arbeitet ebenso fieberhaft an der Entwicklung einer Zwischenschicht für Dienste zwischen Nutzer und Grid, um die Infrastruktur auf eine Serie von voneinander abhängigen Algorithmen auszuweiten. Darüber hinaus führen die Forscher Tests durch und werten den Prototyp der Infrastruktur aus.

Das NEUGRID-Konsortium hat bereits an einer Vielzahl von Workshops, Konferenzen, Kongressen und Meetings zur Verbreitung des Projekts teilgenommen. Dieses geht im Januar 2011 zwar zu Ende, die NEUGRID-Partner jedoch planen, die Leistungen auch auf andere medizinische Anwendungen auszuweiten. NEUGRID bringt Forscher und Industrieexperten aus Frankreich, Italien, den Niederlanden, Spanien, Schweden, der Schweiz und Großbritannien zusammen.

Für weitere Informationen:

NEUGRID:
http://www.neugrid.eu/pagine/home.php
IKT im RP7:
http://cordis.europa.eu/fp7/ict/

| CORDIS
Weitere Informationen:
http://www.neugrid.eu/pagine/home.php
http://cordis.europa.eu/fetch?CALLER=DE_PRESS_PROJ&ACTION=D&DOC=2&CAT=NEWS&QUERY=012a22ca17c4:8340:580b04d4&RCN=32366
http://cordis.europa.eu/fp7/ict/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Auf die richtige Verbindung kommt es an: Tiefe Hirnstimulation bei Parkinsonpatienten individuell anpassen
22.06.2017 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

nachricht Forschungsprojekt BabyLux: Neues Messinstrument schützt Frühgeborene vor Gehirnschädigungen
12.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive