Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Greifswalder Kardiologen implantieren den ersten neuentwickelten Defibrillator von BIOTRONIK

15.02.2013
Lebensretter Iforia verfügt über viele Vorteile für schwer herzkranke Patienten

Greifswalder Mediziner haben diese Woche erfolgreich weltweit die ersten neuentwickelten Defibrillatoren*, den Iforia von BIOTRONIK, implantiert.


Der Iforia - die Lebensretter werden immer kleiner und effektiver. Foto: BIOTRONIK

Weitere Kliniken in Europa haben diese Woche begonnen, den Lebensretter im Miniformat einzusetzen. Unter Federführung der Universitätsmedizin Greifswald sollen die Ergebnisse in einer internationalen Studie ausgewertet werden.

Zwei ältere Patienten aus Vorpommern mit einer Herzschwäche gehörten zu den ersten Patienten weltweit, die von der Neuentwicklung des Medizintechnikunternehmens aus Berlin profitiert haben.

„Der Iforia ist einer der kleinsten und langlebigsten implantierbaren Kardioverter Defibrillatoren (ICD). Er verfügt neben seiner lebensrettenden Funktion über bedeutende Eigenschaften, mit denen die Therapie und die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessert werden können“, erklärte Oberarzt Dr. Mathias Busch.

Längere Laufzeit und MRT ist kein Problem mehr

Eine herkömmliche Gerätebatterie hält im Mittel je nach nötiger Beanspruchung zwischen fünf und neun Jahre lang. Die neue, von BIOTRONIK entwickelte Iforia Serie zeichnet sich durch eine deutlich längere Servicezeit von bis zu elf Jahren aus. Durch die längere Lebensdauer des Implantats kann die Anzahl künftiger Gerätewechsel verringert und das damit einhergehende Komplikationsrisiko für solche Eingriffe gesenkt werden.

„Auch die Größe spielt eine Rolle“, so Busch weiter. „Je kleiner das Gerät, umso angenehmer für den Patienten, der den ICD ja als Fremdkörper implantiert bekommt. Der Iforia fällt nochmal deutlich kleiner als vergleichbare Geräte aus.“

Anders als die bisherigen ICD-Systeme bietet die Neuentwicklung den Patienten auch die Möglichkeit, sich im Kernspintomografen (Magnetresonanztomografie) untersuchen zu lassen. Kein anderes Verfahren bietet so präzise Bildinformationen wie die MR-Tomografie, die daher besonders häufig in der Krebs- und Schlaganfalldiagnostik genutzt wird.

„Bislang waren Träger eines ICD- oder Herzinsuffizienz(CRT-D)-Systems aus Sicherheitsgründen von den oftmals lebenswichtigen MRT-Untersuchungen ausgeschlossen“, erklärte der Kardiologe. „Da die Patienten immer älter werden und häufig Begleiterkrankungen haben, ist mit einem weiteren Anstieg an MRT-Untersuchungen in den nächsten Jahren fest zu rechnen.“

*Implantierbare Defibrillatoren funktionieren wie ein Herzschrittmacher. Kleiner und schmaler als eine Zigarettenschachtel werden die kleinen Geräte vor (seltener hinter) dem großen Brustmuskel eingesetzt. Von dort führt eine Elektrode über Venen in die rechte Herzkammer. Das Aggregat überwacht den Herzrhythmus und gibt im Bedarfsfall elektrische Impulse ab, die den normalen Herzrhythmus wieder herstellen. Der Defibrillator kann auch eine Elektroschocktherapie durchführen und so seinen Träger vor dem Herztod bewahren.

Universitätsmedizin Greifswald
Zentrum für Innere Medizin
Klinik und Poliklinik für Innere Medizin B
Neubau, Sauerbruchstraße, 17475 Greifswald
Direktor: Prof. Dr. Stephan Felix
T +49 3834 86-80 500
E InnereB@uni-greifswald.de

Constanze Steinke | idw
Weitere Informationen:
http://www.biotronik.com
http://www.medizin.uni-greifswald.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Elastografie verbessert Therapie bei Morbus Crohn
30.03.2015 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

nachricht Ultraschall statt Stich in die Leber: Elastografie ersetzt Gewebeproben
23.03.2015 | Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gemeinsam auf der Suche nach Wirkstoff gegen MRSA

Neues Projekt bündelt Kompetenzen des HZI und des Lead Discovery Center in Dortmund

Krankenhauskeime stellen in Deutschland ein immer größeres Problem dar. Der Grund: viele von ihnen sind resistent gegen die meisten herkömmlichen Antibiotika....

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln Mess-System für Schiffbau-Versuchsanstalten

Durch wissenschaftlich fundierte Daten der Forscher um Professor Nils Damaschke vom Institut für Allgemeine Elektrotechnik der Universität Rostock wird es künftig möglich, die Propellerform für Schiffe so zu optimieren, dass weniger Kraftstoff verbraucht und der Propellerverschleiß auf Grund von Kavitation reduziert werden kann. Die Wissenschaftler arbeiten inzwischen an der weiteren Verfeinerung eines kommerziellen Mess-Systems für die weltweit agierenden Schiffbau-Versuchsanstalten.

Kleinste Partikel spielen im täglichen Leben eine immer größere Rolle. Ob es sich um Schadstoffe in der Luft (Feinstaubbelastung) oder Zerstäubungsprozesse...

Im Focus: Den Synapsen bei der Arbeit zusehen

Göttinger Forscher beobachten Synapsenaktivität im Gehirn lebender Fruchtfliegen

Wissenschaftler der Universität Göttingen haben mit einer neuen Methode die Aktivität von Nervenzellen im Gehirn lebender Fruchtfliegen beobachtet. Bislang...

Im Focus: FiberLab-Roboter begeistert auf Photonics West in San Francisco

Mit ihrem „humanisierten“ Roboter zeigten Anna Lena Baumann und Wolfgang Schade erstmalig die erfolgreiche Umsetzung der 3D-Navigation über eine neuartige Lasermethode, der Standard Single-Mode-Glasfaser. Mehr als 17.000 Teilnehmer konnten den Roboter und FiberLab, das erste Projekt des Photonik Inkubators in Göttingen, auf der Photonics West in San Francisco kennen lernen.

Mit Hilfe eines in die Kleidung eingenähten Fasersensors wurden Armbewegungen eines Probanden dokumentiert und nach entsprechender Auswertung an den Roboter...

Im Focus: Femto Photonic Production: Neue Verfahren mit Ultrakurzpulslasern für die Fertigung von morgen

Für die deutsche Wirtschaft spielt die Lasertechnik eine herausragende Rolle: Etwa 40 Prozent der weltweit verkauften Strahlquellen und 20 Prozent der Lasersysteme für die Materialbearbeitung stammen aus Deutschland.

Beim Einsatz von Lasern in der Produktion sind deutsche Unternehmen führend. Diese Stärken gilt es zu erhalten und auszubauen. Deswegen hat das...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Premiere für die "innteract conference"

30.03.2015 | Veranstaltungen

Startup Weekend: In 54 Stunden von der Gründungsidee zur Firmengründung

30.03.2015 | Veranstaltungen

Große Bühne für Wissenschaft in drei Minuten

30.03.2015 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Clearstream eröffnet neues Büro in Zürich

31.03.2015 | Unternehmensmeldung

Einfluss von Materialporen beim Crash-Verhalten von Automobilbauteilen

31.03.2015 | HANNOVER MESSE

Ausschreibung Deutscher Journalistenpreis Neurologie 2015: Mensch im Blick – Gehirn im Fokus

31.03.2015 | Förderungen Preise