Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gehirn-OP in 3D

04.09.2013
MESSEN STATT SCHÄTZEN: SICHERE GEHIRNOPERATION DANK WIENER START-UP CVTEC

INiTS optimiert Finanzstrategie und Gründungsvorbereitung

Präzise Messung statt grober Schätzung - das ermöglicht eine clevere Software für lebenswichtige Gehirnoperationen. Das von Wissenschaftern der Zerebrovaskulären Forschungsgruppe Wien (ZVFG) entwickelte Programm berechnet sekundenschnell Kontrollwerte für die operative Behandlung lebensbedrohender Gefäßerweiterungen, sogenannter Aneurismen.

Dazu werden 3D-Darstellungen der Gefäßerweiterung berechnet, die Neurochirurgen essenzielle Informationen über den operativen Fortschritt geben. Dank der Unterstützung durch das Universitäre Gründerservice INiTS wurde nun die zeitgerechte Finanzierung der weiteren Entwicklung in einem eigenen Unternehmen sichergestellt.

Ballonartige Blutgefäßerweiterungen im Gehirn, Aneurismen, sind lebensbedrohlich - und die etablierte Behandlungsmethode weist Schwächen auf: Die Kontrolle des Behandlungsverlaufes beruht v. a. auf der Erfahrung und Abschätzung der operierenden Neurochirurgen.

Objektive Kriterien fehlen weitestgehend. Diese bietet nun eine Software, die zwei Wissenschafter der Zerebrovaskulären Forschungsgruppe (ZVFG) Wien entwickelt haben. Gemeinsam mit den Experten der INiTS Universitäres Gründerservice GmbH wurde gleichzeitig eine Finanzierungsstrategie für die Weiterentwicklung ausgearbeitet, die umgehend Früchte trug.

NISCHEN FÜLLEN

Zu diesem Erfolg des INiTS meint die Geschäftsführerin Dr. Irene Fialka: "Die neu entwickelte Software ist hochinnovativ und bedient einen Nischenmarkt, der mit EUR 86 Millionen pro Jahr für ein Start-up durchaus attraktiv ist. Doch im hart umkämpften Medizinmarkt sind technologische Vorsprünge rasch verloren. So unterstützten wir das Team bei der Anbahnung von Finanzierungen zur raschen Weiterentwicklung und Kommerzialisierung." Schnell wurde diese Zusammenarbeit belohnt: Eine Preseed-Finanzierung der Austria Wirtschaftsservice GmbH sichert jetzt die Finanzierung der Entwicklung bis zur Marktreife - sowie die Gründung einer eigenen Gesellschaft, der CVTec Cerebrovascular Technologies GmbH (CVTec).

Neben der professionellen Unterstützung des INiTS war auch der medizinische Fortschritt, den die Software bietet, für die rasche Zusage verantwortlich. Tatsächlich wird zur Behandlung einer Gefäßerweiterung im Gehirn ein Katheter minimal-invasiv bis in das ausgeweitete Gefäß geführt. Anschließend wird die Gefäßaufweitung mit speziellen Spulen ("Coils") gefüllt. Diese sorgen für eine Verlangsamung des Blutflusses mit anschließender Blutgerinnung. In der so ausgefüllten Aufweitung beginnt dann ein Narbenbildungsprozess, der die Gefäßstabilität wieder herstellt. Dabei ist für den langfristigen Erfolg der Operation die sogenannte Verschlussrate entscheidend - also wie viel Prozent der Aufweitung mit Coils gefüllt wurden: Zu wenige Coils führen zu einer erneuten Blutung. Zu viele können die Gefäßausbuchtung so überdehnen, dass die Gefäßwand einreißt - oder eine Blockade des gesamten Gefäßes verursachen. Die Folge ist ein Schlaganfall. Trotz der Gefahr einer solchen gravierenden Konsequenz müssen die operierenden Chirurgen die Verschlussrate derzeit anhand zweier 2D-Röntgenaufnahmen schätzen.

IRREN IST MENSCHLICH

Dazu einer der beiden Entwickler der Software und zukünftigen Geschäftsführer von CVTec, Georg Mach: "Natürlich können sich die Operierenden irren und überschätzen diesen Wert um bis zu 30 Prozent! Unsere Software erstellt aus vorhandenen Aufnahmen ein räumliches Bild und berechnet automatisch die Verschlussrate. So erhält der Chirurg noch während der Operation objektive Information." Der Vorteil für den Kostenträger: Eine optimale Verschlussrate reduziert die post-operativen Komplikationen und reduziert die Notwendigkeit erneuter Operationen. Ein weiterer Vorteil ist auch die einfache Integration der Software in die bisherige Operationsroutine. Die Nutzung der Software wird dabei als Serviceleistung angeboten, die sich vollständig den Patienten zuordnen lässt und bei weniger als 5 Prozent der Materialkosten der Operation liegt.

Parallel mit der Vorbereitung zum Markteintritt befassen sich Georg Mach und sein Kollege, der Neurochirurg Camillo Sherif, auf Anregung des INiTS hin auch schon mit der weiteren Innovationsstrategie des Unternehmens. So sind Folgeprodukte geplant, die es erlauben, Coils zu erkennen, die aus der Aufweitung in das Trägergefäß hinausragen (und den Blutstrom behindern), oder den Blutfluss direkt zu simulieren. Auch Risikoanalysen für Patienten, bei denen Gefäßerweiterungen rein zufällig entdeckt werden, sollen zukünftig möglich werden. Die innovative Zukunft der CVTec ist damit vorgezeichnet.

Über INiTS (Stand September 2013):
INiTS hat sich seit dem Jahr 2002 als Business-Inkubator das Ziel gesetzt, die Erfolgswahrscheinlichkeit von innovativen, wachstumsstarken Start-ups im Raum Wien zu erhöhen. In einem intensiven Betreuungs-Programm stellt INiTS den JungunternehmerInnen/Start-ups Beratung, Finanzierung, Hands-on Unterstützung, Kontakt und Zugang zu Know-how sowie Büroräumlichkeiten zur Verfügung, um deren Fortschritt zu beschleunigen. Das Programm richtet sich an ambitionierte AbsolventInnen, MitarbeiterInnen und Studierende der Wiener Universitäten und Fachhochschulen, die ihre innovativen Ideen in die Tat umsetzen wollen. INiTS ist das Wiener Zentrum des AplusB-Programms des BMVIT und ein Unternehmen der ZIT, der Technologieagentur der Stadt Wien, der Universität Wien und der Technischen Universität Wien und wird auch durch Mittel der EU gefördert.
Über die CVTec Cerebrovascular Technologies GmbH (Stand September 2013):
Die CVTec entwickelt qualitativ hochwertige Dienstleistungen und Produkte, die es ihren Partnern in Zukunft ermöglichen wird, sich auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren. Das erste Produkt wird CoilControl3D darstellen, eine Software, die Neurochirurgen und Neuroradiologen bei einer lebensrettenden Operation unterstützt. Für die hohen Qualitätsstandards im Medizintechnikbereich ist neben Expertise und Erfahrung noch Diversität essentiell. Daher haben sich dem Entwicklerteam aus einem Computertechniker und einem Neurochirurgen noch ein Wirtschaftsanwalt, ein Tiermediziner und ein Business-Consultant angeschlossen. Alle bringen in ihrem jeweiligen Bereich bereits mehrjährige Berufserfahrung mit.
Kontakt INiTS:
Mag. Eva Krizsanits
Marketing & PR
INiTS Universitäres Gründerservice
Graumanngasse 7, Stiege B / 5. Stock
1150 Wien
T +43 / (0)1 / 715 72 67 21
E eva.krizsanits@inits.at
W http://www.inits.at
Kontakt CVTec:
Georg Mach, Bsc
CVTec Cerebrovascular Technologies GmbH
Mariahilfer Strasse 136/1.10
1150 Wien
T +43 / (0)676 / 5750936
E georg.mach@cerebrovascular.at
Redaktion & Aussendung:
PR&D - Public Relations für Forschung & Bildung Mariannengasse 8
1090 Wien
T +43 / (0)1 / 505 70 44
E contact@prd.at
W http://www.prd.at

Judith Sandberger | PR&D
Weitere Informationen:
http://www.cerebrovascular.at
http://www.inits.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Fit im Alter durch Hirnstimulation und Training
19.04.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht CTCelect – die Projekt(erfolgs)geschichte wird fortgeschrieben
06.04.2017 | Fraunhofer ICT-IMM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

1. Es­se­ner Ge­fahr­gut­ta­ge am 19.-20. Sep­tem­ber 2017 mit fach­be­glei­ten­der Aus­stel­lung

24.04.2017 | Seminare Workshops

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE