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Gefäßprothese mit Medikamentenbeschichtung verbessert Therapieerfolg

02.02.2011
  • Weltweit erste Generation medikamentenbeschichteter, selbst ausdehnender Gefäß-Stützen (Stent) kommt im Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW) in Bad Oeynhausen zum Einsatz
  • Superelastizität und außergewöhnliche Form-Gedächtnis-Eigenschaften des Nitinol-Stents ermöglichen erstmals nachträglichen Zugang und Weitung selbst kleinster Gefäßverästelungen
  • Medikamentenbeschichtung reduziert Entzündungsreaktionen deutlich
  • HDZ NRW plant Ausweitung der neuen Therapiemöglichkeit auf alle der rund 3000 Patienten mit Herzgefäßerkrankung, die pro Jahr im HDZ NRW behandelt werden

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In der Kardiologischen Klinik des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen, Bad Oeynhausen (http://www.hdz-nrw.de), wurde erstmals weltweit ein selbstexpandierbarer Stent (Gefäßstütze) mit Medikamentenbeschichtung bei einem Patienten erfolgreich eingesetzt: „Wir sind sehr stolz darauf, dass dieser innovative Stent zum ersten Mal außerhalb einer klinischen Studie mit exzellentem Ergebnis bei uns in Bad Oeynhausen zum Einsatz gekommen ist“, sagt Prof. Dr. Dieter Horstkotte, Klinikdirektor der Kardiologischen Klinik am HDZ NRW.


Bessere Therapiemöglichkeiten für rund 1,5 Millionen Betroffene

Der erste Einsatz einer selbstexpandierenden, medikamentenbeschichteten Gefäßprothese gibt rund 1,5 Millionen Patienten, die in Deutschland an einer Erkrankung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit) leiden, neue Hoffnung. „Die weltweit einzigartige Kombination aus selbstexpandierendem Metall-Stent als Stabilisator des Gefäßes und einer entzündungshemmenden Medikamentenbeschichtung ist ein deutlicher Fortschritt für die Behandlung von Patienten mit akutem Herzinfarkt und koronarer Herzkrankheit“, erläutert Oberarzt Dr. Marcus Wiemer, Leiter des Herzkatheterlabors.

Superelastizität des Nitinol-Stent verbessert Therapieerfolg

Mit einer Länge von 22 bis 27 Millimeter ist der Stent nur so groß wie ein Fingernagel. Dank der medikamentösen Beschichtung werden vorhersehbare Entzündungsreaktionen in der Gefäßwand und die daraus entstehende Narbengewebebildungen deutlich reduziert. Die Nickel-Titan Legierung (Nitinol) des Stents besitzt außergewöhnliche Form-Gedächtnis-Eigenschaften sowie eine Superelastizität: „Dank dieser Eigenschaften ist auch ein nachträglicher Zugang zu den wichtigen Seitengefäßen möglich, nachdem die Prothese im Hauptgefäß platziert worden ist. So können Verengungen in den extrem engen Verästelungen der Herzkranzgefäße behandelt werden, was die Versorgung des Seitengefäßes mit Blut zusätzlich verbessert“, so die Bad Oeynhausener Kardiologen.

Bei dem bislang angewandten Verfahren wird der Stent durch einen Ballon an die Gefäßwand gepresst. Die selbstexpandierenden Stents der Stentys-Serie unterscheiden sich davon durch die Eigenschaften des Nitinols. Die Aufdehnung des Gefäßes erfolgt nach Einbringen des Stents dauerhaft durch eine beständige auswärtsgerichtete Kraft des Nitinol-Netzes gegen die Gefäßwand. Dies führt zu einer schonenden Gefäßwiedereröffnung sowie zu einer vollständigen Ausdehnung und Anpassung an die ursprüngliche Gefäßweite.

HDZ NRW behandelt jährlich mehr als 3000 Patienten mit Herzgefäßerkrankung

Die Gefäßstütze wird über die Leistenarterie zum Herzgefäß geführt und an der zu behandelten Herzgefäßverengung positioniert. Dieses Verfahren ist grundsätzlich schonender im Vergleich zu einer Herzoperation. „Ich freue mich, dass wir unseren Patienten, die wir in der Klinik für Kardiologie des HDZ NRW jährlich wegen der Herzgefäßerkrankung behandeln, nun diese noch schonendere Therapie anbieten können“, so Dr. Wiemer.

Anna Reiss | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.hdz-nrw.de

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