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Ganzkörper-CTs erhöhen Überlebenschancen von Schwerverletzten

30.06.2011
PD Dr. Stefan Huber-Wagner (TU München) und Prof. Dr. Rolf Lefering (Universität Witten/Herdecke) erhalten Albert-Hoffa-Preis für ihre Forschung

Wer nach einem schweren Unfall oder Sturz ins Krankenhaus eingeliefert wird und dessen gesamter Körper im Rahmen der Akutdiagnostik mit einem Computertomografen (CT) untersucht wird, hat deutlich bessere Überlebenschancen: Das ist das Ergebnis der Forschung von Prof. Dr. Rolf Lefering (Universität Witten/Herdecke) und PD Dr. Stefan Huber-Wagner (TU München), die dafür mit dem Albert-Hoffa-Preis der Norddeutschen Orthopäden- und Unfallchirurgenvereinigung ausgezeichnet wurden.

„Wir konnten an mehr als 4600 Patienten aus dem TraumaRegister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) nachweisen, dass bei Einsatz dieser Diagnostik die Sterblichkeit um 3%-Punkte niedriger liegt als im Durchschnitt erwartet, nämlich 20% statt 23%“, erläutert Lefering das Ergebnis. Patienten ohne Ganzkörper-CT zeigten dagegen eine Sterblichkeit von 21,3%, die genau der Prognose von 20,6% entsprach. Lefering ordnet ein: „3%-Punkte klingt zunächst wenig, ist aber der größte Sprung in der Behandlung Schwerverletzter seit gut zehn Jahren. Man muss nur 30 Unfallopfer scannen, um ein Leben mehr zu retten.“ Besonders stolz ist er darauf, dass diese Studie auch in der renommierten Zeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht wurde. (Link s.u.)

Jedoch ist es für Lefering nicht damit getan, lediglich ein CT anzufertigen. „Diese Untersuchung muss in ein sinnvolles Versorgungskonzept eingebunden sein. Unsere Forschungen konzentrieren sich nun darauf herauszufinden, welchen Patienten mit welchen Verletzungen von einem Ganzkörper- CT besonders profitieren, und welche weniger.“

Dies ist nur eine von vielen Fragen, die mit Daten aus dem TraumaRegister DGU beantwortet werden können; derzeit werden jährlich etwa 20 Arbeiten zu unterschiedlichen Themen publiziert (www.traumaregister.de). In diesem Sinne würdigt die Preisverleihung die jahrelange effektive und intensive Kooperation von klinischen und methodischen Experten in diesem Register.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Rolf Lefering, 0221 98957-16, rolf.lefering@uni-wh.de

Die ausführliche Studie finden Sie hier: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0140673609602324

Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.300 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsbildung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

Kay Gropp | Universität Witten/Herdecke
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0140673609602324

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