Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsprojekt: Hüftprothese „mit Köpfchen“

15.03.2010
Arbeitsgruppe am Bergmannsheil beteiligt sich an Forschungsverbund zur Entwicklung eines intelligenten Hüft-Implantates - 270.000 Euro Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Wenn das Hüftgelenk verschlissen ist, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursacht, ist oftmals ein künstlicher Gelenkersatz der letzte Ausweg. Doch der Eingriff verläuft nicht immer problemlos: Selbst ein hochwertiges Implantat und eine plangemäß durchgeführte Operation garantieren nicht, dass das neue Gelenk richtig mit dem Knochen zusammenwächst. Dabei lässt sich das Einwachsen der Prothese mit den gängigen Diagnosemethoden (z. B. Röntgen) nur ungenau überwachen.

Eine Hüftprothese, die mitdenkt

Hier setzt ein neuer Forschungsverbund an: Unter dem Projektnamen INHUEPRO - Intelligente Hüftprothese entwickeln verschiedene Forschungspartner ein neues Diagnosesystem, um das Einwachsen einer Hüftprothese exakt kontrollieren zu können. Beteiligt ist an dem Projekt unter anderem die chirurgische Forschung (Leitung: Prof. Dr. Manfred Köller) am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil (Universitätsklinikum der RUB). Das Kernstück des Projektes ist die Entwicklung eines kleinen, etwa Centstück-großen Sensors, der fest in die Prothese eingebaut wird.
Dieser soll in der Lage sein, kleinste Schwingungen an der Prothese zu empfangen und zu verarbeiten. Wird der Schaft der Prothese dann von außen durch Ultraschallwellen in Schwingung gebracht, so können aus der Interpretation dieser Daten fundierte Rückschlüsse auf die Festigkeit des Hüftgelenks gezogen werden. Dazu steht ein weiteres, externes Gerät bereit: Es empfängt die aufgezeichneten Daten drahtlos und wertet sie aus. Auf diese Weise soll der behandelnde Arzt ein zuverlässiges Bild bekommen, ob eine eingesetzte Hüftprothese planmäßig mit dem Knochen verwächst oder nicht und ob gegebenenfalls eine korrigierende Operation unausweichlich ist.

Von der Entwicklung zur vorklinischen Erprobung

Die Entwicklung des Sensors ist eine wesentliche Herausforderung des Projektes: Denn das Mikrosystem muss verschiedene Komponenten wie Vibrationssensor, Signalverstärker und Datenchip enthalten und dabei auf weitaus kleinere Abmessungen gebracht werden, als es der derzeitige Stand der Technik hergibt. Von der Realisierung dieser neuen Technologie erhoffen sich die Forscher Impulse auch für die Entwicklung anderer intelligenter Implantate. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der vorklinischen Erprobung des Systems, die durch die Arbeitsgruppe am Bergmannsheil um Dr. Birger Jettkant und Dipl. Phys. Uwe Dambrowski geleistet wird. Sie wird sowohl die Funktionalität des Diagnosesystems prüfen und den Einsatz des Implantates erproben.

Zahlreiche Projektpartner beteiligt

Das Projekt INHUEPRO wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und koordiniert von der Aesculap AG in Tuttlingen. Weitere Projektpartner sind die MPD GmbH, die Ruwisch & Kollegen GmbH, die AST GmbH, die CeramTec AG, das Fraunhofer Institut IPMS, die Medizinische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum sowie die Technische Universität Dresden. Das gesamte Fördervolumen beläuft sich auf 2,8 Mio. Euro. 270.000 Euro fließen an die Arbeitsgruppe am Bergmannsheil.

Über das Bergmannsheil

Das Berufsgenossenschaftliche Universitätsklinikum Bergmannsheil - Klinikum der Ruhr-Universität Bochum - repräsentiert den Strukturwandel im Ruhrgebiet wie kein anderes Krankenhaus: 1890 als erste Unfallklinik der Welt zur Versorgung von verunglückten Bergleuten gegründet, zählt es heute zu den modernsten und leistungsfähigsten Akutkliniken der Maximalversorgung. In 22 Kliniken und Fachabteilungen mit insgesamt 622 Betten werden jährlich rund 19.000 Patienten stationär und ca. 60.000 ambulant behandelt. Mehr als die Hälfte der Patienten kommen aus dem überregionalen Einzugsbereich. Weitere Informationen im Internet unter: www.bergmannsheil.de.

Weitere Informationen:

Dr. Birger Jettkant
Chirurgische Klinik - Chirurgische Forschung
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel.: 0234/302-6382 /-4681
E-Mail: birger.jettkant@rub.de

Pressekontakt:

Robin Jopp
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wi-Med Bergmannsheil GmbH
c/o Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel.: 0234/302-6125
E-Mail: robin.jopp@bergmannsheil.de

Robin Jopp | Bergmannsheil
Weitere Informationen:
http://www.bergmannsheil.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Auf die richtige Verbindung kommt es an: Tiefe Hirnstimulation bei Parkinsonpatienten individuell anpassen
22.06.2017 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

nachricht Forschungsprojekt BabyLux: Neues Messinstrument schützt Frühgeborene vor Gehirnschädigungen
12.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie