Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

23.03.2017

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im Herzbereich anwenden. „Mit fokussierter (Notfall-)sonografie kommen Notfallmediziner oftmals schneller beziehungsweise überhaupt zur richtigen Diagnose“, sagt Dr. med. Wolfgang Heinz, Leiter des Arbeitskreises Notfallsonografie der DEGUM, Internist, Notfall- und Intensivmediziner in Stuttgart.


Quelle: DRF Luftrettung

„Schon am Unfallort können sie notwendige erste Behandlungsschritte einleiten und dann die richtige Klinik zur Weiterbehandlung des Patienten anfliegen.“ Zudem könnten Notfallmediziner wichtige Informationen über den Erkrankten bereits an die Zielklinik weiterleiten und so wertvolle Zeit sparen. Ein weiterer Vorteil: die diagnostische Bildgebung erfolgt ganz ohne Strahlenbelastung für den Patienten.

Die modernen kleinen Ultraschallgeräte bieten heutzutage eine erstaunlich gute Bildqualität. Die DRF Luftrettung hat beispielsweise alle ihre Rettungshubschrauber mit kleinen hochmobilen Ultraschallgeräten ausgerüstet.

„Damit Notärzte und Rettungsassistenten die Geräte professionell einsetzen können, schulen wir sie ausführlich“, so Heinz, der selbst als Notarzt bei der DRF Luftrettung tätig ist. „Wir führen sie zunächst theoretisch in wichtige Praktiken der Sonografie ein, zeigen anschließend Fallbeispiele und geben ihnen in einem Praxisteil die Möglichkeit, Ultraschalldiagnosen unter realitätsnahen Einsatzbedingungen an Testpersonen und Patienten zu stellen.“

Wichtig bei der Ultraschall-Ausbildung ist dabei, dass auf die in der Notfallmedizin relevanten Situationen und Fragestellungen abgehoben wird. Um einen hochwertigen Standard für die Basisausbildung in der Notfallsonografie zu ermöglichen, hat die DEGUM gemeinsam mit den Gesellschaften für Ultraschall der Schweiz und Österreich (SGUM und ÖGUM) ein qualitativ hochwertiges Curriculum für einen Basiskurs entwickelt. „Der Kurs richtet sich dabei an Ultraschallanfänger, es sind keine Vorkenntnisse notwendig“, erläutert DEGUM-Experte Heinz.

Für die Rettungskräfte und Notfallmediziner funktioniert dieses Konzept gut: Die Stuttgarter Hubschrauberbesatzung der DRF Luftrettung konnte ihr Sonografiegerät beispielsweise kürzlich bei einem Unfall erfolgreich einsetzen. Ein Arbeiter war mehrere Meter in die Tiefe gestürzt, es bestand akuter Verdacht auf innere Blutungen. Noch am Einsatzort konnte der Hubschraubernotarzt mit Hilfe des mobilen Sonografiegerätes diese lebensbedrohlichen Blutungen ausschließen.

Der Weg zur weiten Verbreitung der Ultraschallgeräte in der Notfallsonografie war lang: „Viele Jahre herrschte die Vorstellung, dass die Ultraschalldiagnostik den Spezialisten der jeweiligen Fachrichtungen vorbehalten sei“, sagt Heinz. „Mittlerweile hat sich die eher symptombezogene Sonografie in Notfällen gegenüber der organspezifischen aber stärker durchgesetzt. Die Sonografie ist durch die kleinen Geräte mobil geworden. Wir sind (hoffentlich) bald soweit, dass eine fokussierte Sonografie bei Notfallpatienten so selbstverständlich zur Erstuntersuchung gehört, wie z.B. die Auskultation.“

Neben den kleinen Ultraschallgeräten führen die Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung alle medizinischen Geräte mit sich, die für eine optimale Patientenversorgung notwendig sind. An Bord der Hubschrauber sind immer ein Pilot, ein Notarzt und ein Rettungsassistent. Einsatzorte im Umkreis von 60 Kilometern können innerhalb von 15 Flugminuten erreicht werden, um Schwerverletzten oder schwer erkrankten Menschen im Kampf zwischen Leben und Tod innerhalb kürzester Zeit zu helfen.

Kostenloses Fotomaterial zum Download finden Sie unter:

https://presse.drf-luftrettung.de/de/multimedia/sonographiekurs-fuer-medizinisch...
https://presse.drf-luftrettung.de/de/multimedia/sonographiekurs-fuer-medizinisch...

Hinweis: Wenn Sie die Fotos verwenden, geben Sie bitte die DRF Luftrettung als Quelle an.

Über die DEGUM
Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bietet ein Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet des medizinischen Ultraschalls. Sie vereint rund 10 000 Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenten, Naturwissenschaftler und Techniker. Ultraschalldiagnostik ist heute das am häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin. Ultraschallanwendern bescheinigt die DEGUM eine entsprechende Qualifikation mit einem Zertifikat der Stufen I bis III. DEGUM zertifizierte Ärzte finden Patienten im Internet unter: http://www.degum.de

Über die DRF Luftrettung
Die DRF Luftrettung setzt an 31 Luftrettungsstationen in Deutschland und Österreich Hubschrauber für die schnelle Notfallrettung und dringende Transporte von Intensivpatienten zwischen Kliniken ein. Insgesamt leistete die DRF Luftrettung im vergangenen Jahr 38.015 Einsätze. Seit 2004 verwendet die DRF Luftrettung bei ihren Rettungseinsätzen erfolgreich mobile Ultraschallgeräte. So wird bei Notfalleinsätzen wertvolle Zeit gespart, die dem Patienten zugutekommt. Um weiterhin die hohe Qualität ihrer Arbeit sicherzustellen, investiert die DRF Luftrettung kontinuierlich in die Fortbildung ihrer Mitarbeiter und in die Modernisierung ihrer Flotte. Diese Kosten trägt sie teils selbst, teils tritt sie in teure finanzielle Vorleistung. Daher ist die gemeinnützig tätige Luftrettungsorganisation auf die Unterstützung von Förderern und Spendern angewiesen. Mehr Informationen online unter: http://www.drf-luftrettung.de und http://www.facebook.com/drfluftrettung.


Kontakt für Journalisten:
Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM)
Friederike Gehlenborg
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: +49 (0)711 8931 -295
Telefax: +49 (0)711 8931 -167
gehlenborg@medizinkommunikation.org

Petra Hentschel
DRF Luftrettung
Pressesprecherin
Tel.: 0711 7007 2203
E-Mail: petra.hentschel@drf-luftrettung.de

Weitere Informationen:

http://www.degum.de
http://www.drf-luftrettung.de
http://www.facebook.com/drfluftrettung
https://presse.drf-luftrettung.de/de/multimedia/sonographiekurs-fuer-medizinisch...
https://presse.drf-luftrettung.de/de/multimedia/sonographiekurs-fuer-medizinisch...

Friederike Gehlenborg | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Fraunhofer IGB wirkt bei Gestaltung des europäischen Fahrplans für Organ-on-a-Chip-Technologie mit
14.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

nachricht Entwicklung modernster Navigationssysteme für die Gefäßchirurgie
06.11.2017 | Universität zu Lübeck

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung