Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EXIST-Gründerstipendium für Projektteam Retinanalysis und seine innovative Idee

10.09.2013
Der Medizinstudent Robert Kromer (24), der Betriebswirt Christoph Snaga (26) und der Informatiker Stefan Kassler (31) bilden das Projektteam Retinanalysis, deren bevorstehende Firmenausgründung aus der Universität Leipzig vom Bund gefördert wird:
Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler übergab am Dienstag (10.9.2013) das 1000. EXIST-Stipendium an die drei innovativen Unternehmer in spé. Das Trio hat eine Software entwickelt, die Augenärzten mit Hilfe der Optischen Kohärenz Tomographie (OCT) eine detaillierte Auswertung von Erkrankungen des Gefäßsystems im Auge ermöglicht. Rösler sprach von der Übergabe von einem "guten Projekt". Das Stipendium biete den drei jungen Menschen die Chance, aus einer wissenschaftlichen Erkenntnis ein erfolgreiches Geschäftsmodell zu entwickeln.

Im kommenden Jahr wollen Kromer, Snaga und Kassler ihre Firma gründen. Während seiner Dissertationszeit hat Kromer mit OTC-Geräten gearbeitet und im Rahmen seiner Doktorarbeit mehrere Publikationen dazu verfasst. Ebenso intensiv habe er sich mit der Gefäßmedizin befasst. Irgendwann sei er dann auf die Idee gekommen, die Optische Kohärenz Tomographie auch beim Auge anzuwenden, um mit höherer Genauigkeit als bisher krankhafte Gewebeveränderungen erkennen zu können. Er holte sich seine beiden Mitstreiter ins Boot, und die Geschäftsidee wurde umgesetzt.

Am Augenhintergrund lassen sich die Blutgefäße direkt erkennen. Mit neuen hochauflösenden Technologien (OCT) kann die Retinanalysis-Software in der Tiefenaufnahme frühzeitig Gefäßveränderungen erkennen.
Foto: Retinanalysis

Mit ihrer neuen Software, die sich das Dreierteam im Juli patentieren ließ, könnten im Tiefenschnittbild der Netzhaut die Gefäße und deren Schatten genau betrachtet und dadurch krankhafte Veränderungen viel eher als bisher festgestellt werden. "Die OCT-Technik ist relativ neu. Deshalb wurden viele Sachen noch nicht erforscht. Da ist noch sehr viel Potenzial da", erklärt Kromer. Bisher seien Gefäßveränderungen im Auge erst festgestellt worden, wenn bereits sichtbare Veränderungen wie Neubildungen von Gefäßen oder Blutungen aufgetreten sind. Dann, so sagt der Medizinstudent der Universität Leipzig, sind die Gefäßerkrankungen meist schon recht fortgeschritten.

"Die Augen sind ein besonderes Organ. Forschungen weltweit haben gezeigt, dass Krankheiten, die den ganzen Körper betreffen wie beispielsweise Gefäßverkalkungen bei Diabetikern oder Rauchern, an den Augen oft schon Jahre früher diagnostiziert werden können", sagt Kromer. Ihre neue Software könne dazu beitragen, da sie automatisch Gefäße und Schichten der Netzhaut erkenne.

Allein in Deutschland wird der Bestand an OTC-Geräten von führenden Herstellern auf über 1.000 geschätzt. Diese Tatsache ist für Retinanalysis von großer Relevanz, da dieses Gerät die Grundvoraussetzung für die Nutzung der neuen Software ist. Der Markt für Retinanalysis wachse kontinuierlich durch die zunehmende Etablierung der OCT-Geräte in der klinischen Praxis sowie durch die wachsende Zahl niedergelassener Augenärzte, berichtet Kromer.

"Wir konzentrieren wir uns zunächst auf den deutschen Markt, planen jedoch mittelfristig auch den Eintritt in internationale Märkte", erklärt er. Es seien bereits Vorgespräche mit mehreren niedergelassenen Augenärzten geführt worden, die an einem Einsatz der Retinanalysis-Software - auch als Pilotprojekt - interessiert sind. Das Gründungsvorhaben wird von der Self Management Initiative Leipzig der Universität Leipzig (SMILE) beraten und unterstützt. Der Prorektor für Entwicklung und Transfer der Universität, Prof. Dr. Thomas Lenk, betonte, die Erfolgsquote von SMILE sei "richtig beispielhaft".

Weitere Informationen:
Robert Kromer
Universität Leipzig, Retinanalysis
Telefon: +49 341 21825768
E-Mail: info@retinanalysis.de

Robert Kromer | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.retinanalysis.de
http://www.uni-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Herzforschung - Neue Katheterklappe in Tübingen entwickelt
16.01.2017 | Universitätsklinikum Tübingen

nachricht Fernüberwachung bei Herzschwäche kann Klinikaufenthalt ersparen
09.01.2017 | Universitäts-Herzzentrum Freiburg - Bad Krozingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik