Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erstmals wurde in Baden-Württemberg ein Herzklappenfehler über einen Leistenkatheter behoben

05.11.2009
Heidelberger Kardiologen reparieren undichte Mitralklappe am schlagenden Herzen / Nur wenige Zentren weltweit bieten diesen Eingriff an

Bisher musste der Brustkorb eröffnet werden, wenn die Einlassklappe der linken Herzkammer (Mitralklappe) operiert werden sollte. Der Heidelberger Kardiologe, Privatdozent Dr. Wolfgang Rottbauer, Leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik III (Ärztl. Direktor: Prof. Dr. H. A. Katus), und sein Team haben - in Zusammenarbeit mit den Abteilungen Anästhesie und Herzchirurgie - am Herzzentrum des Universitätsklinikums Heidelberg ein neues Behandlungsverfahren für die Undichte der Mitralklappe etabliert.

Dabei wird die Mitralklappenfunktion über einen Venenkatheter in der Leiste am schlagenden Herzen wiederhergestellt. Besonders Patienten, die aus verschiedenen Gründen nicht am offenen Herzen operiert werden können, profitieren von dieser neuen Methode. Sie wird nun erstmals auch in Baden-Württemberg angeboten.

Schließt die Einlassklappe der linken Hauptkammer des Herzens (Mitralklappe) nicht richtig, staut sich das Blut in die Lunge zurück, und die Patienten leiden unter Leistungsschwäche und Luftnot. Eine solche Undichte der Mitralklappe ist relativ häufig und tritt aufgrund verschiedener Erkrankungen auf, z.B. nach einem Herzinfarkt, wobei über 50 Prozent der Patienten betroffen sein können. Bei einer Operation eröffnet der Chirurg den Brustkorb entweder in seiner gesamten Länge oder minimal-invasiv. Das Herz muss kurzfristig stillgelegt und der Patient an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden. Dieses Verfahren hat gute Ergebnisse. Jedoch würden viele Patienten mit Begleiterkrankungen, z.B. einer schweren Herzschwäche, eine solche Operation nicht überstehen. Diesen Patienten kann jetzt mit der neuen Methode geholfen werden.

Mitralklappen-Wiederherstellung über Herzkatheter

Beim Herzkatheter befindet sich der Patient auch in Vollnarkose, eine Herz-Lungen-Maschine wird jedoch nicht benötigt. Der Katheter erreicht das Herz über einen Zugang in der rechten Leistenvene und wird bis in den rechten Vorhof geschoben. Nach Durchstechen der Vorhofscheidewand liegt er im linken Vorhof direkt über der Mitralklappe. An der Stelle, wo die Herzklappe nicht richtig schließt, platziert der Arzt eine kleine Klammer ("MitraClip", Fa. Evalve), die die Klappenränder zusammenhält und damit die Schlussfähigkeit der Klappe verbessert. Mit Hilfe der Röntgendurchleuchtung und eines kleinen Ultraschallgerätes in der Speiseröhre kontrolliert der Arzt die richtige Lage des Clips.

Das Verfahren wird weltweit in nur wenigen Zentren angeboten. Das "Klappenteam" von Privatdozent Dr. Rottbauer hat es nun erstmals in Baden-Württemberg angewendet und etabliert. "Insgesamt kann dieser Eingriff auf relativ schonende Weise durchgeführt werden und eignet sich deshalb insbesondere für schwer erkrankte, sonst inoperable Patienten", erklärt er. "Die Methode wurde in den USA bereits an etwa 450 Patienten erfolgreich angewendet. Es gibt zwar bisher noch keine Langzeitergebnisse, wir hoffen aber, für die betroffene Patientengruppe auch langfristig eine verbesserte Lebensqualität erreichen zu können."

Weitere Informationen zu der Kardiologie des Universitätsklinikums Heidelberg:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Kardiologie-Angiologie-und-Pneumologie.106664.0.html
Ansprechpartner:
Priv. Doz. Dr. med. Wolfgang Rottbauer
Leitender Oberarzt
Medizinische Klinik III (Kardiologie)
Universitätsklinikum Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 38 851
Fax: 06221 / 56 48 66
E-Mail: wolfgang.rottbauer(at)med.uni-heidelberg.de
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 7.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 40 Kliniken und Fachabteilungen mit 1.600 Betten werden jährlich rund 500.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.100 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. (Stand 12/2008)
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Ein Quantensprung in der Herzdiagnostik
22.09.2017 | Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum - Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen

nachricht Bypass – Lebensbrücke für das Herz; keine Angst vor der Herz-Operation
21.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops