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Das MitraClip-System ist das erste im Handel erhältliche Gerät, das Patienten, die an den Folgen einer Mitralklappeninsuffizienz (MI) leiden, eine nichtchirurgische Therapieoption eröffnet.
MI ist die zweithäufigste Form von Herzklappeninsuffizienzen in Europa; weltweit sind Millionen von Menschen davon betroffen. Wird die MI nicht therapiert führt das bei den Betroffenen ab einem gewissen Schweregrad zu einer MI-bedingten chronischen Volumenüberlastung des Herzens, welche später zur Herzinsuffizienz führt. In einer gewissen Anzahl von Fällen ist die chirurgische Therapie, die zum Standard zählt, aufgrund der Risikofaktoren (Vorerkrankungen, Nebendiagnosen) nicht möglich.
Die perkutane Mitralklappenrekonstruktion mit dem MitraClip wird am Herzzentrum in Kooperation von Kardiologen/Herzchirurgen und Anästhesisten im Hybrid-OP durchgeführt. Bei dem Eingriff schlägt das Herz normal weiter, wodurch kein risikobehafteter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine erforderlich ist. Außerdem genügt ein Zugang über eine Leistenvene. Durch die Verbesserung der Undichtigkeit der Mitralklappe können Symptome wie Müdigkeit und Kurzatmigkeit günstig beeinflusst werden. Die Patienten erholen sich nach dem Eingriff sehr schnell.
So auch die beiden ersten am Herzzentrum Leipzig mit dieser Methode behandelten Patienten. Bei dem 69-jährigen Mann und der 73-jährigen Frau bestand nach früheren Bypass-Operationen ein zu hohes Risiko für weitere chirurgische Eingriffe. Daher entschied sich das Behandlungsteam um Herrn Priv.-Doz. Dr. med. Holger Thiele und Herrn Professor Dr. med. Mohr für den Einsatz des MitraClip-Systems. Dabei wurde im Rahmen eines Kathetereingriffs über die Oberschenkelvene die Mitralklappe mittels eines Clips gerafft und dadurch die Mitralinsuffizienz entscheidend verringert. Beide Patienten erholten sich sehr schnell und konnten die Klinik bereits verlassen.
Schon heute zeichnet sich ab, dass der MitraClip die Lebensqualität verbessern kann und dazu beiträgt, bei Patienten mit MI einen chirurgischen Eingriff zu umgehen oder diesen zumindest hinaus zu zögern. "Gerade bei Patienten mit einem hohen Mortalitätsrisiko steht uns nunmehr eine alternative Behandlungsmethode zur Verfügung, die deutlich schonender ist", so Priv.-Doz. Dr. med. Holger Thiele.
Dr. Iris Minde | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.herzzentrum-leipzig.de
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