Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste Patienten mit perkutanem MitraClip-System erfolgreich behandelt

17.12.2009
Unter der Leitung von Herrn Priv.-Doz. Dr. med. Holger Thiele von der Klinik für Kardiologie und Herrn Professor Dr. med. Friedrich-Wilhelm Mohr von der Klinik für Herzchirurgie am Herzzentrum Leipzig, wurden am 25.11.2009 und 27.11.2009 die ersten beiden Patienten erfolgreich mit einem neuen perkutanen MitraClip-System behandelt.

Das MitraClip-System ist das erste im Handel erhältliche Gerät, das Patienten, die an den Folgen einer Mitralklappeninsuffizienz (MI) leiden, eine nichtchirurgische Therapieoption eröffnet.

MI ist die zweithäufigste Form von Herzklappeninsuffizienzen in Europa; weltweit sind Millionen von Menschen davon betroffen. Wird die MI nicht therapiert führt das bei den Betroffenen ab einem gewissen Schweregrad zu einer MI-bedingten chronischen Volumenüberlastung des Herzens, welche später zur Herzinsuffizienz führt. In einer gewissen Anzahl von Fällen ist die chirurgische Therapie, die zum Standard zählt, aufgrund der Risikofaktoren (Vorerkrankungen, Nebendiagnosen) nicht möglich.

Die perkutane Mitralklappenrekonstruktion mit dem MitraClip wird am Herzzentrum in Kooperation von Kardiologen/Herzchirurgen und Anästhesisten im Hybrid-OP durchgeführt. Bei dem Eingriff schlägt das Herz normal weiter, wodurch kein risikobehafteter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine erforderlich ist. Außerdem genügt ein Zugang über eine Leistenvene. Durch die Verbesserung der Undichtigkeit der Mitralklappe können Symptome wie Müdigkeit und Kurzatmigkeit günstig beeinflusst werden. Die Patienten erholen sich nach dem Eingriff sehr schnell.

So auch die beiden ersten am Herzzentrum Leipzig mit dieser Methode behandelten Patienten. Bei dem 69-jährigen Mann und der 73-jährigen Frau bestand nach früheren Bypass-Operationen ein zu hohes Risiko für weitere chirurgische Eingriffe. Daher entschied sich das Behandlungsteam um Herrn Priv.-Doz. Dr. med. Holger Thiele und Herrn Professor Dr. med. Mohr für den Einsatz des MitraClip-Systems. Dabei wurde im Rahmen eines Kathetereingriffs über die Oberschenkelvene die Mitralklappe mittels eines Clips gerafft und dadurch die Mitralinsuffizienz entscheidend verringert. Beide Patienten erholten sich sehr schnell und konnten die Klinik bereits verlassen.

Schon heute zeichnet sich ab, dass der MitraClip die Lebensqualität verbessern kann und dazu beiträgt, bei Patienten mit MI einen chirurgischen Eingriff zu umgehen oder diesen zumindest hinaus zu zögern. "Gerade bei Patienten mit einem hohen Mortalitätsrisiko steht uns nunmehr eine alternative Behandlungsmethode zur Verfügung, die deutlich schonender ist", so Priv.-Doz. Dr. med. Holger Thiele.

Dr. Iris Minde | idw
Weitere Informationen:
http://www.herzzentrum-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Auf die richtige Verbindung kommt es an: Tiefe Hirnstimulation bei Parkinsonpatienten individuell anpassen
22.06.2017 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

nachricht Forschungsprojekt BabyLux: Neues Messinstrument schützt Frühgeborene vor Gehirnschädigungen
12.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie